Wertstoffsammlung Prignitz : Kreis setzt auf Gelben Sack

So ist’s recht: In den Gelben Sack dürfen in der Prignitz nur Leichtverpackungen und Konservendosen.  Fotos: Lars Reinhold
So ist’s recht: In den Gelben Sack dürfen in der Prignitz nur Leichtverpackungen und Konservendosen. Fotos: Lars Reinhold

Vorteile gegenüber der Gelben Tonne / nicht vor Einführung entsprechender Verordnungen

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07. April 2015, 20:00 Uhr

Der Gelbe Sack wird bis 2017 das Mittel der Wahl zur Sammlung von Verpackungsabfällen bleiben. Darüber informierte Andreas Much, Leiter des Sachbereichs Abfallwirtschaft der Kreisverwaltung, auf „Prignitzer“-Nachfrage. Nach dem Entsorgerwechsel zum 1. Januar hat es wiederholt Kritik bezüglich der Verfügbarkeit von Säcken, der streng rationierten Ausgabe und ihrer Qualität gegeben.

„Grundsätzlich ist es den Dualen Systemen freigestellt, ob sie Verpackungen mit Sack oder Tonne sammeln“, sagt Much. Gemeinsam mit der Firma Redual, die für die Wertstoffsammlung in der Prignitz zuständig ist, habe man sich aufgrund zahlreicher Vorteile auf den Sack geeinigt. „In der Tonne liegt erfahrungsgemäß die Fehlwurfquote viel höher, das heißt, unter den Verpackungen liegt nicht selten eine gewisse Menge Restmüll“, sagt Much. Der transparente Sack böte dem Entsorger die Möglichkeit, den Inhalt grob zu kontrollieren. „Liegt zu viel anderer Müll im Sack, wird er nicht abgeholt und bekommt einen roten Aufkleber.“

Schließlich müsse die Tonne ab und an gereinigt werden und biete nur ein begrenztes Volumen, das bei dem festgelegten Leerungsturnus von zumeist vier Wochen gerade in Zeiten wie Weihnachten, wo viel Verpackungsabfall anfällt, problematisch sein könne. „Der Sack hingegen ist flexibler. Ist der erste voll, nimmt man den nächsten. Das Volumen pro Abholung ist nicht begrenzt.“

Damit bestätigt Much, dass die Rationierung der Säcke, wie sie das von Redual mit der Sammlung beauftragte Unternehmen SDL Neustrelitz praktiziert, rechtlich nicht haltbar ist. „Der Entsorger hat den Auftrag, die Bürger mit ausreichend Säcken zu versorgen, da die Entsorgung von Verpackungen bei deren Kauf mit bezahlt wird.“ Kauft ein Kunde viele Verpackungen, habe er auch deren Entsorgung finanziert und müsse sie über den Sack loswerden können.

Allerdings sei auch die Position von SDL nachvollziehbar, dass man Zweckentfremdung von Gelben Säcken durch rationierte Ausgabe reduzieren wolle. „Es ist eine Macke im System, und wir können nur an die Vernunft der Bürger appellieren, die Gelben Säcke wirklich nur für die Entsorgung von Verpackungen zu verwenden“, sagt Much.

Tatsächlich gebe es bei der Frage, was wirklich in den Gelben Sack gehört, noch immer viele Unklarheiten. „Der Sack ist nur für Leichtverpackungen aus Kunststoff und Metall gedacht. Natürlich gibt es die bewussten Fehlwürfe, bei denen alle Haushaltsabfälle, die aus Kunststoff, Alu oder anderen Metallen sind, im Gelben Sack landen. Davon geht das System nicht kaputt.“

Dennoch plant der Kreis vorerst nicht, anstatt des klassischen Gelben Sacks einen Wertstoffsack einzuführen, in dem auch stoffgleiche Nichtverpackungen gesammelt werden. Hintergrund sei zum einen, dass in der Politik seit Jahren an einem entsprechenden Gesetz zur Wertstoffsammlung gearbeitet werde, man dem aber nicht vorgreifen wolle, so Much. „Als entscheidender Grund kommt dazu, dass bei einer Wertstoffsammlung die Entsorgung und Verwertung der nicht im Dualen System lizenzierten Nichtverpackungen dem Bürger in Rechnung gestellt werden müsste. Höhere Abfallgebühren wären dann unausweichlich.“

 
Mehr zum Dualen System und Kommentare finden Sie in unserer Print-Ausgabe vom 8. April 2015.

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