Abwanderung stoppen : Komm zurück, mach Mutti glücklich!

Bisher 42 Rückkehrwillige – Initiatoren der Kampagne sind zufrieden

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01. März 2015, 09:00 Uhr

Es klingt zu schön, um wahr zu sein: Mutti schickt eine Postkarte an ihre abgewanderten Kinder, woraufhin diese ihre Koffer packen und in ihre alte Heimat zurück kehren. Doch kann das funktionieren? In einigen Fällen schon, meint Peter Wagner vom Kooperationsnetzwerk zur Fachkräftesicherung Ruppiner Land. Er ist Mitinitiator der Postkartenaktion „Mach Mutti glücklich. Komm zurück.“

„In der Heimat ist es immer am schönsten. Eine ganze Menge Ex-Prignitzer wollen daher zurück. Aber wenn sie erst einmal weit weg sind, fehlt ihnen hier oft der Ansprechpartner“, erklärt Wagner. Die Aktion ist als Anstupser für Wankelmütige zu verstehen. Job, Wohnung, Freunde und Familie wären schon da. „Fehlst nur noch du“, wird der Kandidat umschmeichelt.

Der Karrieretag, die Berufsstartermesse Go, die Ostprignitzer Jobstartermesse, diese und weitere Aktionen würden zwar helfen, Jugendliche in der Region zu behalten. Das Kooperationsnetzwerk wollte jedoch auch die erreichen, die aus Ausbildungs- oder beruflichen Gründen verzogen sind. Daraus entstand die Rückkehrer-Kampagne, der sich auch die Städte Pritzwalk und Meyenburg anschlossen.

Insgesamt 62 000 Postkarten wurden unter dem Motto „Mach Mutti glücklich“ über ein Anzeigenblatt kurz vor Weihnachten in der Prignitz und Ostprignitz verteilt. 42 Rückkehrwillige meldeten sich daraufhin bisher, sagt Wagner zufrieden. 22 von ihnen kontaktierten direkt Roland Thiel, der in dieser Sache für den Bereich Pritzwalk, Kyritz und Meyenburg Ansprechpartner ist.

„Ich bin mit der Rückmeldung zufrieden. Es handelt sich ja bisher nur um einen Testballon“, meint Thiel. „Das zeigt doch, es gibt Prignitzer die zurück wollen. Das ist doch interessant.“ Über jeden Kandidaten fertigt Thiel einen Bogen mit den Personalien, dem beruflichen Werdegang und persönlichen Bedürfnissen an. Dabei überraschte ihn vor allem eins: „Ich hätte gedacht, dass die meisten Rückkehrwilligen sich um einen Arbeitsplatz bereits Gedanken gemacht hätten und es vordergründig um Themen wie Kita-Plätze geht. Die Bewerbungen zeigen jedoch etwas anderes.“ Die meisten würden Hilfe bei der Arbeitssuche benötigen. Und noch etwas stellte er fest: Viele Kandidaten wollen zwar zurück, aber es müsse nicht sofort sein: „Wir müssen überlegen, wie können wir diese Leute halten.“

Ziel der Aktion, die von der Sparkasse Ostprignitz-Ruppin und Prignitz unterstützt wird, sei es, die Ex-Prignitzer so weit zu begleiten, bis sie hier wieder ansässig wären. Das wäre jedoch ein längerer Prozess, meint Roland Thiel. Nun müssen die Ergebnisse erst einmal ausgewertet werden. Über den Erfolg sind sich die Initiatoren jetzt schon sicher. Eine weitere Postkartenaktion, wieder kurz vor Weihnachten, wird bereits geplant. Bis dahin soll strukturiert werden, wie man die Bewerber und die Unternehmen bestmöglich zusammen bringen kann. Und Roland Thiel dazu: „Ich hoffe, dass wir bis dahin mit der Westprignitz zusammen arbeiten.“

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