Kreistag setzt Busverkehr ein Limit

Abgeordnete legten Eckdaten und finanzielle Obergrenze fest / Der künftige Fahrplan orientiert sich daran

von
01. Juni 2016, 08:01 Uhr

Außerplanmäßig rutschte das Thema Busverkehr auf die Tagesordnung des Wirtschaftsausschusses am Dienstagabend. Gerüchte, kritische Stimmen und die Berichterstattung in den Medien veranlassten den Landkreis, Christian Klöden als Vertreter der Gruppe Prignitz-Bus einzuladen.

Sehr viel Neues zum Busverkehr ab 1. August gab es nicht zu hören, allerdings sehr klare Aussagen, warum der Fahrplan so kommen wird, wie er derzeit der Genehmigungsbehörde vorliegt. Sechs Millionen Euro pro Jahr will der Kreis für den ÖPNV ausgeben. Diese Obergrenze haben die Fraktionen vor dem Hintergrund der Sparmaßnahmen beschlossen. „Und dafür dürfen wir nicht mehr erwarten“, sagte Edelgard Schimko, zuständige Geschäftsbereichsleiterin in der Kreisverwaltung. Das Angebot liege knapp unter dieser Grenze. „Und dafür bekommen wir aus unserer Sicht eine hohe Qualität“, so Schimko weiter.

Dass die anstehenden Veränderungen nicht jedem gefallen dürften, streitet sie nicht ab: „Es wird Gewinner und Verlierer geben.“ Von Nachteil sei der Fahrplan für Schüler in einigen Orten. Auch das Umsteigen von Grundschülern gehöre zu den Nachteilen. Und dass die Rückfahrzeiten am Nachmittag nicht überall mit dem Hortende konform gehen, zwinge Eltern bzw. Hortträger zu Veränderungen.

Gerade der Aspekt Hortkinder veranlasste den Abgeordneten Karl-Heinz Brüdigam (Linke) zu kritischen Nachfragen, die auch Eltern an ihn herangetragen hätten. Edelgard Schimko stellte klar: „Hort ist nicht Aufgabe und nicht Bestandteil der Schülerbeförderung.“

Das sollten die Abgeordneten doch wissen, spielte sie den Ball an Brüdigam zurück. Ebenfalls sollte den Abgeordneten bewusst sein, was sie selbst vor zwei Jahren im Nahverkehrswegeplan beschlossen haben. Exakt dieser bildete die Grundlage für die Ausschreibung des Busverkehrs und definiere die Leistungen. Mit anderen Worten: Wenn Abgeordnete den neuen Fahrplan kritisieren, blenden sie aus, was sie selbst beschlossen hätten.

Christian Klöden stellte klar: „Wir werden uns sehr gut in der Prignitz verkaufen.“ Ländliche Gebiete mit ihren spezifischen Problemen seien dem deutschlandweit tätigen Verkehrskonsortium nicht unbekannt. Zugleich betonte er, dass der Fahrplan sich innerhalb der gültigen Gesetze und den in der Ausschreibung definierten Vorgaben des Landkreises bewege. Das betreffe insbesondere die Fahrzeiten zur Schule und die Wartezeiten für Schüler.

Für die Schülerbeförderung sei ein komplett neuer Plan erstellt worden. Mitte Juni soll dieser veröffentlicht werden. Gespräche mit Schulen, Bürgermeistern und Eltern seien geführt, Hinweise zum Teil eingearbeitet worden. Wenn in einem Dorf Schüler wohnen, werde dieses auch angefahren. Das Umsteigen werden in den ersten Tagen Mitarbeiter betreuen, „bis es sich eingelaufen hat“, blickt Klöden voraus.    

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen