Trinkwasserversorgung : Kubikmeterpreis sinkt

Der freie und kostengünstige Zugang zu Trinkwasser lässt sich aus Sicht der Kreistagsmehrheit am ehesten in den bestehenden Strukturen sichern.
Der freie und kostengünstige Zugang zu Trinkwasser lässt sich aus Sicht der Kreistagsmehrheit am ehesten in den bestehenden Strukturen sichern.

Zweckverband WTAZV legt Gebührenkalkulation vor / Gemeinde Karstädt wird ab dem 1. Januar abwasserseitig Verbandsmitglied

svz.de von
05. November 2014, 12:00 Uhr

Problemlos nahm die Gemeinde Karstädt die letzte Hürde: Ab dem 1. Januar 2015 übernimmt der Westprignitzer Trink- und Abwasserzweckverband (WTAZV) die Abwasserentsorgung. Einstimmig votierte die Verbandsversammlung am Montagabend dafür.

Für die Einwohner ändert sich zunächst nichts. Sie müssen keine Gebührensteigerung befürchten. „Für eine Übergangszeit arbeiten wir mit zwei Finanzierungsstrukturen. Ziel ist es aber, sie anzugleichen, ohne dass dies zu Benachteiligungen unserer Mitglieder und der Karstädter führt“, sagte Verbandsvorsteherin Silvia Klann.

Der Verband sieht Vorteile durch das neue Mitglied. Langfristig sei eine Stabilisierung der Gebühr angestrebt, es ergäben sich Synergieeffekte. Wichtig sei, dass „Karstädt einen sehr gesund aufgestellten Eigenbetrieb hat“, so Klann. Den anstehenden Sanierungsbedarf der Kläranlage habe Karstädt nicht verschwiegen, er wird auf rund 1,4 Millionen Euro beziffert. Das Personal des Eigenbetriebs werde übernommen.

Freuen dürfen sich Trinkwasserkunden des WTAZV: Im nächsten Jahr wird der Trinkwasserpreis leicht auf 1,46 Euro je Kubikmeter fallen. Die bisher geltenden Staffelpreise von derzeit 1,69 bzw. 1,40 Euro werden zu einem einheitlichen zusammengeführt. Die Grundpreise bleiben konstant, führte Silvia Klann aus.

Größten Anteil am Preis haben die Personalkosten. Sie machen 34 Prozent aus. „Wir haben noch 22 Wasserwerke, unser Rohrnetz umfasst 600 Kilometer. All das erfordert einen hohen personellen Aufwand“, erklärte Klann. Langfristig soll die Zahl der Wasserwerke auf 15 reduziert werden.

Konsequent verfolgen will der Verband Abtrünnige, die ihr Trinkwasser aus eigenen Anlagen beziehen. Gerade im ländlichen Raum komme das noch immer vor. Die Haushalte fallen durch ihren extrem geringen Verbrauch auf. Werden sie entdeckt, droht der Zwangsanschluss ans öffentliche Netz.

Wichtigste Neuerung im nächsten Jahr wird die Schließung des Wasserwerks in Zapel bei Karstädt sein. Auch das Bälower Werk wird anders als geplant nicht mehr saniert und genau wie Quitzöbel perspektivisch geschlossen.

Beim Schmutzwasser kann der Verband seine Preise für 2015/16 nicht senken. Allerdings bleibt die Gebühr zumindest bei der zentralen Entsorgung konstant: 3,09 Euro je Kubikmeter. Die Gebühr für die Entsorgung der Kleinkläranlagen sinkt leicht von 22,57 auf 21,89 Euro je Kubikmeter und bei biologischen Anlagen steigt sie um rund einen Euro auf 39,43 Euro. „Die dezentrale Entsorgung ist personalintensiv, die Transportkosten lassen sich nicht senken“, fasste Silvia Klann zusammen.

Die Investitionen im Abwasserbereich werden erst im Januar beschlossen, wenn die Gemeinde Karstädt Mitglied sein wird.


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