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Ausstellung „figura“ : Kreuzweg zum Leben erweckt

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Julia Krahn eröffnete in der Wunderblutkirche ihre Ausstellung.

von
erstellt am 31.Jul.2017 | 12:00 Uhr

In buntes Licht ist der Schwibbogen in der Wunderblutkirche St. Nikolai am Sonnabend getaucht. Hier hat die Künstlerin Julia Krahn ihre Schau „figura“ eingerichtet und dafür die Fenster mit farbiger Folie beklebt. Die ersten Besucher schreiten durch den Gang, der einst zum Herrenhaus der Familie von Saldern führte.

15 Nischen hat die Künstlerin, die seit 2001 in Mailand lebt, aber in Aachen geboren wurde, gestaltet. Das Hostienwunder und die Pilgergeschichte der Kurstadt und speziell der Wunderblutkirche haben es ihr angetan. Sie kombiniert große Figuren mit manchmal zerbrechlich wirkenden Porzellanformen. Klar ist, der Betrachter wird gefordert, soll sich den Sinn hinter jeder Figur, die manchmal eine Art Metamorphose durchmacht, selbst erschließen. „Ich zeige meine Interpretation des Kreuzweges. Der ist ja eigentlich etwas Dramatisches, gleichzeitig aber auch schon Anfang der Lösung“, erzählt die 38-jährige gebürtige Aachenerin, die seit 2001 in Mailand lebt.

Eine Performance mit Kirchenbänken und selbst gemachten Hostien will Julia Krahn im September geben.  Foto: Reik Anton
Eine Performance mit Kirchenbänken und selbst gemachten Hostien will Julia Krahn im September geben. Foto: Reik Anton

Außerdem widmet sie sich den Fragen, wohin die Reise von Körper und Seele heute geht und welche Pilgerzeichen und Wegweiser heute wichtig sind. „Man muss sich als Betrachter auf die Miniaturen einstellen. Es ist anspruchsvoll, die Aussagen dahinter zu entschlüsseln. Der religiöse Teil ist gut dargestellt“, sagt Fred Sobik aus Königsburg.

Die Exposition ist Teil des Artist-in-Residence-Projektes „Expeditionen. Künstlerische Erkundungen im Reformationsland Brandenburg“, das in Prenzlau, Brandenburg an der Havel und in Bad Wilsnack stattfindet. Über die Stiftung St. Matthäus in Berlin kam Julia Krahn zu diesem Projekt. „Zum ersten Mal war ich in diesem Februar in Bad Wilsnack und habe mich mit den Menschen unterhalten, Ideen gesammelt.“ Daraus wurden nun Kunstwerke, in denen sie auch auf bestehende Utensilien zurückgreift und diese mit Eigenkreationen aus Ton, Porzellan und Holz erweitert. Die Schau ist bis zum 31. Oktober für Besucher geöffnet, Montag bis Sonnabend von 10 bis 18 Uhr, sonntags von 11 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist frei.  

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