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Der Prignitzer

18. November 2017 | 20:51 Uhr

Kurmärker: Boden wird untersucht

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Kontaminierung im vorderen Bereich möglicherweise geringer als angenommen / Prüfungsergebnisse werden heute erwartet

von
erstellt am 09.Okt.2014 | 11:11 Uhr

Kaum, dass mit den Arbeiten am neuen Regenwasserkanal in der Kurmärker Straße begonnen wurde, ruhen sie auch schon wieder. Der Grund: „Der Boden hier zeigt sich optisch und auch vom Geruch her unauffällig“, erläutert Bauamtsleiter Hagen Boddin. Bis dato war man von einer Belastung auf voller Länge ausgegangen. Unterm Strich war im März die Rede von rund 50 000 Euro an Mehrkosten, die für die Beseitigung dieser Altlasten anfallen.

Ursächlich könnte die Kontaminierung mit den ehemaligen Armee-Liegenschaften zusammenhängen. Denn es handle sich um Ölreste, wie sie Treibstoffe hinterlassen. Nicht nur zu Zeiten der Sowjetarmee, sondern auch schon als die Wehrmacht das Terrain nutze, dürften Treibstoffe hier in den Boden gesickert sein. Im Klartext hießt das bislang, überall, wo gebuddelt wird, muss der Boden ausgetauscht werden, sprich auf der gesamten Fahrbahnbreite samt Stellflächen und dort, wo der Regenwasserkanal verlegt wird. Die Kosten dafür sind umlagefähig, das heißt, die Stadt kommt nicht umhin, die Anlieger im Zuge der Straßenausbaubeiträge auch dafür zur Kasse zu bitten. Bei jenen stieß auf heftige Kritik, dass sie die Zeche bezahlen sollten, die andere verursacht haben.

Nun scheint aber der vordere Bereich, also der zwischen Karl-Liebknecht-Straße und Rudolf-Breitscheid-Straße, nicht so stark, möglicherweise überhaupt nicht belastet zu sein, was finanziell für die Anlieger natürlich eine positive Nachricht wäre. Denn ein Bodenaustausch wäre dann dort nicht notwendig. Eine weitere Untersuchung soll das nun klären, entsprechende sogenannte Mischproben wurden bereits entnommen. „Heute erwarten wir das Ergebnis“, so der Bauamtsleiter. Bis dieses vorliegt wurden die Arbeiten am neuen Regenwasserkanal in besagtem Bereich gestoppt. Stattdessen wurden die am Schmutzwasserkanal in der Rudolf-Breitscheid-Straße – von der Gertrudstraße bis zur Einmündung in die Kurmärker Straße – begonnen.

Für den Außenstehenden ergibt sich die Frage, warum dieses neue Szenario, hatte man doch im Vorfeld ein Bodengutachten anfertigen lassen. „Im Zuge der Ausführungsplanung werden generell Baugrunduntersuchungen durchgeführt. Verstärkt spielt da auch eine mögliche Belastungen des Untergrundes eine Rolle“, betont Hagen Boddin. Allerdings werden Proben in einem vertretbaren und nicht so engen Raster entnommen. „Der Aufwand muss sich in Grenzen halten, denn auch das kostet Geld“, ergänzt der Bauamtsleiter. Jetzt habe man das Raster in diesem Bereich noch einmal enger gezogen. Nichtsdestotrotz stelle sich die Frage, warum war der Boden an den zu erst beprobten Stellen belastet und 250 Meter entfernt nicht mehr? Das müsse man sich noch mal genauer anschauen, so Hagen Boddin.


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