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Langer Tag der Bibliotheken : Kultur zwischen Bücherregalen

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Langer Tag der Bibliotheken offerierte Schnäppchen für Leseratten und manch kurzweiligen wie humorvollen Tagesausklang

von
erstellt am 25.Apr.2016 | 10:00 Uhr

Jubiläum am Freitagabend: Zum 10. Mal öffneten die Einrichtungen des Prignitzer Bibliothekenverbunds an einem Freitagnachmittag bis ,open end‘ ihre Türen und lockten die kleinen und großen Leseratten mit Schnäppchen bzw. kleinen kulturellen Highlights. „Stimmt, 2006 sind wir mit der langen Nacht der Bibliotheken gestartet“, so Karin Renkewitz selbst sichtlich erstaunt, dass schon zehn Jahre seither ins Land gezogen sind. Sie leitet die Einrichtung im Perleberger Wallgebäude. Im Jahr zuvor, sprich 2005, hatte man sich erst zum Bibliothekenverbund Prignitz zusammengeschlossen.

Die lange Nacht ist inzwischen zum Tag geworden, der stets in der Woche des Welttages des Buches stattfindet. „Zumeist bieten wir auch die ganze Woche über dann kleine Besonderheiten an.“ In Perleberg lasen die Großen für die Kleinen, stellten Elfklässler des Gottfried-Arnold-Gymnasiums Erstklässlern ihre schönsten Kinderbücher vor. Freitagvormittag waren zudem über 130 Mädchen und Jungen der 2. Klassen zu einem Improvisationstheater, gestaltet von Chady Seubert und Daniela Dörfel, eingeladen. „Da reichte der Platz in unserer Bibliothek natürlich nicht. Also wurde das Ganze ins ,Effi’ verlegt“, fügt Karin Renkewitz schmunzelnd an.

Freitagnachmittag schaute dann der eine oder andere vorbei. „Für uns der Fingerzeig, beim nächsten Mal einfach noch früher kundzutun, dass wir an jenem Freitag nicht mittags schließen, sondern durchziehen bis zum Dunkelwerden“, betont die Stadtbibliothekarin.

Voll wurde es aber dann am Abend als Schauspielerin Susanne Kloss zwischen Bücherregalen „Lillys Gaumenkitzel“ servierte und damit auch voll den Geschmacksnerv des Publikums traf.

25  000 Medien – Bücher, DVD, Hörbücher und mehr – zählt der Bestand der Perleberger Einrichtung. Und was nicht im Regal steht, das wird besorgt entweder über Fernleihe, Onleihe oder es wird gleich über das Regionalnetz der Bibliotheken geordert. „Man kann ein Buch nicht bekommen – diese Ausrede zählt nicht mehr“, sagt lachend Karin Renkewitz.

Im Durchschnitt 880 bis 900 Benutzer zählt die Einrichtung am Wallgebäude jährlich, Besucher sind es allerdings weitaus mehr. Rund 15  000. Sie schauen einfach mal rein, checken ihre E-Mails hier oder wandeln einfach mal durch die Regalreihen, stöbern in Zeitschriften oder nehmen an Veranstaltungen teil. Und letztere gibt es auch eigens für den Nachwuchs in relativer Regelmäßigkeit. „Immerhin sind das unsere jüngsten Leser bzw. möchten wir, dass sie es werden. Da muss man sich interessant machen, versuchen die Neugier zu wecken und ihnen mit dem Bibliotheksführerschein den Weg durch unsere Einrichtung zeigen.“

Dass das Buch nie aus der Mode kommt, das steht für Karin Renkewitz außer Frage. „Es gibt zwar einige, die sich anmelden und gleich sagen, sie nutzen nur die Onleihe. Andere nehmen beides in Anspruch, doch der Großteil will in der Hand halten, was er liest. Die Onleihe ist ein tolles Angebot – ein zusätzliches.“ Das bestätigt auch Gisela Höger (75 Jahre). „Buch bleibt Buch und seit ich Rentner bin, nutze ich ziemlich regelmäßig das Angebot der Perleberger Bibliothek.“ Gespannt auf die kulinarischen Tipps der „Küchenfee Lilly“, alias Susanne Kloss, war Edith Rudzinski. Insbesondere mit den Enkeln geht es ab und an in die Bibliothek. „Die Leseecke für den Nachwuchs ist auch ganz toll gemacht.“

Kurzweilig und unterhaltsam

Einfach sich mal wieder Zeit zu nehmen für etwas Kultur, das wollten Janet Herr und ihre Mutti Karin Unglaub. „Das Angebot klingt doch vielversprechend“, so die beiden und es hielt, was es versprach.

Das dachten sicher auch die Besucher, die den Weg in die Meyenburger Bibliothek gefunden hatten. Hier lasen Dagmar und Michael Krämling aus ihren Werken. Und auch wenn Bibliotheksleiterin Isolde Pickel am Abend auf mehr Zulauf gehofft hatte, war sie doch mit dem Tag recht zufrieden: „An Bib-fit haben in diesem Jahr 25 Kinder teilgenommen und wir hatten heute früh 14 Eltern zu Gast. Den Nachmittag haben viele genutzt, um sich die Onleihe erklären zu lassen. Den Tag schließen nun die Krämlings.“

Und die amüsierten die Zuhörer mit ihren Geschichten. „Ich schreibe in Reimform, von besinnlich bis satirisch und meine Frau steuert die Illustrationen bei“, erzählt Michael Krämling. Bereits drei Bücher sind in ihrer eigenen Reihe erschienen, ein Kinderbuch soll nun folgen. „Die ersten Zeichnungen daraus sind heute hier schon ausgestellt. Zum Beispiel geht es um eine Giraffe mit Brille. Hier haben wir dieses Thema kindgerecht aufgearbeitet und wollen so für das Thema sensibilisieren“, erzählt das Ehepaar. Doch waren es vor allem die lustigen, gelesenen Anekdoten, die zu unterhalten wussten und damit im Sinne des ganzen Tages standen.

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