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Der Prignitzer

18. Dezember 2017 | 02:29 Uhr

Krankenhaus vergibt Stipendien

vom

svz.de von
erstellt am 16.Aug.2013 | 07:13 Uhr

Prignitz | Mit einem Stipendium will das Kreiskrankenhaus Perleberg frühzeitig angehende Ärzte an sich binden. Gestern stellte die Klinikleitung das neue Konzept vor.

Pro Studienjahr werden bis zu drei Stipendien für maximal vier Jahre gewährt. Deren Höhe schwankt zwischen 300 und 500 Euro monatlich, je nachdem für wie viele Jahre sich der junge Arzt nach seiner Zulassung zur Mitarbeit im Krankenhaus verpflichtet, nennt Geschäftsführer Karsten Krüger eine Grundbedingung. Mindestens ein Jahr wird vorausgesetzt, bis zu drei Jahre dürfen es werden. Wer früher geht als vereinbart, muss einen Teil des Stipendiats zurückzahlen.

Drei wesentliche Ziele verfolgt die Klinik: Sie möchte bereits an Gymnasien Schüler für ein Medizinstudium begeistern, jungen Ärzten eine Facharztausbildung anbieten und so frühzeitig die künftigen Fachkräfte ans Haus binden. "Wir wollen sie von den Schulen und Universitäten abholen", sagt Krüger.

Der Bedarf sei da. Schon heute sind 60 Prozent aller niedergelassenen Ärzte in der Prignitz 50 Jahre und älter, 18 Prozent von ihnen haben das 60. Lebensjahr vollendet, erklärt der stellvertretende Landrat Torsten Uhe die Situation. Der Landkreis als Gesellschafter des Krankenhauses hat die Idee des Pri-Med-Stipendiums unter dem Motto "Ich bleibe hier" mit initiiert. Primär gehe es nicht darum, nur das Krankenhaus pers pektivisch mir Ärzten auszustatten, sondern sie insgesamt in der Region zu halten, so Torsten Uhe.

Deshalb werde das Stipendium auch nicht mit der Gießkanne verteilt, sondern die Bewerber sorgfältig geprüft. Voraussetzung ist das bestandene Physikum innerhalb der Regelstudienzeit, ein mehrmonatiges Praktikum im Kreiskrankenhaus und generell gute bis sehr gute Studienleistungen. Damit will das Krankenhaus von vornherein klar machen, dass es wirklich sehr gute Fachkräfte sucht. Ausschlaggebend für ein Stipendium kann auch der Wohnort des Bewerbers sein. "Wir sind natürlich besonders daran interessiert, dass er aus der Prignitz kommt bzw. seine Familie hier oder unmittelbar im Nachbarkreis lebt", sagt Karsten Krüger.

Seine Haus stelle aber nicht nur Forderungen, sondern gewähre neben dem Geld weitere Vorteile. So sichert die Klinik eine individuelle Betreuung durch persönliche Mentoren sowie kostenlose ärztliche Fortbildungen zu. Wer über seine reguläre Arbeitszeit hinaus Erfahrungen sammeln möchte, kann nach Absprachen an Visiten, Operationen und Auswertungen von Röntgenbildern teilnehmen, erklärt der leitende Chefarzt Klaus Schulze. Das seien Bedingungen, wie sie in großen Häusern nur selten anzutreffen seien.

Bereits mit Beginn des kommenden Wintersemesters am 1. Oktober will das Krankenhaus die ersten Stipendien vergeben. Interessierte können sich bewerben, über die Details informiert ein Flyer und auch auf der Facebookseite des Hauses stehen Hinweise.

Parallel bietet das Kreiskrankenhaus jungen Kollegen weitere finanzielle Vorteile an. Dazu gehört beispielsweise eine einmalige finanzielle Unterstützung mit 1500, 3000 oder 4500 Euro brutto. Sie wird gewährt für anfallende Kosten wie einen Umzug oder eine Wohnungseinrichtung. Auch diese Zuwendung ist geknüpft an eine Verpflichtung, ein bis drei Jahre im Haus zu arbeiten. Dieser Wunsch sei mehrfach von Studenten der Universität Rostock an das Haus herangetragen worden. Seit 2010 ist Perleberg anerkanntes Akademisches Lehrkrankenhaus, absolvieren die Studenten hier ihren Praxisteil.

Bereits damals sah Perleberg darin eine Chance, junge Ärzte nach der Ausbildung hier zu halten. Eine Hoffnung, die sich erfüllt hat: drei Jungmediziner hätten sich bisher für die Prignitz entschieden. Noch einem Wunsch der Studenten komme man entgegen, so Krüger. Ab sofort besteht für sie die Möglichkeit, während der Semesterferien in der Klinik zu arbeiten.

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