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Amtsarzt rät zur Impfung : Kleiner Piks bewirkt Großes

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Offenbar hat die Grippewelle die Prignitz noch nicht erreicht. Auch die Situation im Kreiskrankenhaus ist entspannt.

svz.de von
erstellt am 10.Feb.2017 | 05:00 Uhr

Die Viren sind deutschlandweit im Anmarsch. Seit Jahresbeginn steigen die Influenzafälle und die Zahl der Atemwegserkrankungen im Land stetig an. Offenbar hat die Grippewelle den Landkreis Prignitz aber noch nicht erreicht. „Uns sind derzeit knapp 15 Fälle gemeldet worden, bei denen ein Grippeerreger nachgewiesen wurde. Da ist noch nicht viel los in unserer Region“, sagt Amtsarzt Dr. Jörg Marr auf Nachfrage des „Prignitzers“. „Da uns aber nur durch Labore nachgewiesene Fälle mitgeteilt werden, kann es durchaus schon mehr Fälle geben“, erklärt der Mediziner. Viele Hausärzte würden bei Grippesymptomen auf einen Test per Blutentnahme verzichten und sofort mit einer medikamentösen Behandlung beginnen.


Kinder erkranken grundsätzlich schneller


Die Prignitz beteiligt sich an einem landesweiten Überwachungssystem. Wöchentlich melden Kindergärten und Seniorenpflegezentren die Zahl der allgemeinen Atemwegserkrankungen. „Da Kinder grundsätzlich schneller als Erwachsene an Grippe erkranken, wären steigende Erkrankungen in den Einrichtungen ein deutliches Warnzeichen, aber auch das ist derzeit nicht der Fall“, berichtet Amtsarzt Marr.

Beim Vorbeugen soll die Grippeschutzimpfung helfen, auch im Verlauf einer Grippewelle sei diese noch sinnvoll, so Marr: „Ein kleiner Piks kann Großes bewirken.“ Wer sich jetzt noch impfen lassen möchte, könne sich an seinen Hausarzt oder an das Gesundheitsamt wenden. Zur Risikogruppe gehören Bewohner von Pflegeheimen, Menschen mit chronischen Grunderkrankungen, angeborenen Abwehrschwächen, Tumorerkrankungen, oder beruflichem Infektionsrisiko, zum Beispiel Ärzte und Pflegepersonal. Auch Schwangere, Menschen über 60 Jahre und Eltern von Säuglingen zählen dazu. „Nach der Impfung dauert es etwa zehn bis 14 Tage, bis der Impfschutz vollständig wirkt und hält dann ein halbes Jahr, also bis zum Frühjahr“, sagt Marr.

Die Influenza hat von Oktober bis Mitte April Saison. „Zwar liegt der beste Zeitpunkt für eine Impfung zwischen September und November, aber es ist in den Apotheken noch genug Impfstoff vorhanden und eine Grippewelle in den nächsten Wochen kann auch noch nicht ausgeschlossen werden.“ Als Beispiel führte Marr den Fasching an. „Hier sind viele Menschen auf engem Raum zusammen. Sie tanzen, umarmen sich und da ist das Risiko, dass Viren übertragen werden, natürlich groß.“

Hygiene in Form von regelmäßigem und gründlichem Händewaschen sei das A und O in dieser Zeit.

Im Kreiskrankenhaus Prignitz ist die Grippewelle bislang ebenfalls noch nicht angekommen. Das bestätigt Geschäftsführer Karsten Krüger: „Das kann aber nächste Woche schon ganz anders aussehen. Jahreszeitbedingt befinden wir uns in einer angespannten Situation.“ Einschränkungen im Klinikbetrieb, wie das Absagen von Operationen oder der Mangel beim Pflegepersonal, gäbe es nicht. Seinen Mitarbeitern bietet Krüger im Herbst zwei Impftermine an. „Das ist durchaus sinnvoll und wird auch gut angenommen“, sagt Krüger.
 

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