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Der Prignitzer

22. Oktober 2017 | 03:09 Uhr

Kröte und Co. ziehen von der A 14 weg

vom

svz.de von
erstellt am 16.Dez.2011 | 10:08 Uhr

Wittenberge | Rotbauchunke und Co. sollen nicht voller Panik ihre Koffer packen müssen, wenn die schwere Bautechnik anrollt, um die Autobahn zwischen der Elbüberquerung und der Kreuzung B 189/B 195, also bis McDonald’s, zu bauen.

Ganz im Sinne des Naturschutzes wird für sie schon jetzt gut vorgesorgt, obwohl das Baurecht für die Autopiste noch nicht besteht. Zwischen den Marktzen tren Kaufland und WEZ entstehen entlang des Kahlhorstweges beidseitig - wenn auch in unterschiedlicher Ausdehnung - Flächen, die sich als Lebensräume für Amphibien und andere Kleinlebewesen als Ersatz für Lebensraum eignen, der mit dem Bau der Autobahn verloren geht.

Wie Peggy Heyneck, zuständig für den Umweltbereich im städtischen Bauamt dazu sagt, "werden mehrere Hektar Fläche für die Ausgleichsmaßnahme in Anspruch genommen". Herr des Geschehens ist aber nicht die Stadt. "Wir als Kommune begleiten den Prozess", sagte Heyneck, als sie die Pläne den Abgeordneten im Umweltausschuss vorstellte. Die Ausgleichsfläche umfasst auch die beiden Noch-Kleingartenanlagen "Wiesengrund" und "Kahlhorstweg".

Die Hobbygärtner, die dort ihre Parzellen haben, sind informiert, sagt Geschäftsführer Wilhelm Zachow. Gärten würden dort nicht mehr neu vergeben, selbst wenn sich Interessenten finden. Das ist aber eher die Ausnahme, denn die Zahl der Kleingärtner geht stetig zurück. Im "Kahlhorstweg" befinden sich 60 Parzellen, 42 werden noch bewirtschaftet. Im "Wiesengrund" sind von einstmals 54 Gärten noch ganze neun vergeben.

"Die beiden Anlagen werden erst in einem zweiten Abschnitt für Ausgleichsmaßnahmen genutzt", weiß die Umweltfachfrau. Anders die angrenzenden Bereiche. Im zeitigen Frühjahr soll es dort los gehen. Auf den beiden Flächen entstehen insgesamt zehn kleine Teiche, in die die Tiere sich zum Laichen zurückziehen können. Lehmiger Boden und Qualmwasser kommen dem Projekt entgegen. Die Fläche wird mit Gehölzen und einigen Bäumen aufgefüllt.

Damit der Boden, der beim Teichbau anfällt, nicht über lange Strecken transportiert werden muss, soll er als Wall vor den Häusern geschüttet werden, die hinter dem Markt stehen. Laut Projekt der Autobahnplaner wird dieser Wall an die 1,50 Meter hoch und mit Büschen bepflanzt.

Keine Auskunft war gestern dazu zu bekommen, ob die Aufschüttung den Verkehrslärm von der Autobahn mindern kann. Die schnelle Piste kommt nach derzeitigen Planungen auf einer Dammhöhe von über zehn Metern über Grund von der Elbbrücke.

Wie die Stadt informiert ist, waren in den letzten Monaten im Auftrag des Bundes, der Bauherr für die A 14 ist, Unterhändler unterwegs und haben das Terrain für die Ausgleichsmaßnahmen von den Eigentümern erworben. Die besagten Flächen werden eingezäunt und von der Bundesforstverwaltung gepflegt.

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