Umstruktierungen am Klinikum Perleberg : Kreiskrankenhaus modernisiert die Chirurgie

Zwei neue Mediziner kommen ans Kreiskrankenhaus: Dr. Thomas Telschow (im Bild links) betreibt eine Chirurgiepraxis in Perleberg und bringt künftig seine Expertise in der Handchirurgie im Krankenhaus ein. Dr. Nils Kleemann ist seit dem 1. Januar Chef der Klinik für Allgemeinchirurgie.
Zwei neue Mediziner kommen ans Kreiskrankenhaus: Dr. Thomas Telschow (im Bild links) betreibt eine Chirurgiepraxis in Perleberg und bringt künftig seine Expertise in der Handchirurgie im Krankenhaus ein. Dr. Nils Kleemann ist seit dem 1. Januar Chef der Klinik für Allgemeinchirurgie.

Aufteilung in zwei eigenständige Kliniken soll Profil schärfen

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13. Februar 2014, 22:00 Uhr

Medizinische Entwicklungen aufgreifen, dabei ein größeres Portfolio an Behandlungsmöglichkeiten schaffen und das Profil des Hauses schärfen – mit diesem Ziel strukturiert das Kreiskrankenhaus Prignitz seine Chirurgie völlig neu. „Die Abteilung wird in zwei eigenständige Kliniken gegliedert“, sagte Geschäftsführer Karsten Krüger auf einer Pressekonferenz am Mittwoch. „Die Chirurgie ist eine der größten Abteilungen unseres Hauses. Von insgesamt 19 000 jährlichen Behandlungsfällen insgesamt kommen 6000 auf die Chirurgie, davon rund 2500 stationär. Die beiden bisherigen Profile der Klinik – Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie sowie Unfall-, Wiederherstellungs- und Handchirurgie einschließlich der Orthopädie – bleiben erhalten, sind künftig aber im Zuge der Spezialisierung fachlich und administrativ aufgegliedert.“

Dieser Schritt sei notwendig, um sich den veränderten Anforderungen anzupassen. „Die Gesellschaft altert, aus diesem Grund nehmen Alterserkrankungen stetig zu“, sagt Dr. Dietmar Förster, bisher Chefarzt der gesamten Abteilung und künftig für die Leitung der Unfallchirurgie zuständig. Das betreffe nicht nur Bruchverletzungen durch Stürze, sondern auch innere Krankheiten, bei denen chirurgische Eingriffe häufig nötig werden. Ein weiteres Feld, das künftig in Perleberg ausgebaut wird, ist die Handchirurgie. Dr. Thomas Telschow, der im Oktober die Chirurgiepraxis von Heidemarie Wilke in Perleberg übernahm und Experte auf diesem Gebiet ist, arbeitet in Teilanstellung im Kreiskrankenhaus und operiert hier zu festen Terminen Patienten mit Handverletzungen. Darüber hinaus bietet er eine entsprechende Notfallbereitschaft, auf die das Kreiskrankenhaus zurückgreifen kann.

„In der Handchirurgie hat sich in den letzten Jahren unglaublich viel getan, vor allem was die Prothetik betrifft“, sagt Telschow, der aus Thüringen stammt, in Magdeburg Medizin studierte und einen Teil seiner Facharztausbildung im Kreiskrankenhaus Prignitz absolvierte. „Heute können wir Handgelenke und sogar kleine Fingergelenke ersetzen und damit lange Zeit unumgängliche Einschränkungen bei den Patienten vermeiden – ein großes Plus an Lebensqualität.“ Ausschlaggebend für sein Doppelengagement in Krankenhaus und Niederlassung sei der Wunsch gewesen, das gelernte operative Handwerk weiter auszuüben. „Diese Möglichkeiten bietet mir das Krankenhaus.“

Chefchirurg Förster und Geschäftsführer Krüger sehen dieses Modell ebenfalls als Win-Win-Situation. „In anderen Ländern ist die strikte Trennung von Niederlassung und Klinik nahezu unbekannt“, sagt Förster und betont die Vorteile, die beide daraus ziehen. So könne der Arzt die Infrastruktur des Krankenhauses nutzen, während das Krankenhaus kompetentes Personal gewinnt.

Die Klinik für allgemeine Chirurgie leitet seit dem 1. Januar Dr. Nils Kleemann. Geboren und aufgewachsen in Frankfurt am Main, studierte er dort Medizin, promovierte 1993 und absolvierte eine Facharztausbildung im Bereich Allgemein-, Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie. Bis zu seinem Wechsel nach Perleberg hatte er mehrere Anstellungen als Chefarzt in verschiedenen Krankenhäusern inne. „Mit dem Posten im Kreiskrankenhaus soll das Kistenpacken ein Ende haben. Ich sehe die Entwicklung der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie hier als Lebensaufgabe. Noch im Februar werde ich auch in die Prignitz ziehen.“

Von den Kollegen sei er gut aufgenommen worden und könne die ersten sechs Wochen positiv bilanzieren. „Das Teamplay funktioniert, und das ist mir besonders wichtig. Es besteht ein intensiver Austausch der Kollegen untereinander, was der fachlichen Arbeit und – nicht zu vergessen – dem ärztlichen Nachwuchs zugute kommt. Zwar sind Spezialisten weiterhin gefragt, aber der Blick über den Tellerrand hinaus ist bei der thematischen Breite der Chirurgie unabdingbar. So werden Assistenzärzte künftig in beiden Kliniken fachübergreifend ausgebildet.“

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