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Schwerlast im Hafen : Koloss wartet auf grünes Licht

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Vorbereitungen für Schwerlasttransport von Wittenberge nach Putlitz laufen. Start soll in der Nacht zu Montag sein.

von
erstellt am 01.Apr.2016 | 21:00 Uhr

Knapp 60 Kilometer liegen zwischen Start und Ziel. Was mit dem Pkw in knapp einer Stunde zu schaffen ist, zieht sich in diesem Fall über mehrere Stunden hin: Ein 300 Tonnen schwerer Trafo muss von der Wahrenberger Fähre bei Wittenberge bis nach Putlitz transportiert werden. Wenn er in den frühen Morgenstunden des kommenden montags sein Ziel erreicht hat, liegen hinter Carsten Gebser knapp drei Monate Arbeit. Der Projektleiter koordiniert für die Baumann GmbH aus Bornheim den Schwertransport.

Gestern lag der Koloss noch im Nedwighafen auf einem Schubboot (wir berichteten). Auf dem Wasserweg ging es von Bad Honnef nach Wittenberge. Das war der einfachere Teil. Es gebe zu viele Autobahnbrücken, die so eine Last nicht tragen würden, erklärt Gebser. Deshalb gilt die Parole: „Möglichst weit auf dem Wasser.“

Doch das letzte Stück führt zwangsweise über Prignitzer Straßen. „Sobald wir das Ziel kennen, folgt ein erster Blick auf die Karten“, sagt Gebser. Was gibt es an Bundes- und Landstraßen, wo stehen Brücken die über- oder unterquert werden müssen. Im zweiten Schritt werde die Strecke abgefahren. Spezialtechnik filmt jedes Detail, der Computer erstellt Animationen, zeigt den Experten, wo mögliche Hindernisse die Fahrt erschweren oder gar verhindern.

„Haben wir uns entschieden, beantragen wir den Transport.“ In diesem Fall beim Landesstraßenamt. Jetzt beginne die Behörde ihre eigene Prüfung. Knackpunkt seien meistens die Brücken. Gibt es Beanstandungen und Zweifel, schalte die Baumann GmbH ein unabhängiges Ingenieurbüro ein.

„Statiker lassen sich die Bauunterlagen der Brücke schicken, rechnen nach. So schnell gebe man nicht auf. „Wir können Brücken überbauen, die Ladung mit unterschiedlichen Fahrzeugen bewegen, durch die Anzahl der Achsen ergeben sich Spielräume“, erklärt Gebser, der seit 20 Jahren für das Unternehmen arbeitet.

Aber selbst wenn alle offiziellen Genehmigungen vorliegen, kann das unter Umständen noch immer nicht ausreichen. So ist es auch in diesem Fall. Von der Wahrenberger Fähre aus rollt der Transport auf der B 189 nach Pritzwalk und von dort über die L 111 nach Putlitz. Aber an der Stadtgrenze wäre Schluss. „Wir können nicht weiter fahren“, so Carsten Gebser.

Er suchte nach Alternativen und fand diese bei der PAE Marktfrucht GmbH Putlitz. „Wir können über deren Firmengelände fahren.“ Die Geschäftsführung sei sofort entgegenkommend und kooperativ gewesen. Zwar müssen Zäune ab- und danach wieder aufgebaut werden, aber das sei in Anbetracht der anderen Herausforderungen eher eine Kleinigkeit.

Schwerwiegender sei, dass zwei Ampeln abgebaut werden müssen, damit der Transport ausreichend Platz hat. Das betrifft unter anderem die Ampel an der Kaufland-Kreuzung in Wittenberge. Die Baustelle auf der B 189 bei Groß Pankow hingegen sei kein Problem. Im Bereich Pritzwalk müsse mit Unterstützung der Polizei abschnittsweise entgegen der Fahrtrichtungen gefahren werden. All das müsse im Vorfeld abgestimmt werden, fasst der Projektleiter zusammen. Läuft es nach Plan, startet die Fahrt in der Nacht zu Montag.

Beim Dank an die Marktfrucht GmbH belässt er es nicht. Die Zusammenarbeit sei mit mehreren Prignitzer Partnern hervorragend. Das beginne bei der Stadt Wittenberge, setzte sich über das Wasser- und Schifffahrtsamt sowie den Hafenbetreiber fort und ende in Kyritz bei der dortigen Niederlassung des Landesstraßenbauamtes. 

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