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Kreis setzt Schwerpunkt bei der Schulsozialarbeit

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Landkreis Prignitz förderte die Jugendarbeit im vergangenen Jahr mit rund 838 000 Euro

Die Schulsozialarbeit bildet den Schwerpunkt bei der kreislichen Jugendsozialarbeit. Diese Strategie ist das Ergebnis von Bedarfsermittlungen und Ideensammlungen in den Kommunen und mit den Freien Trägern, die mehr als ein Jahr dauerten. „Mit Blick auf die Schulen haben wir uns entschlossen, den Anteil der Schulsozialarbeit auf mindestens 50 Prozent anzuheben“, so David Kahl, Sachbereichsleiter Allgemeiner Sozialer Dienst beim Landkreis, auf Anfrage. Die verbleibenden 50 Prozent sind für die Sozialpädagogische Gruppenarbeit, die Einzelfallarbeit und die Netzwerkarbeit.“ Damit werden die Kinder und Jugendlichen in der Schule und im Alltag begleitet.

Der Landkreis Prignitz hat die Bedeutung der Jugendarbeit schon vor vielen Jahren erkannt. Die Personalkostenförderung des Landes Brandenburg war den Verantwortlichen der Kreisverwaltung nicht ausreichend, so dass ein eigener Jugendhilfeplan erarbeitet wurde. Während das zuständige Bildungsministerium in Potsdam im vergangenen Jahr lediglich rund 194 000 Euro an den Kreis für die Jugendarbeit überwies, stellte dieser etwa 837 600 Euro in den Haushalt ein. Die Jugendarbeit im Landkreis kann mit vier mal „J“ umschrieben werden: Jugendhilfeplan für die Jugendarbeit, die Jugendsozialarbeit, den erzieherischen Kinder- und Jugendschutz und die Jugendverbandsarbeit in den Sozialräumen des Landkreises Prignitz – kurz JJJJ.

Wie von David Kahl zu erfahren ist, wurde der Landkreis in die Sozialräume A (Pritzwalk, Amt Meyenburg, Amt Putlitz-Berge, Gemeinde Groß Pankow), B (Perleberg, Gemeinde Karstädt, Gemeinde Plattenburg, Gemeinde Gumtow) und C (Wittenberge, Amt Lenzen/Elbtalaue, Amt Bad Wilsnack/Weisen) eingeteilt, wo drei Träger in der Jugendarbeit tätig sind: die Berlin-Brandenburgische Landjugend, die Jugendhilfe Nordwestbrandenburg und das SOS-Kinderdorf. Fast ein Jahr haben die intensiven Vorbereitungen gedauert, bis der JJJJ-Jugendhilfeplan abschließend im Kreistag behandelt wurde.

Geplant wurden für jeden Sozialraum 6,4 Vollzeitstellen, die durch mindestens sieben Fachkräfte zu besetzen sind. David Kahl: „Für diese Stellen erfolgt seitens des Kreises eine Vollfinanzierung plus eine jährliche Steigerung von drei Prozent“. Erfreulich sei, dass es in einigen Kommunen noch Einzelverträge mit den Trägern gibt, um die Stundenzahl aufzustocken.

Für Projektarbeit kommen noch einmal 5000 Euro pro Sozialraum plus 10 000 Euro für weitere Träger, Kommunen und Jugendinitiativen im gesamten Landkreis auf Antrag hinzu. Damit können zusätzliche Projekte initiiert werden, wie zum Beispiel Fußballcamps, Turniere oder auch Integrationsprojekte. Ebenso beteiligt sich der Landkreis an der Finanzierung von Ehrenamtlern, Beratungskosten, Fortbildungen und Reisekosten.

Wichtig ist dem Jugendamt die kontinuierliche Qualitätssicherung. Dazu werden die Zielvereinbarungen jährlich aktualisiert. Auch reagieren die Träger und das Jugendamt auf aktuelle Bedarfe in den einzelnen Gebieten. So gab es auf Grund von Vorkommnissen in der Stadt Wittenberge kurzzeitig Streetwork als aufsuchende Sozialarbeit. Überhaupt funktioniert der Austausch sehr gut, und man kann schnell reagieren und eingreifen. Dem Landkreis ist bei den gesetzlichen Vorgaben als freiwillige und/oder Pflichtaufgabe der notwendige Spagat gelungen. Allein beim Thema Schulsozialarbeit im Land Brandenburg gibt es noch viel Diskussionsbedarf. „Der Alltag beweist uns täglich, dass Schulsozialarbeit notwendig ist, und daher endlich eine Pflichtaufgabe sein sollte“, meint David Kahl. Daher ist er auch froh, dass der JJJJ im Jugendhilfeausschuss und im Kreistag mehrheitlich beschlossen wurde. Schulsozialarbeit im Land Brandenburg ist nicht Aufgabe des örtlichen Trägers der öffentlichen Jugendhilfe, also dem Jugendamt.

Gegenwärtig wird die Richtlinie zur Förderung des JJJJ aktualisiert, spätestens Anfang 2018 soll dann mit der Fortschreibung begonnen werden. David Kahl schaut etwas unruhig in die Zukunft, steht doch eventuell eine Kreisgebietsreform an, von der niemand weiß, welche Einflüsse sie im Bereich der Jugendarbeit haben könnte. „Ich wünsche mir für den JJJJ auch über das Jahr 2018 hinaus die Fortsetzung der Arbeit in den drei Sozialräumen und somit die Gewährleistung der Kontinuität in der Jugendarbeit im Landkreis Prignitz“, fasst David Kahl den Blick in die Zukunft zusammen.

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erstellt am 10.Apr.2017 | 09:27 Uhr

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