Plattenburg : Kronjuwel im Dornröschenschlaf

„Burgherr“ René Günther, Martin Nagel vom Bauamt Plattenburg und der Bundestagsabgeordnete Sebastian Steineke (v.l.) sprechen über die Zukunft der Plattenburg.
„Burgherr“ René Günther, Martin Nagel vom Bauamt Plattenburg und der Bundestagsabgeordnete Sebastian Steineke (v.l.) sprechen über die Zukunft der Plattenburg.

Für die Plattenburg gibt es noch kein konkretes Konzept.

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15. November 2018, 12:00 Uhr

Sebastian Steineke, Bundestagsabgeordneter der CDU, steht im Rittersaal der Plattenburg und knöpft sich langsam die Jacke zu. Es ist kühl in dem alten Gemäuer. „Um in den Wintermonaten die Burg auf etwa fünf Grad zu bringen, brauchen wir etwa 300 Liter Heizöl. Und zwar täglich. Wenn wir dann auch noch Übernachtungsgäste haben, brauchen wir etwa 500 Liter“, sagt Burgbetreiber René Günther.

Steineke ist einer Einladung von Bürgermeisterin Anja Kramer gefolgt. „Wie kann ich helfen? Gibt es konkrete Projekte?“, fragt er. „Es gibt im Grunde keinen Plan. Das ist wohl auch unser Problem“, sagt Heike Zellmer von der Plattenburger Gemeindeverwaltung. Deshalb habe die Gemeinde einen Antrag bei der Leader-Arbeitsgruppe des Landkreises gestellt, um eine Studie und ein Gutachten in Auftrag geben zu können. Aufgrund dieses Gutachtens soll der Zustand der historischen Burganlage ermittelt und im Anschluss ein Handlungs- und Sanierungskonzept entwickelt werden. „Dabei ist aber nicht nur die Sanierung wichtig, sondern auch eine zukünftige Nutzung. Sanierung und Restaurierung muss immer mit Nutzung einher gehen“, sagt Steineke. Im Moment gebe es ein Sonderprogramm für den Denkmalschutz beim Bund, von dem auch die Prignitz bereits drei Förderungen bekommen habe, so der Politiker. René Günther erläutert die Probleme und Reibungspunkte, die Sanierung, Nutzung und Denkmalschutz immer wieder mit sich bringen. „In den Sommermonaten läuft das hier gut. Wir haben etwa 30 Trauungen im Rittersaal pro Jahr, etwa 20 Paare feiern dann auch mit ihren Gästen hier. Aber die Übernachtungsmöglichkeiten auf der Burg haben immer noch den Charme einer DDR-Jugendherberge“, erläutert René Günther. 1178 begann man die Burg zu bauen und erweiterte sie dann Stück für Stück. Als letztes wurde dann der Turm auf die Burganlage gebracht. „Neben der Burg Lenzen ist dies hier die einzige Burg, die wir in der Prignitz und wohl auch in Brandenburg noch haben. Auf jeden Fall ist es die einzige Wasserburg in Nord- und Ostdeutschland“, sagt Günther. Der Gemeinde Plattenburg, die Eigentümerin der namensgebenden Burganlage ist, wäre es am liebsten, wenn die historische Wasserburg in die Liste der nationalen Kulturdenkmäler aufgenommen werde. „Dann würden sich uns ganz andere Fördermöglichkeiten eröffnen“, sagt Heike Zellmer. Ein langer Weg, aber nicht unmöglich, sagt Steineke. Die Liste der Anwärter, die dort in der Warteschlange stehen, sei lang, aber man müsse es einfach versuchen. „Ich halte den Weg der Konzepterstellung zunächst für sinnvoll. Wenn es dann an konkrete Maßnahmen geht, bin ich gerne bereit zu helfen, die Burganlage auch einigen Kollegen aus dem Bundestag und den Bundesbehörden vorzustellen.“

„Wir haben schon viel in die Burg investiert. Erst die Gemeinde Kletzke, auch der Förderverein zur Erhaltung der Plattenburg. Zuletzt flossen mehr als 13 Millionen in die Burganlage. Das waren aber noch D-Mark. Ist also schon einige Jahre her. Die Sanierung der Decke im Ahnensaal für etwa 40 000 Euro finanzierte die Gemeinde über das Kreisausgleichsbudget“, so Bürgermeisterin Anja Kramer. Für sie sei klar, „dass wir die Burg nicht verkaufen, uns jetzt einen Plan erarbeiten, wo wir mit der Plattenburg zukünftig hin wollen und dann Wege finden, diese auch umzusetzen“.

Burgbetreiber René Günther wünscht sich zum Beispiel eine energetische Sanierung und Umstellung in der Burg. „Bereits zu DDR-Zeiten wurde die Plattenburg über die Nutzung von Erdwärme beheizt. Die Pumpe dafür steht noch im Keller.“



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