Perleberg : Kultur soll aufgewertet werden

Perleberg hat kulturell mehr zu bieten, als das Stadt- und Regionalmuseum (Foto) und Lotte Lehmann.
Perleberg hat kulturell mehr zu bieten, als das Stadt- und Regionalmuseum (Foto) und Lotte Lehmann.

SPD-Fraktion fordert Konzeption für Kultur und Tourismus. Kompromiss sieht zunächst Eckpunktepapier vor

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03. April 2019, 07:47 Uhr

Der SPD-Fraktion kommt die Kultur in der Rolandstadt zu kurz. Deshalb haben die Genossen eine Beschlussvorlage in die Stadtverordnetenversammlung eingebracht, mit der sie die Verwaltung beauftragen, eine Kultur- und Tourismuskonzeption bis 2030 im dritten Quartal diesen Jahres vorzulegen. „Es gibt nicht nur die Lotte Lehmann Akademie und das Museum“, begründet SPD-Fraktionsvorsitzende Wolfgang Schulz die Vorlage. „Wir brauchen ein Handlungskonzept für die kulturelle Entwicklung.“

Die Genossen kritisieren, dass, wenn in der Stadt über das beschlossene Integrierte Stadtentwicklungskonzept debattiert werde, immer nur wirtschaftliche Themen besprochen und entwickelt würden.

Unterstützung für das Vorhaben gibt es von den Linken. Deren Fraktionsvorsitzender Thomas Domres findet die Grundidee gut. Allerdings würde er es begrüßen, wenn die Thematik intensiv in den Ausschüssen sowie im Fachbereich besprochen werde. „Könnten wir nicht zunächst Eckpunkte uns vorlegen lassen, die dann Grundlage aller weiteren Diskussionen sind?“, so die Frage an Wolfgang Schulz. „Ein Schnellschuss hilft uns hier nicht.“ Das sei auch nicht die Absicht seiner Fraktion entgegnet Schulz.

Bürgermeisterin Annett Jura betont, dass sie beide Seiten verstehe und macht schließlich ein Kompromissangebot: „Wir erarbeiten ein Eckpunktepapier zur Entwicklung von Kultur und Tourismus, um dann gemeinsam darauf aufbauend ein Konzept bis ins Jahr 2030 zu entwickeln.“

Nach einer kurzen Auszeit wird der Antrag umformuliert. Demnach wird nun die Verwaltung beauftragt, ein solches Eckpunktepapier zu erarbeiten, dass die Schwerpunkte und Entwicklungsziele für Kultur und Tourismus formuliert. Dieses soll im dritten Quartal der Stadtverordnetenversammlung vorgelegt werden. Diesem Antrag können alle Stadtverordneten folgen, er wird einstimmig angenommen.

Wolfgang Schulz ist zufrieden. „Wir müssen auch in diesen Bereichen ein Stück Zukunft entwickeln und Maßnahmen festlegen, die nicht innerhalb von zwei Jahren umgesetzt werden können. Doch um überhaupt über Perspektiven reden zu können, müsse es eine Bestandsaufnahme geben. Zu klären sei aus Schulz’ Sicht auch die Frage, warum Bildende Künstler nicht in Perleberg ausstellen. Ein großes Potenzial sieht der SPD--Fraktionsvorsitzende auch in der Bürgerbeteiligung. „Gemeinsam können hier Fragen besprochen werden, beispielsweise ,Was wollen wir?’ und ,Wohin gehen wir?’“, sagt er.

Das „Stiefkind Kultur“ müsse in seiner Bedeutung nach oben geholt werden. „Dazu brauchen wir die Eckpunkte, dann können wir diskutieren!“ Und für ihn und seine Fraktion sei die Verknüpfung mit dem Tourismus dabei ganz wichtig, so Schulz abschließend.

Kommentar von Renè Hill: Bedeutung

der Kultur erkannt

Kultur gehört leider nach wie vor zu den freiwilligen Aufgaben. Sie wird deshalb von den Kommunen entweder als erstes beschnitten oder völlig ignoriert. Dabei ist die Kultur ein wichtiger so genannter weicher Standortfaktor. Wer sich in einer Stadt niederlässt, der blickt auch auf die Kultur- und Freizeitangebote.

Die Perleberger SPD-Fraktion will nun, dass die Kulturszene der Stadt in ihrer Gesamtheit erfasst, entwickelt und vermarktet wird. Wenn das gelingt, dann kann die Stadt mit mehr Touristen aber auch mit mehr Zuzug rechnen, davon geht man aus. Es gilt die Fehler der Nachwenderegierenden auszumerzen, die in der Rolandstadt nicht nur den Rotstift, sondern auch die Abrissbirne an den Kulturhäuser ansetzten. Jetzt müssen dem Antrag Taten folgen, wobei sich die Perleberger Kulturschaffenden selbst unbedingt einbringen sollen.

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