Wittenberger hängen an Badeanstalt-Relikt : Land: Plattform droht einzustürzen

Wittenberger möchten den Aussichtspunkt an der Elbe behalten. Brandenburger Umweltbehörde will Rückbau zum Sommer.

svz.de von
14. März 2014, 22:00 Uhr

„Die Risse sind Furcht einflößend, der Beton total zersetzt“, sagt Torsten Thaddey. Der Referatsleiter für Hochwasserschutz im Landesumweltamt spricht von der Plattform der alten Badeanstalt am Deich. Zahlreiche Wittenberger möchten, dass das Relikt des alten Bades erhalten bleibt. Das Landesumweltamt hat den Rückbau beschlossen.

Der „Prignitzer“ fragte gestern bei Thaddey nach, ob nicht doch die Möglichkeit besteht, das Bauwerk zu erhalten.

Thaddeys Antwort aus Landessicht ist ein eindeutiges Nein. Der Referatsleiter verweist auf eine baufachliche Prüfung, die das Amt vornehmen ließ, um über die Plattform zu entscheiden. „Die Pfeiler und der Beton sind so marode, dass Einsturzgefahr besteht“, sagt Thaddey und kündigt an, „dass wir höchst wahrscheinlich in Kürze noch eine Belastungsbeschränkung anordnen müssen.“

Eine grundsätzliche Absage erteilt das Landesumweltamt in dem Zusammenhang Ideen, „die an uns herangetragen wurden, auf der Plattform einen Verkaufspavillon aufzustellen“. „Sie befindet sich im Eigentum des Landesumweltamtes. Die Behörde hat das exakt nach Flurstücken ausmessen lassen. „Wir sind damit für die Verkehrssicherung zuständig. Und in dieser Verantwortung sagen wir, die Plattform ist einsturzgefährdet.“

„Prignitzer“-Leserin Renate Conrad gehört zu jenen, die sich den Erhalt der Plattform wünschen, „weil man dort gut sitzen und die Ruhe genießen kann“. Sie argumentiert, „der Abriss kostet doch auch Geld“. „Das kann man auch für die Sanierung ausgeben.“

Das Landesumweltamt sagt, die Rechnung gehe unter dem Strich nicht auf. Der Rückbau werde wahrscheinlich im Zusammenhang mit den Arbeiten am Deichfuß in der Elbstraße erfolgen. Das wäre dann im Sommer. Wegen des Zustandes sei nämlich auch zügiges Handeln geboten.

Andrea Herms und Helga Wendelmuth sind Elbestädter, die die Vorzüge der Plattform, die wie eine Terrasse über den Deich hinaus ragt, sehr zu schätzen wissen. Helga Wendelmuth betont, dass sie nicht allein der Meinung ist, dieser Aussichtspunkt sollte erhalten bleiben. Sie spreche auch für die rund zehn Mitglieder im Literaturkreis aus dem Bürgerhaus. „Wenn jeder Wittenberger etwas Geld spenden würde, dann müsste es doch zu schaffen sein, dieses Stück alte Badeanstalt zu erhalten“, so der Gedanke in dem Kreis.

Wenn Wittenbergern die Plattform so viel wert ist, dann sei aus Behördensicht der einzige Weg zu ihrer Erhaltung, die Gründung einer Initiative, „mit der wir als Land dann eine verbindliche Vereinbarung über die notwendigen Investitionen, die Nutzung und die Verkehrssicherungspflicht dieser Plattform abschließen“. Das Landesumweltamt könne nicht in das Bauwerk investieren. „Es hat für den Hochwasserschutz keine Bedeutung, deshalb dürfen wir dafür auch kein Geld, das für den Hochwasserschutz bestimmt ist, ausgeben, erläutert Thaddey.


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