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Krebsvorsorge: Märker besser als Bundesdurchschnitt

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erstellt am 10.Apr.2012 | 08:44 Uhr

Potsdam | Bei der Krebsvorsorge nehmen es die Brandenburger genauer als andere Bundesbürger: Zu Brustkrebs-Screenings gehen derzeit knapp 60 Prozent der Frauen, fünf Prozent mehr als im Bundesdurchschnitt, wie Gesundheitsministerin Anita Tack (Linke) in einer Antwort auf eine parlamentarische Anfrage erklärte. Für eine bessere Brustkrebs-Vorsorge sind seit 2008 sechs "Mammobile" in Brandenburg unterwegs. Außerdem gibt es sieben stationäre Praxen, die das Screening durchführen. "Dadurch ist eine wohnortnahe Teilnahme für Frauen in allen Regionen möglich", so die Ministerin.

Wesentlich schlechter sieht es bei der Darmkrebs-Früherkennung aus: Dort liegt die Beteiligung bei nur 22 Prozent, dennoch deutlich über dem Bundesdurchschnitt von 16 Prozent. "68 Prozent der während der Untersuchung erkannten Darmkrebserkrankungen waren in einem frühen, noch heilbaren Stadium", betonte Tack.

Die Techniker-Krankenkasse hat die beliebtesten Ausreden durch eine Forsa-Studie erheben lassen: Auf Platz eins liegt "Ich gehe nur zum Arzt, wenn ich krank bin", gefolgt von "Die Untersuchung ist mir unangenehm". Auch wissen viele nicht, worauf sie überhaupt Anspruch hätten, oder haben sich noch gar keine Gedanken über Vorsorge gemacht. Anderen fehlt schlicht die Zeit für den Gang zum Arzt und das stundenlange Sitzen im Wartezimmer. "Aber auch die Angst, sich mit schlimmen Erkrankungen auseinanderzusetzen spielt eine Rolle", so TK-Sprecherin Heike Weinert. So geben jeder zehnte Mann und jede fünfte Frau zu, sich vor dem Ergebnis zu fürchten. Das bestätigt eine Umfrage im Auftrag der DAK: Demnach löst Krebs bei den Brandenburgern die größten Ängste aus. Knapp drei Viertel der Menschen fürchten, an bösartigen Tumoren zu erkranken. Die Krankheit könne jeden treffen und nehme oft einen schweren Verlauf, lauteten häufige Begründungen.

Bei den reinen Vorsorgeuntersuchungen fällt keine Praxisgebühr an, erst wenn Rezepte oder weitere Behandlungen notwendig sind. Bei vielen Krankenkassen können Versicherte mit der regelmäßigen Teilnahme an Vorsorgeuntersuchungen Punkte für ein Bonusprogramm sammeln. So können Versicherte Beiträge sparen oder bekommen Sportgeräte finanziert. Wer sich nicht um Prävention kümmert, zahlt später im Zweifelsfall drauf. Für einige gibt es eine Beratungspflicht.

Seit das Förderprogramm Soziale Stadt 1999 gestartet ist, wurden in Brandenburg 13 Modellvorhaben im Bereich Prävention und Gesundheitsförderung gefördert.

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