Land bildet Pflegepädagogen aus

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28. Januar 2013, 06:20 Uhr

Prignitz | Brandenburg bildet ab dem kommenden Studienjahr Medizin- und Pflegepädagogen in Senftenberg aus. Darüber informiert der Prignitzer Landtagsabgeordnete Thomas Domres (Die Linke). Die Vorbereitungen für die Einrichtung der neuen Studiengänge Medizinpädagogik/Pflegepädagogik, Gesundheitsmanagement/Pflegemanagement und Pflegewissenschaften zum Wintersemester haben bereits begonnen. Damit reagiert Domres auf Anfragen des Landkreises und der Ausbilder der Perleberger Schule für Gesundheitsberufe im Rahmen des Besuchs der Gesundheitsministerin Anita Tack (Die Linke). Unsere Zeitung hatte darüber am 16. Januar unter dem Titel "Ausbildung von Pflegepädagogen Fehlanzeige" berichtet.

Bereits zum 1. Oktober vergangenen Jahres habe die Beauftragte für die Errichtung der gesundheitsbezogenen Studiengänge am Hochschulstandort Senftenberg, Prof. Dr. Barbara Knigge-Demal (Fachhochschule Bielefeld), ihre Arbeit aufgenommen. Sie soll die Curricula für die neuen Studiengänge im Gesundheits- und Pflegebereich gestalten, erklärt Domres.

Grundlage für die Einführung dieser Studienbereiche war eine Landtagsdrucksache. Im Kern gibt es vier Aspekte für die Einführung der Studienangebote: Erhöhung der Qualität der Pflege; Medizin- und Pflegepädagogen für die Fachkräfteausbildung, dies war bisher nicht an Brandenburger Hochschulen möglich; künftige Zunahme von Delegierung ärztlicher Leistungen und Erhöhung der Attraktivität von Pflege- und Gesundheitsberufen.

Die Analyse habe gezeigt, dass es besonderen Bedarf vor allem an Lehrkräften, Leitungspersonen und Gesundheitsfachkräften mit Studienabschluss gebe. Genau das hatten Lehrer der Perleberger Schule betont. Mit Wegfall der Ausbildungsmöglichkeit in Berlin gibt es derzeit keine entsprechenden Studienangebote in der Nähe. Nächst gelegener Standort sei Bielefeld. Deshalb sei das Land in der Pflicht zu handeln. Ansonsten bestünde die Gefahr, dass langfristig Schulstandorte wie Perleberg gefährdet seien, weil es schwerer wird, qualifizierte Ausbilder zu finden.

"Der Landtag hat im Dezember 2012 mit einem Beschluss die Dringlichkeit unterstrichen, einen Bachelor/Masterstudiengang Medizin- und Pflegepädagogik einzurichten", sagt Thomas Domres. Dadurch soll Lehrpersonal für die Schulen des Gesundheitswesens und Altenpflegeschulen qualifiziert werden. Der künftige Bachelorstudiengang "Gesundheits- und Pflegemanagement" soll das Leitungspersonal für Pflegeeinrichtungen mit mehr als 80 Bewohnern schulen.

"Der Landtag halte es für unverzichtbar, dass der Studienbetrieb zum kommenden Wintersemester tatsächlich aufgenommen wird", betont Domres. Nur so könne gewährleistet werden, dass der kurzfristig entstehende Fachkräftebedarf im Land gedeckt werden kann. In wenigen Wochen werde über den aktuellen Stand der Einrichtung der Studienangebote in Landtagsausschüssen informiert.

Domres bekräftigt, dass es sich um weit mehr als nur Absichtserklärungen handele. Das unterstreiche auch der Fakt, dass die Einrichtung der Studiengänge mit zusätzlich 3,2 Millionen Euro unterstützt werde. Dies wurde mit dem Haushalt 2013/2014 beschlossen. "Zusammenfassend möchte ich feststellen, dass die rot-rote Koalition konkrete Schritte unternommen hat, um die im Artikel beschriebene Fehlanzeige nicht Realität werden zu lassen und Schulen für Gesundheitsberufe, wie die in Perleberg, zu sichern", sagt der Abgeordnete.

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