In Wittenberge lernt der Nachwuchs : Kochen ist Perfektion und Kreativität

Annegret Sommer engagiert sich seit Jahren mit ihren Kollegen am OSZ dafür, dass der Berufsnachwuchs sich am Wettbewerb Berlin/Brandenburg für Köche in spe beteiligt.
Annegret Sommer engagiert sich seit Jahren mit ihren Kollegen am OSZ dafür, dass der Berufsnachwuchs sich am Wettbewerb Berlin/Brandenburg für Köche in spe beteiligt.

Annegret Sommer bildet seit 1984 junge Leute für Berufe in der Gastronomie aus, wirbt dafür und kocht auch privat sehr gern.

svz.de von
31. Dezember 2013, 12:00 Uhr

Annegret Sommer lächelt, als sie die Frage nach dem Festtagsessen hört. Zu Weihnachten und zum Jahreswechsel kommt bei Sommers etwas Leckeres aus der heimischen Küche auf den Tisch in mehreren Gängen. Und sie bereitet es zu.

Annegret Sommer ist gelernte Köchin, hat ihren Ökonompädagogen gemacht und bildet seit 1984 junge Leute aus, erst in der Kommunalen Berufsschule hier in Wittenberge und jetzt als Fachlehrerin für Ernährung und Hauswirtschaft am Oberstufenzentrum Prignitz. Die Freude am Kochen mit allem, was dazu gehört, also Perfektion ebenso wie Kreativität, sind bei der vitalen Frau nicht streng auf die Unterrichtsstunden mit den angehenden Köchen und Restaurantfacharbeitern im Oberstufenzentrum beschränkt. Aber auch nicht auf die heimische Küche. Seit fünf Jahren nehmen Köche in spe aus dem Oberstufenzentrum an dem Wettbewerb der Berufsschulen Berlin/Brandenburg teil. Das ist keine Pflicht. Aber am Oberstufenzentrum engagieren sich Annegret Sommer und Kollegen dafür, werden unterstützt beispielsweise vom Prignitzer Köcheverein in persona von Manuela Peters. „Und die Ausbildungsbetriebe müssen hinter den jungen Leuten stehen, die sich am Wettbewerb beteiligen, sonst klappt das nicht“, sagt Annegret Sommer. Freistellung, Schicht tauschen, zusätzliche Belastung für die Azubis, weil ja für den Berufsausscheid geprobt werden muss, bei allem müssen die Ausbildungsbetriebe mitspielen. Und sie tun es, wie beispielsweise Udo Gädeke, Chefkoch im Hotel Prignitz, der seinem Kochazubi Andreas Maciejewski sehr dazu riet, zum Berufswettbewerb zu fahren, „weil man da so viel lernen kann“. Annegret Sommer sagt, sie sei davon überzeugt gewesen, dass Gädeke so und nicht anders reagieren würde. Denn: „Wir kennen uns seit Jahren, haben in der MITROPA zusammengearbeitet und schätzen uns.“

Das MITROPA-Restaurant im Bahnhofsgebäude – seit rund 20 Jahren nicht mehr betrieben – hatte zu DDR-Zeiten einen hervorragenden Ruf. Hier hat Annegret Sommer bei Klaus Lindner gelernt, wurde kurz nach ihrem Berufsabschluss 1978 als Ausbilder eingesetzt. „Mit jungen Leuten arbeiten, ihnen mein Wissen weitergeben“, das wollte ich von Anfang an, sagt die heutige Fachlehrerin. Nach über 30 Jahren in der Berufsausbildung kann Familie Sommer heute kaum eine Lokalität in der Prignitz betreten, ohne auf einen Kollegen bzw. ehemaligen Lehrling zu treffen. Thomas Schneider von der Lucullus GmbH kennt sie ebenso wie die Gastwirtin Beate Paesler aus Lanz. Und auch Kranhauschef Knut Diete ist ihr als Auszubildender untergekommen. „Er war schon immer ein kreativer und kritischer Kopf, und er kann natürlich mit Menschen umgehen, ist auch ein Verkaufsgenie“, sagt Annegret Sommer. Wenn sie heute im Kranhaus zu Gast ist, das Essen genießt, „dann habe ich natürlich auch meine Freude daran, dass ich einen kleinen Teil zu der Entwicklung beigetragen habe, zumindest hofft man das“. „Gastronomie ist eine tolle Arbeit“, in dieser ihrer Ansicht fühlt sich Annegret Sommer gerade in solchen Momenten immer wieder bestätigt, findet die Bestätigung auch, wenn sie sieht, dass ehemalige Azubis beispielsweise im Theaterkeller Wittenberge, im Hotel ambiente Bad Wilsnack und im Neuen Hennigs Hof Perleberg ihren Platz gefunden haben.

Die erfahrene Fachfrau weiß aber auch, dass sich junge Leute bei ihrer Berufswahl darüber im Klaren sein müssen, dass an den Wochenenden und an Feiertagen wie ja auch jetzt zum Jahreswechsel für sie Arbeit ansteht, wenn andere feiern oder sich erholen. Wer das akzeptiere, finde viele interessante Tätigkeitsfelder, finde Chancen, sich in großen Häusern und auch im Ausland weiterzubilden, wirbt sie für Berufe in der Gastronomie.

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