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Der Prignitzer

21. November 2017 | 03:49 Uhr

Kreis will die Raupen bekämpfen

vom

svz.de von
erstellt am 09.Aug.2012 | 06:56 Uhr

Prignitz | Der Landkreis Prignitz nimmt sich ernsthaft des Problems Eichenprozessionsspinners an. Dr. Sabine Kramer, zweite Beigeordnete des Landrates, fasste Mittwochabend im Umweltausschuss den aktuellen Stand zusammen. "Im nächsten Jahr streben wir eine möglichst flächendeckende Bekämpfung an", sagt Kramer. Der Landkreis wolle diese koordinieren und hoffe, dass sich alle Beteiligten verbindlich bereit erklären, mitzumachen.

Derzeit sind Kommunen aufgefordert, befallene Eichen dem Landkreis bis zum 15. August zu melden. Privatpersonen sind ebenfalls angesprochen, befallene Bäume auf ihren Grundstücken den Ordnungsämtern anzuzeigen. "Im Katasteramt werden wir diese Flächen erfassen, um einen Überblick zu bekommen", informiert Dr. Kramer über den nächsten Schritt.

Anfang September folgt eine Beratung, zu der auch der Landesforst- und der Landesstraßenbetrieb eingeladen sind. Es gehe darum, ein gemeinsames Vorgehen anhand der erfassten Befallfläche abzustimmen. Der Kreis möchte möglichst einen Vertrag mit einer Firma schließen, die von der Luft aus bekämpfen soll. "Wir sind bereit, finanziell in Vorleistung zu gehen, planen diese Mittel in den Haushalts 2013 ein", so die Beigeordnete. Wie im Anschluss die finanzielle Beteiligung aller Beteiligten zu regeln sein wird, sei noch offen.

An dem Treffen im September nehme auch die Biosphärenreservatsverwaltung bzw. das Landesumweltamt teil. Erörtert werden soll die Möglichkeit einer Bekämpfung in Schutzgebieten, beispielsweise im Elbvorland. Sabine Kramer betont, dass die untere Naturschutzbehörde des Kreises keine Einwände gegen den flächendeckenden Einsatz eines chemischen Mittels habe. In keinem Fall hätte die Behörde in den vergangenen Jahren eine ablehnende Stellungnahmen abgegeben, wenn es um Maßnahmen zum Schutz der Menschen vor den Auswirkungen des Eichenprozessionsspinners ging. Das massive Auftreten der Raupen und die gesundheitlichen Beschwerden vieler Betroffener sei in diesem Jahr so nicht zu erwarten gewesen. Erschwerend kam hinzu, dass der Landesforst in der Prignitz gar nicht bekämpft hatte, sich die Raupen somit ausbreiten konnten.

In den vergangenen Wochen haben Kommunen begonnen, Nester von Bäumen abzusaugen. Vor allem Wittenberge und Karstädt seien tätig geworden. "Allerdings ist das nur Schadensbegrenzung", sagt Kramer. Der Landesstraßenbetrieb wolle in den kommenden Wochen ebenfalls Nester absaugen.

Sabine Kramer begrüßt die Initiative von Landwirtschaftsminister Jörg Vogelsänger (SPD). Er will die Erlaubnis für den Einsatz des Insektizids Dipel ES erreichen. Bislang ist dessen Einsatz nur unter strengen Auflagen möglich. Eine Bekämpfung aus der Luft ist gänzlich untersagt. "Ich werde Bundesministerin Ilse Aigner bitten, bis zum kommenden Jahr für eine Zulassung dieses bewährten Mittels zu sorgen, damit wir 2013 den Schädling großflächig in Wäldern und Alleen aus der Luft bekämpfen können", gibt Vogelsänger die Richtung vor.

Unsere Zeitung hatte im Juni und Juli fast täglich über die Raupenplage, über betroffene Bürger und über abgesagte Ferienlager berichtet. Mehrfach hatten wir die Untätigkeit einiger Behörden kritisiert.

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