Grüne Woche : Knieperkohl und spezielles Bier

Speziell zur Jahreszeit hat René Günther ein Winterbier gebraut.
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Speziell zur Jahreszeit hat René Günther ein Winterbier gebraut.

Jean Duwe aus Pritzwalk zeigt, was man aus der regionalen Spezialität machen kann / René Günther ergänzt sein Menü mit Winterbier

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16. Januar 2016, 10:00 Uhr

Auch in diesem Jahr präsentiert sich die Prignitz auf der Internationalen Grünen Woche. Zehn Köche folgen der Einladung des Tourismusverbandes, um mit ihren kulinarischen Ideen für den Landkreis zu werben. Der „Prignitzer“ stellt die Kochprofis und ihre Kreationen vor. Morgen kocht Jean Duwe vom Gasthaus und Hotel „Zum Torwächter“ in Pritzwalk und am Montag steht René Günther von der Plattenburg am Herd.

Wenn Küchenchef Jean Duwe (39) im Messezentrum am Berliner Funkturm zu Pfannen und Töpfen greift, steht ein Gemüse klar im Mittelpunkt: der Knieperkohl. „Wir bieten ein klassisches Menü mit dem Kohl, Kohlwurst von einer Neudorfer Fleischerei und dazu servieren wir Knieperbrot von einer Pritzwalker Bäckerei“, erzählt Duwe. Oben drauf gibt es noch ein Kniepersüppchen nach Art des Hauses. „Dabei kommt es auf die besondere Gewürzmischung an. Mehr will ich nicht verraten. Die Gäste sollen sich ja überraschen lassen.“

Einen besseren Tag hätte sich Jean Duwe für seine Kreation nicht aussuchen können. Schließlich ist der Sonntag der Prignitztag auf der Messe. „Der Knieperkohl ist typisch für unsere Region und erfreut sich bei unseren Gästen großer Beliebtheit. Dieses Gericht darf in der kalten Jahreszeit nicht fehlen“, erklärt Duwe, der in seinem Gasthaus „Zum Torwächter“ ganze Knieperfestessen veranstaltet, zu denen auch zahlreiche Stammgäste nach Pritzwalk kommen. „Wir hatten auch schon mal Knieper-Eis oder -Cordon-Bleu im Angebot. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt“, ist der Koch überzeugt. Grundsätzlich komme die klassische Zubereitung des Knieperkohls bei den Besuchern aber immer noch am besten an. „Durch unser aller Engagement auf der Grünen Woche haben wir die Region schon bekannter gemacht. Daran hat auch der Knieper seinen Anteil“, meint Duwe.

Das Gemüse ist eine Mischung aus Weiß-, Grün- und Braunkohl. „Sie wird bis zu einer gewissen Gährungsstufe in Fässern gelagert. Dann schmeckt der Kohl ähnlich wie Sauerkraut“, erklärt Duwe. Heute schmort das Gemüse mit Schmalz, Brühe und Räucherspeck verfeinert für einige Stunden im Backofen vor sich hin, bevor es serviert wird. Früher, so Duwe, habe man die Töpfe in die Röhre der damals noch weit verbreiteten Kachelöfen gestellt.

Den Auftritt bei der Messe möchte Duwe, der von Anfang an dabei ist, nicht missen. „Es ist immer wieder eine schöne Erfahrung und wir können unsere Region präsentieren. Durch die Messe werden die Leute aufmerksam auf die Prignitz und natürlich auch auf uns als Gastbetrieb“, so Duwe, der am Sonntag um die 300 Probierportionen seines Kniepermenüs anbieten will. Angefangen hat er mal mit 150 Portionen.


Vier Sorten von der eigenen Hausmarke


Mit einem Honigbraten mit Knieperkohl und vor allem dem Plattenburger Bier wird René Günther die Plattenburg und die Prignitz am Brandenburgtag (Montag) auf der Grünen Woche präsentieren. Vor allem das Bier aus der hauseigenen Brauerei wird im Mittelpunkt stehen, so Günther.

In der kleinen Hausbrauerei werden vier ständige Sorten Bier gebraut und drei saisonale. Zu den ständigen Biersorten zählen das „Burgbräu“ als Pils, das „Rittergold“ ist ein Honigbier. Diese beiden werden durch zwei Schwarzbiere ergänzt, den „Schwarzen Vogt“ und die „Schwarze Magd“.

Als saisonale Biere werden das Winterbier, ein Oktober- und ein Maibock hergestellt. Die meisten der etwa 10 000 Liter, die im vergangenen Jahr produziert wurden, liefen durch die Hähne der Plattenburg und wurden in Fässer abgefüllt. Große Nachfrage gibt es aber auch nach den in Flaschen abgefüllten Bieren. Dazu wurden die entsprechenden Etiketten gestaltet und nun auch hölzerne Bierkästen angefertigt. „Die entstehen in Handarbeit, sind etwas verziert und tragen das eingebrannte Zeichen und den Namenszug der Plattenburg“, so René Günther. Die Kästen sind für drei, sechs, acht oder zwölf Flaschen gedacht. „Oft fragen die Gäste nach ihrem Besuch auf der Plattenburg und im Burgkeller, ob sie das Bier auch mitnehmen können. Dieser Nachfrage entsprechen wir jetzt mit den Kästen“, so Günther. Als neuestes Mitbringsel von der Plattenburg gilt die große Einzelflasche mit Bügelverschluss, die immerhin zwei Liter Bier beinhaltet und zu Weihnachten im vergangenen Jahr einen guten Absatz als Geschenk fand. „Mit der Plattenburg präsentieren wir ein wichtiges touristisches Aushängeschild der gesamten Prignitz. Da ist es wichtig, sich nicht nur kulinarisch zu präsentieren, sondern auch Veranstaltungen wie das Mittelalterspektakel oder unsere mittelalterlichen Hochzeitsangebote bekannter zu machen“, sagt Günther.

In den Monaten Januar und Februar sind die Burg und der Burgkeller allerdings nur Freitag, Samstag und Sonntag geöffnet. 
 




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