Schritt in die Zukunft : Ladestationen für E-Autos geplant

Die Schnellladestation in Wittenberge gibt es seit Ende August. Bisher wurden sieben Ladevorgänge gezählt. In Bad Wilsnack soll eine “normale“ Ladestation gebaut werden.
Die Schnellladestation in Wittenberge gibt es seit Ende August. Bisher wurden sieben Ladevorgänge gezählt. In Bad Wilsnack soll eine “normale“ Ladestation gebaut werden.

Netzbetreiber Wemag hat Fördermittelantrag für Bad Wilsnack gestellt / Auch in Lenzen sollen Elektrofahrzeuge „auftanken“ können

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23. November 2017, 21:00 Uhr

Können Elektrofahrzeuge bald in Bad Wilsnack aufgeladen werden? Wenn es nach einem Energieunternehmen geht, ja. „Die Wemag kam auf die Stadt zu und fragte, ob Interesse an einer solchen Ladestation besteht“, berichtete Peter Rollenhagen, Leiter des Bauamtes Bad Wilsnack/Weisen, am Mittwochabend den Mitgliedern des städtischen Bauausschusses.

Das Unternehmen könne für den Bau der Ladestation auf ein Förderprogramm zurückgreifen, bräuchte aber von der Stadt eine Fläche. „Denkbar wäre, dass man am Bahnhof einen Bereich einrichtet“, so Rollenhagen. Von der Bahnstraße kommend linker Hand gibt es Parkplätze, wo Elektroautos aufgeladen werden könnten. Dort gebe es schon einen Stromanschluss, der genutzt werden könnte, so Rollenhagen. Vorhandene Ressourcen zu nutzen ist das Grundprinzip der Wemag in Sachen Elektroladestationen. „Wir schauen, wo wir als Netzbetreiber Zugang zu Verteilerstationen haben und wo sich viele Menschen über einige Stunden aufhalten“, umreißt Wemag-Projektmanager Benjamin Hintz auf Anfrage die Strategie. Deswegen sei der Bahnhof in Bad Wilsnack geeignet. „Dort stellen Menschen ihre Pkw über mehrere Stunden ab. Wenn sie zurückkommen, ist ihr Fahrzeug geladen.“ Geplant ist eine Ladestation, durch die zwei Autos gleichzeitig per Typ-2-Steckern mit je 22 Kilowatt „aufgetankt“ werden. Die Kosten sind im Vergleich zu einer Schnellladestation deutlich niedriger. Laut Hintz bewege sich eine Anlage preislich um die 10 000 Euro, „inklusive Fundament und aller Hardware“. Über das Förderprogramm des Bundesverkehrsministeriums wären 40 Prozent des Preises förderfähig, den Rest übernimmt die Wemag. Sollte der Antrag bewilligt werden, könnten die Bauarbeiten im zweiten Halbjahr 2018 beginnen, blickt Hintz voraus. Doch er sei vorsichtig mit Zeitschätzungen, weil die Bearbeitungsdauer der Fördermittelanträge sehr unterschiedlich sei. Auch an der Burg in Lenzen plant das Unternehmen mit Sitz in Schwerin eine Auto-Ladestation gleichen Typs. „Dafür läuft ebenfalls der Fördermittelantrag“, so Benjamin Hintz.

Darüber hinaus sollen in Bad Wilsnack auch Elektro-Fahrräder nicht zu kurz kommen, betonte Bauausschussmitglied Annette Schulze. „Wir sind eine Fahrradstadt, und immer mehr Menschen sind mit E-Bikes unterwegs“, sagte sie. Als Standort für die Radladestation schlug sie den Markt vor, genauer links am Rathaus, wo sich der Eingang zur Finanzverwaltung des Amtes befindet. Auch in diesem Fall wäre ein Stromanschluss durch das Rathaus vorhanden, erklärte der Ausschussvorsitzende Günther Lausmann. Engagiert bei diesem Thema ist auch der Bad Wilsnacker Apotheker und Vorsitzender des Gemeindekirchenrates, Christian Richter. „Ich könnte mir eine Ladestation für zwei Räder und ein Auto im Gebiet Markt/Wunderblutkirche vorstellen“, so Richter auf Anfrage. Eine Autoladestation wäre in der Innenstadt auch sinnvoll, weil der Kirchenkreis plant, einen Elektro-Dienstwagen anzuschaffen. „Und für die weitere Entwicklung des Zentrums ist das sicher auch von Vorteil. Aber wir sind noch in Gesprächen mit der Stadt“, betont Christian Richter. Nach seiner Kostenschätzung würde eine kombinierte Ladestation etwa 5000 Euro kosten. Zur Finanzierung habe er zwei Selbstständige gewinnen können. „Und ich werde mich selbst auch beteiligen.“

In Wittenberge können Elektrofahrzeuge seit Ende August am Markt „auftanken“. Allerdings handelt es sich dabei um eine Schnellladestation – die erste in der Prignitz. Nach Auskunft der Stadtwerke wurden bisher sieben Ladevorgänge verzeichnet.

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