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Pritzwalk will PK-Kennzeichen : Kommt das alte Kreiskennzeichen?

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Aus der Redaktion des Prignitzers

Pritzwalk wünscht sich das PK-Kennzeichen zurück. Stadt stellt Antrag beim Landkreis. Schild wäre für alle Prignitzer nutzbar

svz.de von
erstellt am 11.Jul.2017 | 21:30 Uhr

Regionale Fahrzeugkennzeichen können Identität schaffen, ist sich der stellvertretende Pritzwalker Bürgermeister Ronald Thiel sicher. Dieses Phänomen ist in ganz Deutschland zu beobachten. So sind bei unseren unmittelbaren Nachbarn Kennzeichen wie HV für Havelberg, LBZ für Lübz oder LWL für Ludwigslust gelebter Alltag.

Als im Jahr 2012 das brandenburgische Innenministerium den Landkreisen die Möglichkeit einräumte, regionale Kfz-Kennzeichen zu vergeben, so wie sie vor der letzten Kreisgebietsreform üblich waren, lehnte die Prignitz als einziger Landkreis in Brandenburg dankend ab und sah keinen Bedarf. Im heutigen Straßenbild sieht man immer mehr Fahrzeuge mit regionalen Kennzeichen wie WK für Wittstock/Dosse, NP für Neuruppin oder KY für Kyritz. Das PK-Kennzeichen für Pritzwalk wieder einzuführen, könnte vor allem angesichts anstehender Gebietsreformen für mehr Identität sorgen, so Thiel. „Denn die Kreise und Verwaltungsstrukturen ändern sich, aber die Städte bleiben.“

Seiner Aussage zufolge seien viele Pritzwalker mit dem Wunsch, ihre Heimatstadt auf dem Kennzeichen zu tragen, auf ihn zugekommen. „Ich nehme die Wünsche unserer Bürgerinnen und Bürger ernst, so dass ich an den Landrat schriftlich herangetreten bin, um einen entsprechenden Antrag beim brandenburgischen Infrastrukturministerium zu stellen“, sagt Thiel.

Zur Zeit werden für das Integrierte Stadtentwicklungskonzept „INSEK“ die Bürger um Vorschläge, Meinungen und Wünsche gefragt. Immer häufiger wird hierbei der Wunsch nach einem PK-Kennzeichen geäußert, so Thiel. In der Prignitzer Kreisverwaltung sieht man allerdings keinen Bedarf. Im Jahr 2012 hatte man einen Bedarf für regionale Kennzeichen im Umfang von etwa 130 ermittelt und damit den entsprechenden Antrag nicht gestellt.

Im Jahr 2015 gab es eine Umfrage unserer Zeitung per Telefon und Facebook. Zwar sprach sich die überwiegende Mehrheit dafür aus, das PR-Kennzeichen zu behalten um die Prignitz als Ganzes zu stärken. Allerdings, so Thiel, haben sich Rahmenbedingungen dafür in den letzten zwei Jahren deutlich verändert. In Anbetracht größerer Strukturen legen die Einwohner mehr Wert auf regionale Identität. Und das PR-Kennzeichen, bliebe ja erhalten, so Thiel.

Die Beantragung des PK-Kennzeichens sei recht einfach, erläutert der stellvertretende Bürgermeister. Hierfür wäre vom Landkreis lediglich ein formloser Antrag an das brandenburgische Infrastrukturministerium erforderlich. Dieses reicht den Antrag weiter an das Bundesverkehrsministerium. Das Bundesministerium gibt dem Ansinnen nach Auskunft des Landesministeriums innerhalb weniger Wochen statt.

Allerdings wäre ein PK-Kennzeichen dann nicht nur den Pritzwalkern vorbehalten. „Jeder in der Prignitz könnte dieses Kennzeichen dann beantragen. Das heißt, wenn jemand in Pritzwalk geboren wurde und jetzt in Wittenberge lebt, könnte auch dieser das PK-Kennzeichen seiner Geburtsstadt nutzen. Das wäre also nicht nur für Pritzwalker Bürger möglich sondern für alle Prignitzer von Lenzen bis nach Putlitz oder Meyenburg“, so Thiel.

In Sachen Bürgerservice wäre auch eine Kfz-Zulassungsstelle in Pritzwalk wünschenswert. Diese könnte bei der Stadtverwaltung angesiedelt werden. „Unsere Nachbarn in Wittstock zeigen seit einigen Jahren, dass so ein Angebot praktikabel ist und sehr gut angenommen wird, denn schlussendlich geht es um unsere Bürger“, so Thiel. Es sei sinnvoll, bereits jetzt Strukturen zu schaffen, die auch später Bestand haben können, so der Vize-Bürgermeister.

Wie so ein Kennzeichen aussehen könnte, das hat Thiel mit einer Probeanfertigung verdeutlicht. PK SP 761 steht auf dem Schild, SP steht für „Stadt Pritzwalk“ und die Zahl für das Alter des Stadtrechts. „Wir sind gut beraten in den Zeiten größerer Strukturen ein Stück Identität zu bewahren“, sagt Thiel. Denn die Identifizierung mit der Heimatregion ist sicher nicht nur ein Wunsch, der nur in Pritzwalk wächst. Wie Thiel weiter informierte sei der Antrag der Stadt Pritzwalk inzwischen beim Landkreis eingegangen. Eine Antwort gebe es allerdings noch nicht.

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