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Breeses Bürgermeister widersprochen : Kreisbrandmeister ist gegen eine Wehrfusion

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Aus der Redaktion des Prignitzers

Holger Rohde hält von einer Zusammenlegung der Ortswehren in der Gemeinde Breese nichts.

von
erstellt am 20.Feb.2017 | 21:00 Uhr

Eine Zusammenlegung der Breeser Ortswehren hält Holger Rohde, Kreisbrandmeister und Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbandes, für falsch. Er widersprach damit am Freitagabend bei der Jahreshauptversammlung der Blauröcke in Groß Breese den Argumenten des Breeser Bürgermeisters Werner Steiner.

Der hatte auf eine Frage aus Reihen der Kameraden geantwortet, dass er aus finanzieller Sicht eine Zusammenlegung für vernünftig halte (wir berichteten). Demnach hätte die Gemeinde nur zwei statt bisher drei Wehren. Stützpunktwehr wäre die in Breese. Werner Steiner erhofft sich davon, Gelder bedarfsgerechter verteilen zu können. „Wir könnten dann, zusammen mit Fördermitteln, ein moderneres Einsatzfahrzeug anschaffen als wir es jetzt können“, nannte er ein Beispiel. Die Frage nach der Sinnhaftigkeit von drei Ortswehren verteilt auf wenige Kilometer stelle sich durchaus.

Dem stimmte Holger Rohde nur bedingt zu. „Wir sind uns einig, dass nicht jede Wehr ein Löschfahrzeug benötigt. In Kuhblank würde wohl auch ein Mannschaftstransportwagen ausreichen. Man muss sich die vorhandene Technik im Amt und den Nachbarkommunen wie Wittenberge und Perleberg ansehen und dann entscheiden, wo welche Geräte sinnvoll sind, was jede Wehr im Verbund leisten kann. Aber die Kameraden sind grundsätzlich mit ihren Wehren eng verbunden. Deswegen halte ich eine Zusammenlegung von Ortswehren für schwierig“, so Rohde gegenüber dem „Prignitzer“. Er sei überzeugt, dass, wenn es so weit käme, einige Kameraden ganz das Handtuch schmissen.

Die Diskussion an sich ist nicht neu. Sie wurde kürzlich auch in Cumlosen bei der Jahreshauptversammlung der dortigen Ortswehren laut (wir berichteten). Bürgermeister und Amtsausschussvorsitzender Harald Pohle erklärte damals: „Wenn sich alle drei Ortswehren zusammenschließen, dann wird ein normgerechtes Fahrzeug und Gerätehaus leichter möglich sein. Der Zusammenschluss muss aber freiwillig erfolgen“. Cumlosen und Motrich wollen diesen Weg beschreiten. Wentdorfs Haltung ist offen. In der Gemeinde Groß Pankow gab es vor einigen Jahren bereits eine Wehrfusion. „Dort lag die Sache aber anders. Es gab auf dem Papier mehr aktive Kameraden als es tatsächlich waren und man hat dieses Thema auf diese Art bereinigt“, erklärt Holger Rohde.

Zurück nach Breese: Träger des Brandschutzes und damit verantwortlich ist das Amt Bad Wilsnack/Weisen. Auch hier steht eine Zusammenlegung der Breeser Ortswehren nicht zur Debatte. „Wir haben im Amtsausschuss eine Gefahrenabwehrplanung beschlossen. In dieser sind alle 14 Ortswehren im Amtsbereich erfasst“, erklärte Ordnungsamtsleiter Gerald Neu gestern auf Nachfrage. Jede Wehr sei Bestandteil dieser Planung „und deswegen wichtig“, betonte Neu. Wenn Leute für die Unterhaltung einer Wehr fehlten, sei das etwas anderes. „Aber in der Gemeinde Breese können wir rein personell drei Wehren vorhalten.“ Neu bekräftigte, dass die Gemeinde Breese im Vergleich zu anderen viel Geld in ihre Ortswehren investieren würde. „Aber sie kann es von der finanziellen Lage her eben auch.“ 

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