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Der Prignitzer

24. November 2017 | 05:09 Uhr

Königsmühle im Dornröschenschlaf

vom

svz.de von
erstellt am 24.Aug.2012 | 06:59 Uhr

Berge | Über Jahre herrschte emsiges Treiben in der ehemaligen Königsmühle von Berge, die 1913 erbaut wurde und noch bis 1990 als Getreidemühle genutzt worden war. Doch dann stand sie fast 15 Jahre leer, erst der Kultursoziologe Professor Wolfgang Vogt aus dem benachbarten mecklenburgischen Pampin nahm sich des alten Gemäuer an, gründete mit anderen Enthusiasten einen Förderverein. Der tat Förderquellen auf, konnte erfolgreich fleißige Handwerker über Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen einsetzen, die die alte Mühle nicht nur völlig entrümpelten, sondern ihr auch wieder neues Leben einhauchten. Sie erhielt beispielsweise wieder ein komplettes Mahlwerk. Doch auch Dach und Fassade des Hauses wurden saniert und vieles mehr.

Noch am 20. März 2010 war im "Prignitzer" von der "Großen Lösung für die Mühle" die Rede, denn der Förderverein hatte sich auf ein anspruchsvolles Konzept geeinigt. So sollte im Erdgeschoss ein größerer, durch Glaswände abgetrennter Raum entstehen, in dem beispielsweise ein Café Platz finden kann. Das zweite Obergeschoss sollte als Saal für Veranstaltungen wie Konzerte oder für Ausstellungen genutzt werden. Voraussetzung dafür aber war die Errichtung eines zweiten Treppenhauses als Fluchtweg sowie von Sanitäranlagen, die in einem Nebengebäude untergebracht werden sollen. Zudem hätten die Decken des Fluchtweges brandschutztauglich isoliert werden müssen. Alles in allem ein teures Unterfangen, an dem das Projekt bis heute scheiterte. Denn da die Mehrwertsteuer nicht mehr förderfähig sei, fielen allein dadurch Kosten von rund 30 000 Euro an, die weder der Förderverein noch die Gemeinde stemmen könnten, wie Berges Bürgermeister Werner Eckel, selbst Mitglied des Fördervereins, auf der jüngsten Gemeindevertretersitzung darlegte.

Da hatte nämlich der Kämmerer des Amtes Putlitz-Berge, Hergen Reker, nach der Königsmühle gefragt. Schließlich sei sie Eigentum der Gemeinde, könnte mit ihren Räumlichkeiten gut für Gemeindeveranstaltungen genutzt werden. Das hatte der Verein selbst schon 2010 so gesehen und damals dafür plädiert, statt des so genannten weißen Hauses lieber die Mühle als Dorfgemeinschaftshaus zu nutzen. Mittlerweile gibt es gar kein Dorfgemeinschaftshaus mehr, denn das weiße Haus soll verkauft werden, die Betriebskosten waren zu hoch. Berge muss sparen, befindet sich im Haushaltssicherungskonzept. Hat demzufolge aber auch kein Geld für den Mühlenumbau, um das Gebäude als öffentliche Einrichtung zu nutzen.

An den Auflagen könnten aber keine Abstriche gemacht werden, unterstreicht Christiane Lange von der kreislichen Bauaufsicht. Toiletten sowie ein zweiter Fluchtweg mit feuerhemmenden Decken seien Pflicht, soll Publikumsverkehr in der Mühle herrschen. Ortrud Effenberger von der unteren Denkmalschutzbehörde des Landkreises sieht derzeit auch kein Förderprogramm, das dem Verein oder der Gemeinde dabei helfen könnte. Aber, so stellt sie fest, man könne ja auch über kleinere Lösungen nachdenken, also nicht gleich eine öffentliche Nutzung bis unters Dachgeschoss. Das könnte schon Kosten sparen.

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