Flüchtlinge : Kreis prüft Wahrenberger Straße

 

 

Stellvertretender Landrat: Immobilie ist für Flüchtlingsunterbringung geeignet

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10. November 2015, 08:00 Uhr

Auf dem Gelände der ehemaligen Wohnstätte mit Werkstatträumen in der Wahrenberger Straße sind seit letzter Woche Handwerker im Einsatz. Die Lebenshilfe Prignitz hat die Immobilie, zu der mehrere Gebäude gehören, über Jahre genutzt. Dort lebten und arbeiteten zahlreiche Menschen mit Handicap. Das große Haus vorn an der Straße steht seit einiger Zeit leer. Ändert sich das jetzt? Einiges spricht dafür, dass der Landkreis dort bei Bedarf Asylsuchende unterbringen will.

Der 1. Beigeordnete des Landrats, Christian Müller, sagte gestern auf Nachfrage: „Ja, wir als Landkreis suchen Objekte, die für die Unterbringung geeignet sind. Und ja, das Objekt ist geeignet.“ Er wisse aber wirklich nicht, ob die Arbeiten, die dort derzeit stattfinden, mit einer möglichen Flüchtlingsunterbringung im Zusammenhang stehen. Derzeit befinde sich vieles in Bewegung.

Am Montag vergangener Woche hatte Müller sich auf eine Frage des „Prignitzers“ zu dem Gebäudekomplex noch zurückhaltender geäußert, darauf verwiesen, dass der Landkreis zahlreiche seiner Immobilien prüfe, die für Asylbewerber in Frage kommen könnten.

Der Komplex Wahrenberger Straße gehört dem Landkreis, ist aber über Erbbaupacht vergeben. Müller räumte ein: „Wir verhandeln derzeit mit dem Erbbaupachtnehmer.“

Die Stadt Wittenberge hat mittlerweile die Nachbarn in der Wahrenberger Straße angeschrieben und zu einer Informationsveranstaltung eingeladen. Die Post müsste heute bzw. morgen in den Briefkästen sein. „Das geschieht in Abstimmung mit dem Landkreis“, sagt Bürgermeister Dr. Oliver Hermann. Denn dieser sei Herr des Geschehens. „Wir wollen dem Kreis die Möglichkeit geben, die Anwohner zu informieren“, sagt das Stadtoberhaupt.


Bürgermeister weist Behauptung zurück


An den abenteuerlichen Gerüchten, die sich im Zusammenhang mit Asylbewerbern um den Penny-Markt in der Kyritzer Straße ranken, ist nach den Worten von Anja Schwerdtfeger von der Penny-Markt GmbH, Assistenz Regionsleitung Region Großbeeren, nichts dran.

Menschen haben hier in der Stadt das Gerücht verbreitet, Flüchtlinge hätten im Markt angeblich „umsonst eingekauft“. Deshalb habe das Handelsunternehmen einen Wachdienst engagiert. Das stimme nicht, sagte Schwerdtfeger gestern.

Diejenigen, die das Gerücht gestreut haben, wollen außerdem wissen, der Bürgermeister hätte die offenen Rechnungen beglichen. Der „Prignitzer“ fragte gestern beim Stadtoberhaupt nach. Hermann weist derartige Behauptungen als reine Erfindung zurück.

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