Kitas der Stadt Perleberg : Krippenkapazität ist am Limit

Spielend erlernen Asylbewerberkinder im „Effi“ die Sprache ihres derzeitigen Zuhauses.
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Spielend erlernen Asylbewerberkinder im „Effi“ die Sprache ihres derzeitigen Zuhauses.

Junge Mutti will ab Mai wieder arbeiten, Stadt kann aber erst ab September Krippenplatz zusichern / Leserin fühlt sich benachteiligt

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29. März 2016, 21:00 Uhr

Im Mai vergangenen Jahres wurde der Spatz von Viola Blüthmann aus Guhlow geboren. Bereits im Vorfeld bemühte sich die damals noch angehende Mutti um einen Krippenplatz. Denn wenn der kleine Ludwig seinen ersten Geburtstag feiert, wollte sie wieder als Arzthelferin arbeiten. Damit stand aber auch fest, sie braucht einen Krippenplatz in einer Einrichtung, die bereits um 6 Uhr öffnet. „Die Kita in Baek macht erst um 7 Uhr auf“, berichtet sie. So stellte sie im Februar 2015 eine Voranmeldung bei der Stadt Perleberg und erhielt eine Zusage – aber eben erst für September 2016. „Ich habe Arbeit und kann womöglich nicht arbeiten, weil ich keinen Krippenplatz habe. Kinder von Flüchtlingen hingegen bekommen sofort einen.“

Wir fragten nach bei der zuständigen Sachbereichsleiterin Birgit Moschinski. Sie bestätigt, dass der kleine Ludwig als sogenannter Nachrücker definitiv im September in eine der städtischen Kitas aufgenommen werden kann. Das heißt, wenn die Abc-Schützen in die Schule kommen und die anderen Kita-Kinder in ältere Gruppen nachrücken, dann können auch wieder Steppkes in den Krippen aufgenommen werden. Derzeit sei die Aufnahmekapazität hier aber erschöpft. „Wir haben allein 67 belegte Krippenplätze in den städtischen Einrichtungen“, listet die Sachbereichsleiterin auf. In der Kita „Piccolino“ habe man schon eine Erweiterung der Kapazität von 100 auf 120 Kinder, einschließlich Krippenkindern, vorgenommen. „Mehr geht nicht, lassen die Räumlichkeiten nicht zu. Ich verstehe die junge Mutti und will gerne auch helfen, doch derzeit sehe ich keine Möglichkeit“, sagt Birgit Moschinski.

Eine Chance als Überbrückung bis September sei, sich auch in Kitas anderer Träger umzuhören bzw. sich anzumelden. Das habe man auch unserer Leserin mitgeteilt.

Das Argument, Flüchtlingskinder erhalten sofort einen Krippenplatz, stimme jedoch einfach nicht. Grundsätzlich besuchen jene frühestens ab dem Kindergartenalter eine Kita. Und auch da geht es der Reihe nach entsprechend der Voranmeldung, betont Birgit Moschinski.

Ein neues Angebot für Vorschüler und insbesondere auch Asylbewerberkinder, die zum Teil schon im Schulalter sind aber aufgrund der Sprache noch nicht eingeschult werden können, offeriere die Stadt im „Effi“. Täglich von 9 bis 12 Uhr, sprich bevor die Hortkinder kommen, werden die Mädchen und Jungen hier betreut. Um eine Integration zu erleichtern, gehe es unter anderem auf dem Spielplatz der Kita „Knirpsenland“. „Kinder lernen von Kindern am schnellsten, sie kennen keine Berührungsängste und wissen sich auf ihre kindliche Art und Weise zu verständigen“, weiß die Sachbereichsleiterin. Doch Sprache will dennoch auch erlernt werden. Und dabei leisten die beiden Mitarbeiterinnen des „Effi“, Kerstin Oesemann und Silvia Pogodczik, gemeinsam mit ihrem Team eine ganz tolle Arbeit, unterstreicht Birgit Moschinski.  

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