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Der Prignitzer

17. November 2017 | 19:02 Uhr

Lage an der Löcknitz angespannt

vom

svz.de von
erstellt am 23.Jan.2011 | 05:20 Uhr

Prignitz | Die Hochwasserlage an der Elbe im Landkreis rignitz hat sich im Gegensatz zum Nachbarland Mecklenburg-Vorpommern entspannt. Mit 7.27 Metern am Pegel Wittenberge war am Sonnabend der Scheitel erreicht. Gestern morgen wurden nur noch 7,16 m gemessen, für heute werden in Wittenberge 7,05 Meter erwartet. Die Prognosen bis zum bis zum Wochenende gehen von 6,30 Meter aus, womit der Richtwasserstand für Alarmstufe III erreicht wäre.

Nach wie vor waren am vergangenen Wochenende Sickerstellen am Deich bei Garsedow mit Sandsäcken zu verbauen. Dabei wurden Kameraden der Wittenberger Feuerwehr am späten Nachmittag von einer Abordnung des Wittenberger Paten-U-Bootes U 31 mit dem neuen Kommandanten Kapitänleutnant Stefan Mayer unterstützt. Die Seeleute aus Eckernförde weilten auf Einladung der Wittenberger Schützengilde in der Stadt, und machten sich in der Zeit bis zum abendlichen Schützenball gerne beim Hochwasserschutz nützlich.

Unter Beobachtung blieb auch eine kleine Schadstelle bei Bälow. Gestern kam es zu Reperaturarbeiten bei Hinzdorf .

Angespannter ist die Lage nach wie vor an der Löcknitz in der Lenzener Wische. Der Löcknitzpegel ist seit dem vergangenen Wochenende unverändert hoch trotz umfangreicher Entlastungsmaßnahmen. Das Qualmwasser im Winterpolder ist um 20 Zentimeter gestiegen. "Das inzwischen mehrfach zu regulierende hydrologische System in der Niederung ist eine Herausforderung an die vor Ort tätigen Ingenieure des Landesumweltamtes", betonte Landrat Hans Lange bei der gestrigen Pressekonferenz des Prignitzer Hochwasserstabes. Es werde zum erstebn Mal in dieser Weise gemeistert. "Zur weiteren Entlastung der Löcknitz wurde am Sonnabend der Zulauf in den kleinen Eldenburger Polder noch einmal nachgesteuert, ebenso die Straßendurchlässe bei Seedorf und Breetz sowie das Verbindungsbauwerk bei Gaarz", machte Bernd Lindow vom Hochwasserstab deutlich.

Mittlerweile werden die Bewohner in der Wische unruhiger, denn ihre Keller laufen voll. Das Grundwasser drückt hoch. Vor allem die neu zugezogenen, die die Hochwasserverhältnisse nicht so gut kennen, haben Sorge. Deshalb, so versichert Lange, seien seit Sonnabend "Fachleute in der gesamten Wische von Haus zu Haus unterwegs, um den Leuten notwendige Maßnahmen und deren Auswirkungen zu erläutern." Denn das Qualmwasser soll noch längere Zeit in der Wische verbleiben als Gegendruck zum Elbe-Hauptdeich. Das sei mit Beeinträchtigungen für die Bewohner verbunden. Dennoch dürfe das nicht dazu führen, dass eigenmächtig Abzugsgräben gezogen werden, um Wasser abzuführen, wie der Landrat betont. "Das Regime muss einggehalten werden, weil wir sonst zu viel Wasseranfall am Achterdeich haben."

Seit gestern Mittag laufen auch die mobilen Pumpen des Technischen Hilfswerkes bei Gaarz. Sie pumpen rund 1000 Liter Qualmwasser pro Sekunde aus dem Winterpolder ab. Am frühen Nachmittag wurde eine weitere Pumpengruppe mit THW-Kräften aus Berlin und Senftenberg in Cumlosen erwartet. Zudem wurden gestern mobile Pegelmessgeräte des THW an verschiedenen Messpunkten eingerichtet. Damit können die aktuellen Wasserstände minütlich im Internet abgerufen werden, wie Manfred Metzger, Landesbeauftragter des THW für Sachsen und Thüringen, erklärt.

Die Verkehrseinschränkungen im Rahmen des Hochwassers bleiben weiter bestehen. Heute ist vor allem im Raum Wittenberge mit verstärkter Polizeipräsenz zu rechnen, denn der Schwerlastverkehr in Richtung Wittenberge Süd wird von Breese weg durch die Stadt geleitet.

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