Hochwasserschutz : Land etabliert neue Flutzentrale

Mit der Polizeireform ist das als Wache errichtete Gebäude in der Perleberger Straße von Wittenberge nicht mehr voll ausgelastet. Das ändert sich jetzt mit der Etablierung der Hochwasserzentrale.
Mit der Polizeireform ist das als Wache errichtete Gebäude in der Perleberger Straße von Wittenberge nicht mehr voll ausgelastet. Das ändert sich jetzt mit der Etablierung der Hochwasserzentrale.

Umweltbehörde gibt Nebenstelle in Lenzen auf und bündelt Arbeitsplätze in Wittenberge / Standort ist das Polizeirevier

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08. Dezember 2014, 12:00 Uhr

In der Seestraße 18 in Lenzen wird gepackt. Das Landesumweltamt gibt seine dort ansässige Nebenstelle Untere Elbe-Stepenitz auf. Die Mitarbeiter haben künftigen ihren Arbeitsplatz in Wittenberge, teilen sich in der Perleberger Straße mit dem Polizeirevier das Gebäude. Der bereits seit rund einem Jahr avisierte Umzug ist jetzt spruchreif, informierte auf Anfrage Thomas Frey, Referent im Büro des Präsidenten im Umweltamt.

Eine neue Arbeitsstätte haben in wenigen Wochen aber nicht nur die vier Mitarbeiter aus Lenzen. „Insgesamt sind sechs Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen vom Umzug betroffen“, sagt Frey und verweist auf jeweils einen Behördenmitarbeiter aus Rühstädt und Glöwen, deren Arbeitsplatz sich künftig in der Elbestadt befindet. Frey unterstreicht: „Mit dem Umzug gelingt die Bündelung bislang in der Region verstreuter Arbeitsplätze.“

Der Effekt: Die neue Nebenstelle in Wittenberge dient bei einer erneuten Flut gleichzeitig als Hochwasserzentrale für den Bereich Prignitz. In diesem Fall werde die Dienststelle personell verstärkt.

Laut Frey konnten in Lenzen „die hierfür notwendigen Arbeitsplätze nur provisorisch eingerichtet werden“. „Am neuen Standort in Wittenberge gibt es deutlich mehr Platz, entsprechend können die im Hochwasserfall benötigten Arbeitsplätze ständig vorgehalten werden. Das heißt, wir sind im Hochwasserfall noch schneller einsatzfähig.“ Günstig sei auch die Nähe zum Landkreis, vor allem zum dortigen Katastrophenschutz, „mit dem wir bei Hochwasser eng abgestimmt zusammenarbeiten“.

Aber noch einmal zurück nach Lenzen: Die Bausubstanz der Gebäude dort hat augenscheinlich den letzten Anstoß für den Umzug gegeben. Frey sagt: „Das Gebäude hätte einer umfangreichen Sanierung bedurft. Die dabei entstehenden Kosten würden nach Einschätzung des Brandenburgischen Landesbetriebes für Liegenschaften und Bauen in keinem Verhältnis zum Nutzen stehen.“ Ganz anders ist die Situation in der Elbestadt: Das landeseigene Haus ist „dagegen in einem guten Zustand, für Büroarbeitsplätze bestens geeignet und derzeit noch nicht voll ausgelastet“. Der Pressereferent betont: „Mit dem Umzug spart das Land Kosten.“

Auf die „Prignitzer“-Frage, warum sich der bereits vor mehr als einem Jahr angekündigte Umzug so in die Länge zog, obwohl die Räumlichkeiten beim Revier ja zur Verfügung standen, verweist der Behördensprecher auf logistische Gründe. „Der Standort Wittenberge ist ein reiner Verwaltungsstandort. Die Nebenstelle Lenzen war gleichzeitig auch Lagerort für Hochwasserschutzmaterialien wie Schutzwände, Sandsäcke, Sand und vieles mehr.“ Hierfür musste ein ausreichend dimensionierter und gut erreichbarer Ersatzstandort gefunden werden. Das habe bedauerlicherweise mehr Zeit in Anspruch genommen als geplant.

Einen Teil der Immobilie in Lenzen übernimmt nach dem Auszug der Brandenburgische Landesbetrieb für Liegenschaften und Bauen. Nicht mehr benötigte Gebäude werden dann abgerissen und – neben einer Halle in Wittenberge – ein zweites Hochwasserschutzlager eingerichtet, so das Landesumweltamt.

Der andere Teil der Liegenschaft werde bereits jetzt vom Wasser- und Bodenverband Prignitz genutzt. Dieser Teil soll an den Verband veräußert werden.

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