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Der Prignitzer

17. Dezember 2017 | 14:56 Uhr

Königsgrab: Ärger vorprogrammiert

vom

svz.de von
erstellt am 29.Jan.2012 | 05:27 Uhr

Seddin | Das Königsgrab von Seddin ist eines der größten Grabmäler Europas aus der Bronzezeit. Um es touristisch noch besser vermarkten zu können, hatte es 2009 einen Ideenwettbewerb gegeben.Damit beschäftigten sich am Freitagabend auch die Mitglieder des Kulturvereins Stepenitztal. Denn bei dem Ideenwttbewerb war der Gedanke entstanden, auf das jetzige Grab eine Art Gestell aufzubringen, um die ursprüngliche Dimension des Grabhügels deutlich zu machen. Das trug aber die Landesdenkmalpflege nicht nicht mit wegen des zu großen Eingriffs in die bestehenden Gegebenheiten. So gibt es jetzt den Vorschlag, zumindest ein Teilstück nachzubauen, um die Größenverhältnisse zwischen der Grabkammer und dem Hügel deutlich zu machen. Das Ganze soll dort entstehen, wo es einst ein weiteres Königsgrab gab, von dem aber nichts mehr existiert, nämlich am Wickboldtschen Berg bei Seddin Ausbau. Von dort müsste dann eine Sichtachse zum eigentlichen Königsgrab geschaffen werden. Das aber könnte nach bisherigen Vorstellungen auch das Abholzen von Bäumen des kleinen Wäldchens, in dem sich das Königsgrab befindet, bedeuten.

Eine Arbeitsgruppe für die Umsetzung dieses Projektes, für das Fördermittel fließen sollen, wurde gebildet. Zwei Stimmen darin hat der Kulturverein Stepenitztal. Der besteht seit 20 Jahren, engagiert sich seit dem natürlich auch für das wertvollste Erbe vor seiner Haustür. Bestes Beispiel dafür ist die König-Hinz-Performance zur Sommersonnenwende, die immer wieder Hunderte Besucher anlockt, in den mystischen Bann dieses geheimnisvollen Ortes zieht. Doch genau diese Mystik wäre zerstört, wenn in die Natur des kleinen Wäldchens, in dem sich das Grab befindet, eingegriffen wird. So jedenfalls der Tenor am Freitagabend. Bezweifelt wurde insgesamt der Sinn des Projektes. Christoph Winter bezeichnete es als geschmacklos, einen künstliches Grab zu errichten, auch wenn es nur um ein Teilstück gehe. Gudrun Bruhns fragte, ob hier Gelder nur der Fördermittel wegen ausgegeben werden sollen. Gunther-Maria Nagel regte an, die Besucher lieber mit Kraftfahrzeugen bis ans Königsgrab reisen zu lassen, das würde mehr zusätzliche Touristen anlocken als die gegenwärtigen Ideen.

Dr. Manfred Hallmann brachte auf den Punkt, was viele bewegte: "Unser Verein will Repräsentant der kulturellen Entwicklung unserer Region sein, aber wir haben noch nicht einmal über dieses Projekt diskutiert".

Die Meinung der Vereinsmitglieder sei eigentlich auch nicht gefragt, reagierte Vorsitzende Marlene Lüdcke darauf. "Man hat wohl Sorge, dass alles zerredet werden könnte." Gerhard Schramm, der zweite Vereins-Vertreter in der Arbeitsgruppe, will dennoch, oder gerade deshalb möglichst viele an der Diskussion beteiligen, mit den Akteuren, zu denen nicht nur die Gemeinde Groß Pankow (Prignitz), sondern auch der Landkreis, die Landesdenkmalpflege und weitere gehörten, ins Gespräch kommen. Voraussichtlich im Februar, so weiß er, soll es einen Vor-Ort-Termin am Könisgrab geben. Er will organisieren, dass daran möglichst viele Vereinsmitglieder und Interessenten teilnehmen, versprach er.

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