Suren-Hansen-Markt in Perleberg : Knieper das ganze Jahr

Doreen Meier, Iris Mech und Dominik Teschner (v. l.) von der Landfleischerei Hildebrandt boten Knieper in Variationen an.
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Doreen Meier, Iris Mech und Dominik Teschner (v. l.) von der Landfleischerei Hildebrandt boten Knieper in Variationen an.

„Suren-Hansen-Markt“ ist traditioneller Saisonausklang / Resümee und Ausblick von Experten

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08. März 2016, 12:00 Uhr

Während er über den „Suren-Hansen-Markt“ läuft, ist Bernd Gellesch in Gedanken schon fast wieder im Herbst und am Jahresende. „Wir bereiten im Hintergrund bereits den Kartoffelmarkt und den Weihnachtsmarkt vor“, sagte er im Gespräch mit dem „Prignitzer“. Der Marktbetreiber zog am Sonnabend am Rande des traditionellen Kniepermarktes ein positives Resümee.

Ein bisschen was zu kritisieren hatte er dennoch: Erstmals machte Samstag in Perleberg das mobile Puppentheater – der Märchenpalast von Familie Tränkler – in der Rolandstadt Station. „Ich hätte mir gewünscht, dass da mehr Familien mit ihren Kindern hingehen“, so Gellesch. Puppenspielerin Monty Tränkler sah es eher entspannt: „Das ist einfach noch zu wenig bekannt, zumindest hier. Und man muss die Leute auch erstmal dazu bewegen, ’rauszugehen und ein solches Angebot zu nutzen.“ In vierter Generation sind die Tränklers bereits als Puppenspieler on tour, stammen eigentlich aus Hessen, haben jetzt aber ihre Standorte in Magdeburg und in Berlin. Seit 25 Jahren sind sie in den neuen Bundesländern unterwegs – mit dem riesigen, bunt bemalten, sehenswerten Truck bereits das elfte Jahr. 80 Zuschauer passen in den Truck, auf der kleinen Bühne spielen Monty Tränkler und ihr Bruder Toni vier verschiedene Stücke. Sind die Gäste – jeglichen Alters – erst einmal drinnen, lassen sie sich meist sofort gefangen nehmen von der zauberhaften Atmosphäre.

Draußen herrschte Sonnabend viel Betrieb, die Anbieter machten ihre Umsätze. Die Besucher genossen das Prignitzer Nationalgericht und ließen sich auch etwas einpacken. Für die Knieper-Produzenten Jeannine Groth und Stefan Friedrich aus Preddöhl ist der „Suren-Hansen-Markt“ als offizieller Schlusspunkt der Kniepersaison immer auch ein Termin, an dem sie den Winter Revue passieren lassen. „Dass der erneut sehr mild war, merken wir am Absatz“, so Jeannine Groth. Es sei ein schwieriges Geschäft. Aber die jungen Unternehmer sind erfinderisch, hatten auch in Perleberg verschiedene andere Leckereien aus ihrem Hofladen dabei. Und vor allem dachten sie sich eine Ganzjahres-Kniepervariante aus, die Samstag Premiere hatte und bereits sehr gelobt wurde: „Mit Honig, Ingwer, Sud vom Kassler sowie Schinkenwürfeln und ausgelassenem fetten Speck haben wir jetzt eine Version kreiert, die etwas weniger herb schmeckt“, so Friedrich.

Die Knieper-Experten gehören zu den einheimischen Anbietern auf dem thematischen Markt – von denen könnten es ruhig ein paar mehr sein, wie Bernd Gellesch bemerkt. Möglicherweise halten die Standgebühren interessierte Prignitzer Akteure von einer Teilnahme ab. Die Nachbarstädte Wittenberge und Pritzwalk, wo die Marktbetreibung in kommunalen Händen liege, seien da auf jeden Fall preiswerter, so Gellesch. Unter dem Strich spielen die ganz normalen Wochenmärkte die Umsätze ein, die aber eben auch nötig seien, um das eine oder andere Extra zu bieten.  

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