Kulturbund: Alter Vorstand ist der neue

<strong>Die Vorstandsmitglieder des Kulturbundes:</strong> Helmut Worbs (Revisionskommission), Hans-Jürgen Döllefeld, Ernst Wolf,  Dietrich Nehrenberg, Ingrid Jordan, Annelore Brand, Annegret Kramer, Sylvia Hecht, Christiane Schomaker und Rainer Neumann.<foto>felix alex</foto>
Die Vorstandsmitglieder des Kulturbundes: Helmut Worbs (Revisionskommission), Hans-Jürgen Döllefeld, Ernst Wolf, Dietrich Nehrenberg, Ingrid Jordan, Annelore Brand, Annegret Kramer, Sylvia Hecht, Christiane Schomaker und Rainer Neumann.felix alex

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20. Januar 2013, 04:53 Uhr

Wittenberge | Mit fast schon planbarer Unaufgeregtheit ist am Sonnabend die Mitgliederversammlung nebst Vorstandswahl des Wittenberger Kulturbundes abgehalten worden. Pünktlicher Beginn, einstimmige Wahl und auch der Sekt stand hinterher rechtzeitig zum Anstoßen bereit. Mit fast der identischen Führungsriege geht es jetzt in die neue Amtszeit. Was will man auch anderes von einem Verein erwarten, dessen Kontinuität sich nicht nur in den regelmäßig betreuten Veranstaltungen, sondern auch in einer über 40-jährigen Treue zu seinem Vorsitzenden widerspiegelt.

Eben jener Dietrich Nehrenberg war es auch, der in dem "Teilnehmerrekord" von 120 anwesenden Mitgliedern eine Anerkennung für die geleistete Arbeit erkannte. "Wir pflegen den Meinungsaustausch und haben mit einer Vielzahl an Veranstaltungen zum geistigen und kulturellen Leben der Stadt beigetragen", resümierte der Vereinsvorsitzende. Und das damit nicht nur die Organisation und Durchführung gemeint war, wurde in den anschließenden Ausführungen deutlich. So stellte der Verein mit seinen insgesamt 310 Mitgliedern allein 30 Prozent der Besucher bei Klassik- und Jazz-Konzerten. Doch nicht nur ständige Besucher sind die zahlreichen Bundesfreunde, sondern auch beständige Initiatoren. So gingen im Berichtszeitraum annähernd 85 Veranstaltungen mit dem Kulturbund einher. Davon wurden 50 selbst organisiert und die übrigen mit Werbung und Kartenverkäufen unterstützt.

Kritik äußerte Nehrenberg in seiner Rede vor allem an der umständlichen Bürokratie, die mit der Vereinsarbeit einher gehe, und bedankte sich bei den Menschen an seiner Seite, die es verstehen, "die Klaviatur von Menschen und Behörden zu bedienen". Auch die finanzielle Lage sei weiterhin solide. Selbst wenn ein Teil der Förderung auf die mit Sylvia Hecht besetzte Bürgerarbeitsstelle im kommenden Jahr entfalle, sei der Verein in der Lage, dies auszugleichen, wie Ernst Wolf mitteilte.

Und trotz hoher Veranstaltungskosten und eines Mitgliederbeitrages von nur 2,50 Euro im Monat ist nach Dietrich Nehrenberg davon auszugehen, dass auch künftig ein ähnliches Niveau auf gleicher Basis für Stadt und Verein erwartet werden könne. Denn "ein bisschen Wunderland ist auch im Kulturverein", so der Vorsitzende.

Sorge bereiten vor allem auch die Altersstruktur des Vereins, die derzeit bei durchschnittlich 70 Jahren liegt. Zwar sei das jüngste Mitglied 26, dies allerdings sei eine Ausnahme. "Das einende Band, das Interesse für das Geistige und Kulturelle", sei inzwischen seltener vorhanden", verdeutlichte Nehrenberg.

Wenig verwunderlich also, dass, nachdem der Vorstand einstimmig entlastet wurde, auch die Neuwahl überwiegend die bekannten Gesichter hervorbrachte. So bekannt, dass nach der verkürzten und offenen Wahl der neue Vorstand scherzhaft aufgefordert wurde, die Blumen, die die Mitglieder bereits bei der Entlastung überreicht bekamen, wieder mit auf die Bühne zu bringen. Lediglich Sylvia Hecht stößt in den kommenden zwei Jahren zu den bisherigen Mitgliedern hinzu. Und das nach einem Votum, das sowohl bei der Wahl des Vorstandes, als auch bei der Wahl der Revisionskommission einstimmig und ganz ohne Enthaltungs- und Gegenstimme auskam.

Nachdem sich die neun Auserwählten kurz zurückgezogen hatten, wurden Dietrich Nehrenberg als Vorstandsvorsitzender und Ernst Wolf als sein Stellvertreter bestätigt. Nehrenberg führte anschließend augenzwinkernd an, dass er erst dann angenommen habe, "nachdem alle versichert hatten, ein wenig auf mich aufzupassen". Er wünschte sich zum Abschluss, dass er die große Kulturbund-Familie in zwei Jahren hoffentlich wieder gesund und zahlreich begrüßen dürfe.

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