Kopfsteinpflaster statt Plattenweg

Querung der Quitzower Straße ist für Ältere ein Problem, Landkreis erachtet extra Übergang als nicht genehmigungsfähig

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03. Juni 2015, 13:13 Uhr

Mit Rollator oder gar Rollstuhl die Quitzower Straße zu queren, um zum Lebensmittelmarkt zu gelangen, sei ein waghalsiges Unternehmen. Der Grund: Das Kopfsteinpflaster, das vor vielen Jahren verlegt wurde, ausgefahren ist und nun vielfach eher einer Stolperfalle gleiche. Doch gerade in diesem Areal wohnen viele ältere Menschen. So regten Karin Dahse (SPD) und Michael Hoheisel (Die Linke) auf der Stadtverordnetenversammlung im April an, hier einen schmalen Plattenweg über die Straße zum Markt hin zu verlegen. Der Hinweis, dass sich einige Meter entfernt ein Übergang befinde, bringe den Menschen, die nicht mehr gut zu Fuß sind, relativ wenig. Für sie ist jeder Meter oftmals schon eine große Herausforderung.

Man nehmen die Anregung mit und versuche eine Lösung zu finden, so die Zusicherung der Verwaltung damals. Nichts dreht sich da aber ohne die Zustimmung des Sachbereiches Verkehr des Landkreises. Und die gibt es nicht, informierte Bürgermeisterin Annett Jura die Stadtverordneten. Begründet wurde das damit, dass sogenannte Querungshilfe „vorrangig innerorts und nur dort anzulegen sind, wo die Verkehrsbelastung hoch ist“. Das treffe auf die Quitzower Straße nicht zu, argumentiert die Verkehrsbehörde. Zudem gebe es wenige Meter entfernt im Einmündungsbereich zur Lindenstraße einen solchen Übergang. Einen zusätzlichen in Höhe der Awo und des gegenüberliegenden Verbrauchermarktes würde den fließenden Verkehr stark beeinflussen. Die kurze Entfernung zu besagter Querungsstelle eingangs der Lindenstraße würde zu einer Verkehrsgefährdung werden. Die derzeitige Entfernung zu jener wird auch für ältere Menschen als zumutbar angesehen, heißt es in der Begründung.

Angemerkt wird seitens des Fachbereiches, das im Zuge des angedachten weiteren Ausbaus der Quitzower Straße voraussichtlich Asphalt eingebaut werde, der das Queren der Straße dann auch für ältere Bürgern erleichtert.

Bis dahin aber bleibt alles beim Alten. Die derzeit angeregte Querung unmittelbar vor der Awo ist nicht genehmigungsfähig und nicht umsetzbar, heißt es sinngemäß in der Antwort des Fachamtes. Im Klartext: Umweg über die vorhandene Querungshilfe oder hoffen, dass man trotz Kopfsteinpflaster die andere Straßenseite im Ganzen erreicht.

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