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Wettbewerb in Blüthen : Kreistierschau auf hohem Niveau

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Anzahl der Aussteller und präsentierten Tiere in Blüthen fiel aber zum Vorjahr geringer aus / Milchbauern in schwieriger Situation

Die Prignitz-Tierschau am Sonntag in Blüthen war wieder ein Wettbewerb auf hohem Niveau – wenngleich die Anzahl der Aussteller und der präsentierten Tiere im Vergleich zum Vorjahr etwas geringer ausfiel. Dass die Tierschau überhaupt stattfand, ist nicht selbstverständlich.

„Die Mela 2016 in Mühlengeez im September findet ohne Milchrinder statt, ebenso wurden Tierschauen in anderen Bundesländern abgesagt. Der Blickpunkt Rind in Paaren-Glien im Oktober ist gestrichen, stattdessen veranstalten wir eine Nachzuchtpräsentation an unserem Standort in Groß Kreutz“, erklärte Cornelia Buchholz, Geschäftsführerin der RBB Rinderproduktion Berlin Brandenburg GmbH. „Die Nerven der Erzeuger liegen angesichts der angespannten Situation auf dem Milchmarkt seit Monaten blank. Landwirte haben gegenwärtig andere Sorgen, als Rinder für Tierschauen aufwendig vorzubereiten”, betonte Buchholz.

Dem Wettbewerb in Blüthen bescheinigte die RBB-Geschäftsführerin ein „absolut hohes Niveau“ mit klasse Tieren und lobte zugleich den Jungzüchterwettbewerb Rind. „Die Landwirtschaft ist für die Prignitz mit 600 Betrieben ein wichtiger Erwerbszweig. Jeder zehnte Prignitzer ist in der Landwirtschaft tätig. Sie zeigen mit der Tierschau ein Stück lebenswerte Prignitz, in der produziert und zugleich Kulturlandschaftspflege betrieben wird“, betonte Landrat Torsten Uhe. Von der Politik erwarte er zeitnah Leitlinien der Agrarpolitik, damit die Landwirtschaft ihre unterschiedlichen Aufgaben für die Gesellschaft auch in Zukunft erbringen kann.

„Wir hätten die Tierschau auch ohne Milchrinder durchführen können, doch das war für uns kein Thema. Etwas anderes wäre es gewesen, wenn die Akteure gesagt hätten, den Aufwand können wir zeitlich und finanziell nicht leisten. Doch haben sich zwölf Betriebe mit 45 Milchrindern angemeldet“, erklärte Uwe Kessler, Vorsitzender des Prignitzer Tierschauvereins. Unbestritten sei die Situation für die Milchbauern schwierig, ja bedrohlich, denn jeder Tag bringe Verluste. Auf diese Situation machten Plakate „Eine Zukunft ohne Kühe?“, „Wertvolle Milch“ oder „Wir zahlen auf jeden Liter drauf“ aufmerksam. „Wir erreichen mit einer aussagekräftigen Tierschau mehr, wenn wir dem Besucher gesunde und leistungsstarke Tiere zeigen, das Thema Massentierhaltung entkräften und deutlich machen, dass Milch und Fleisch einen fairen Preis verdienen“, machte Kessler deutlich, der selbst einer Agrargenossenschaft in Pirow vorsteht.

Gespräche um die Tierhaltung, Milch- und Fleischrind, Schwein oder Schaf wurden am Rande des Wettbewerbsgeschehens geführt. „Schafwolle hat keinen Wert mehr, Aufkäufer bieten 20 bis 30 Cent pro Kilogramm. Das macht pro Schaf maximal ein Euro, das Schafscheren pro Tier kostet bereits einen Euro. Da zahlt man noch zu. Erst bei einer Herde ab 600 Tiere bleiben aufgrund der Masse ein paar Euro übrig“, machte Andreas Lange aus Rohlsdorf deutlich, als Schafscherer Wilfried Sperlich seinen Zackelschafen „aus dem Pelz half“.

Stolz bei der Möller GbR aus Baarz/Lenzerwische auf gleich sechs Auszeichnungen: Beste Jungkuh (1. Laktation), Siegerkuh 2. und 3. Laktation, Beste Euterkuh, Miss Prignitz-Titelgewinn und 1a-Preis bei den Jungzüchtern AK 16 bis 25 Jahre. Strahlende Gesichter auch bei Lucy Tesdorff, Lucia Krinast und Leonie Dahse über errungene Plätze 1, 3 und 4 in der AK I bei der Kreismeisterschaft Jungzüchter Pferd.

Resümee von Uwe Kessler: „Wir sind mit der Qualität der Tierschau und der Besucherresonanz zufrieden. Das Programm war rund und fand Anklang – vom Richten der Rinder, Rassebesprechung Pferd und Fleischrind, „Miss Prignitz“-Wahl, dem Jungzüchterwettbewerb Rind, der Kreismeisterschaft Jungzüchter Pferd bis hin zum Schauprogramm Pferd und Hund.

Präsent auf der Tierschau waren auch die „Länderinnen“ mit einem Familienquiz. Über den Siegerpreis, einen regionalen Frühstückskorb, kann sich Lydia Krinas aus Pirow freuen.

 


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