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Streit um Laubentsorgung : Krach in der guten Stube

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Groß Breeser kritisieren bei Versammlung zum Thema Laubentsorgung ihren Bürgermeister und werfen ihm Untätigkeit vor

von
erstellt am 29.Okt.2017 | 05:00 Uhr

Teilweise hitzig verlief die Debatte bei der außerordentlichen Ortsbeiratssitzung im Groß Breeser Gemeindesaal. Es ging ausschließlich darum, wie das Laub der sechsreihigen, unter Denkmalschutz stehenden Allee entsorgt werden soll. Aktuell wird es von Gemeindearbeitern geschreddert und soll an Ort und Stelle verrotten (wir berichteten).

Doch auch damit ist vorerst Schluss, entschied Breeses Bürgermeister Werner Steiner, nachdem Einwohnerin Bärbel Treutler auf den fehlenden Kopfschutz der Gemeindearbeiter hingewiesen hatte. „Es gibt eine amtliche Warnung an die Bürger, die Bereiche unter den Bäumen wegen der Sturmschäden nicht zu betreten. Aber die Arbeiter, die das Laub schreddern, haben keine Helme“, so Treutler. Knapp zwei Stunden dauerte die Diskussion, an der neben dem Ortsbeirat auch gut 40 Einwohnern und Werner Steiner auch Gerald Neu, Ordnungsamtschef Bad Wilsnack/Weisen, teilnahmen.

Letzterer rechnete den Bürgern vor, was die bisherige Laubentsorgung in Groß Breese kostete und wie teuer es künftig werden würde. In der Vergangenheit habe die Gemeinde die zirka 30 Container sehr günstig von einer Firma bereitgestellt bekommen. „Das kostete zum Beispiel zwischen 2014 und 2016 jährlich 2000 Euro. Nun würden wir bei etwa 8500 Euro landen“, sagte Neu mit Verweis auf die Auflagen des Abfallgesetzes, die nun bei den Angeboten eingehalten werden müssen. Denn bisher wurde das Laub mit Duldung des Eigentümers in dessen Privatwald gekippt. Das lehnt der Waldbesitzer aber seit einiger Zeit ab. Noch dazu ist es illegal, und somit muss nun eine legale Lösung her. Doch die kostet jährlich wohl die erwähnten 8500 Euro. Geld, über das die Gemeindevertretung Breese erst abstimmen muss. „Ob die Gemeindevertreter bereit sind, diese Summe einzuplanen, ist abzuwarten“, so Werner Steiner.

Ein „Unding“ für viele Groß Breeser, wie sie deutlich machten. Schließlich gehört zur Kritik der Bürger, dass die Gemeindevertretung Breese schon seit mehr als einem Jahr wisse, dass das Laub nicht mehr im Wald verkippt werden darf. „Aber eine legale Lösung für die Laubentsorgung gibt es immer noch nicht. In all den Monaten ist nichts passiert“, so Bärbel Treutler. Anwohnerin Silke Last betonte, dass die besondere Allee die „gute Stube“ der Groß Breeser sei. „Die Straße soll vernünftig aussehen. Aber wenn das Laub liegen bleibt, wird sich darunter Moos bilden, das Gras wird ersticken“, gab sie zu bedenken. Werner Steiner räumte nach mehrmaligen Nachfragen von Bürgern ein, dass er allein das Schreddern des Laubes veranlasst habe, es keinen Beschluss der Gemeindevertreter gebe. Das sei früher schon dort geschehen, wo Bewohner das Laub nicht mehr selbst wegharken konnten.

Gemeindeflächen gebe es nicht für eine Zwischenlagerung, so Steiner. Deswegen wolle er in den nächsten zwei Wochen mit Landwirten reden, ob einer von ihnen einen Teil seiner Flächen als Zwischenlagerplatz für das Laub zur Verfügung stellen würde. Diese Fläche würde dann umzäunt und die Laubreste würden letztlich von dort zur Laubannahmestelle nach Groß Werzin gebracht. Sowohl die Stellen in Wittenberge als auch in Perleberg könnten nicht helfen, so Gerald Neu.


 

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