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Amt Lenzen : Land soll Sprühaktionen gegen Eichenprozessionsspinner zahlen

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Aus der Redaktion des Prignitzers

Amt Lenzen will Kosten für Sprühaktionen gegen Eichenprozessionsspinner dem Land übertragen

von
erstellt am 20.Aug.2014 | 08:00 Uhr

Das Amt Lenzen-Elbtalaue will dem Eichenprozessionsspinner weiter bekämpfen lassen, ist aber nicht länger gewillt, sich die Kosten dafür aufbürden zu lassen. Nach Meinung des Amtsausschusses, ist allein das Land Brandenburg für die flächendeckende Bekämpfung und Begleichung zukünftiger Aufwendungen verantwortlich.

Rund 45 000 Euro kostete dem Amt allein in diesem Jahr die vielfach geforderte Sprühaktionen mit dem Biozid Dipel ES. Die Bekämpfung wurde kreisweit durchgeführt. Geld, das die Gemeinden der Elbtalaue lieber in andere Projekte investiert hätten.

„Der Eichenprozessionsspinner ist eine Gefahr für Leib und Leben“, sagt Lenzens Bürgermeister Christian Steinkopf. „Die Bekämpfung des Spinners muss derzeit von den Kommunen bezahlt werden. Meiner Meinung nach, sollte der Gesundheitsdienst des Landes zahlen“, so Steinkopf. Er sehe die Behörden der Ministerien nach dem Gesetz über den Öffentlichen Gesundheitsdienst im Land Brandenburg (Brandenburgisches Gesundheitsdienstgesetz - BbgGDG) in der Pflicht und bezieht sich vor allem auf die Paragrafen 2 (Organisation) und 4 (Umweltbezogener Gesundheitsschutz) des Gesetzes.

Mit Verwunderung stellten die Gemeindevertreter des Amtsausschusses fest, dass sich das Landesumweltamt (LUGV) kaum öffentlich positioniere. Dabei würden vom LUGV erhobene Daten zeigen, dass allein 2013 über 1400 Personen starke gesundheitliche Beeinträchtigungen durch die Raupen im Land hatten.

Zudem hätten Ärzte bestätigt, dass durch die giftigen Brennhaare der Eichenprozessionsspinner auch bei gesunden Personen starke Hautekzeme oder stärkere allergische Reaktionen (Nesselsucht), behandlungspflichtige Bindehautentzündungen der Augen, Atemprobleme und bei entsprechender Vorbelastung auch Asthmaanfälle und allergische Schocks aufgetreten seien. Auch in der Prignitz.

Klaus Borrmann, Bürgermeister der seit Jahren vom Spinner gepeinigten Lenzerwische, wiederholte seine Kritik an den Umweltverbänden. Diese hatten eine flächendeckende Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners gerichtlich verhindert. „Was nützt es uns, wenn wir an einer Stelle bekämpfen und an anderer Stelle nicht. Das bringt uns doch nicht weiter. Dann fangen wir nächstes Jahr von vorn an“, argumentiert er.

Ähnlich sieht es Amtsdirektor Harald Ziegeler: „Wenn durch das Land mitten in der Bekämpfung gesagt wird, es darf nicht mehr gesprüht werden, ist die Bekämpfung an sich widersinnig geworden.“

Ziegeler will persönlich mit den zuständigen Behörden in Potsdam sprechen „Ich habe vom Amt den Auftrag erhalten, den Sachverhalt beim Land zu artikulieren“, sagt er. Die enge Zusammenarbeit mit dem Kreis als Koordinator der Bekämpfung wolle er fortsetzen.



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