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Der Prignitzer

20. November 2017 | 22:15 Uhr

Spezialität : Knieper wanderte gen Norden

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Schneiders aus Kuhbier übergaben das Geschäft an Jeannine Groth in Preddöhl / Produktion läuft – erster Knieperkohl erhältlich

von
erstellt am 21.Okt.2014 | 22:00 Uhr

Nach 20 Jahren gaben Sabine und Bernd Schneider aus Kuhbier die Knieperproduktion an eine jüngere Nachfolgerin ab: Seit September dampfen die Kohlkessel nun in Preddöhl (nahe Pritzwalk / Gemeinde Kümmernitztal) bei Jeannine Groth. Am 1. September nahmen sie und ihre Mitarbeiterin Gabriela Simanek die Produktion auf. „Seit vergangenem Donnerstag gibt es den ersten frischen Knieper der aktuellen Saison, lose und auch in Gläsern, so wie die Abnehmer das von Schneiders gewöhnt waren“, sagt die 35-Jährige. An der Marke Knieper verändert sie natürlich nichts. Hergestellt wird er nach der überlieferten Rezeptur, die logischerweise geheim bleibt. Eine kleine Neuerung hat Jeannine Groth dennoch zu bieten: „Wir füllen die Spezialität auch in kleineren 350-Gramm-Gläsern ab. Eine gute Größe zum Beispiel für Präsentkörbe, zum Probieren oder für Singles“, informiert Groth.

Wie bereits ihre Vorgänger, bezieht die Preddöhlerin die wichtigsten Zutaten – Markstammkohl, Grün- und Weißkohl – aus der Region. „Markstammkohl und Grünkohl bauen wir selbst in der Nähe von Gerdshagen an, den Weißkohl kaufen wir vom Kartoffel- und Fruchthandel Franke in Perleberg dazu.“

Mehr oder weniger durch einen Zufall erfuhr die gelernte Industriekauffrau, die zuletzt bei der Neudorfer Fleischerei als Verkäuferin arbeitete, davon, dass Schneiders das Geschäft abgeben wollen. „Um die nach wie vor steigende Nachfrage auch künftig zu befriedigen, müssten wir investieren, in größere Maschinen, größere Räume. Das möchten wir uns in unserem Alter jedoch nicht mehr aufhalsen“, sagte Sabine Schneider vor einem Jahr in einem Interview mit dem „Prignitzer“. Also begaben sich die Knieper-Experten auf die Suche nach jüngeren Nachfolgern – und wurden fündig. Die Preddöhlerin übernahm das Geschäft zum 1. Mai dieses Jahres, machte sich selbstständig.

150 Fässer mit einem Fassungsvermögen von je 120 Litern möchte die Knieperproduzentin im Laufe der Saison füllen. Vorgestern wurde das 61. Fass begonnen. „Mal schauen, ob wir unser Ziel erreichen“, sagt Jeannine Groth, die im Übrigen auch schon ganz gespannt auf die ersten Feedbacks zu ihrem Knieper ist. Gekauft wird seit Ende voriger Woche ja schon fleißig, „und was das Beste daran ist: Fast jeder kann eine eigene Geschichte zum Knieperkohl erzählen oder dazu, wie er die Spezialität am liebsten isst“, bemerkt Jeannine Groths Lebensgefährte Stefan Friedrich, der seiner Frau mit zur Hand geht, wenn Unterstützung erforderlich ist. Die Preddöhlerin selbst mag Knieper am liebsten mit Kassler, Senfkörnern und Kohlwurst, aus dem Backofen, zubereitet einen Tag vor dem Verzehr. „Kohl schmeckt erst am zweiten Tag“, weiß die Expertin.

Investiert werden soll auf dem Hof in Preddöhl, der sich nahe des dortigen Stausees befindet, auch noch kräftig: 2015 soll ein Hofladen eröffnet werden, in dem es neben Knieper viele andere regionale, teils selbst hergestellte Produkte gibt. In den Komplex des Hofladens will Jeannine Groth dann auch die Knieperkohlproduktion integrieren. Momentan wird auf dem hinteren Teil des großen Geländes in einem soliden Provisorium gearbeitet.

Der Start in die Kniepersaison 2014/15 findet aber noch in Kuhbier, auf dem Areal von Sabine und Bernd Schneider, statt, und zwar am Sonnabend, dem 15. November.

Erhältlich ist die Prignitzer Spezialität, außer bei Jeannine Groth, in der Region unter anderem in Edeka-Märkten, Filialen der Neudorfer Fleischerei, bei Frucht- und Gemüsehändlern. Zu verkosten ist sie selbstverständlich in zahlreichen Gaststätten.


 

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