Weihnachtstreiben : Kleiner Markt mit Riesenstollen

Anschnitt erfolgreich: Bürgermeister Dr. Oliver Hermann eröffnet den Weihnachtsmarkt und verteilt gemeinsam mit Bäckermeister Lars Erfert den Riesenstollen an die Elbestädter.
Anschnitt erfolgreich: Bürgermeister Dr. Oliver Hermann eröffnet den Weihnachtsmarkt und verteilt gemeinsam mit Bäckermeister Lars Erfert den Riesenstollen an die Elbestädter.

Wittenberger Weihnachtsmarkt gestern Nachmittag eröffnet. Trennung von verkaufsoffenem Sonntag brachte keine Vorteile.

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12. Dezember 2014, 08:00 Uhr

„Perfektes Wetter für eine 30-minütige Eröffnungsrede“, scherzte Bürgermeister Dr. Oliver Hermann, als er gestern Nachmittag um 15 Uhr den Weihnachtsmarkt in der Elbestadt eröffnete.

Tatsächlich hatte sich der Wettergott von seiner ganz ironischen Seite gezeigt und bis kurz vor 15 Uhr Sonnenschein durch die Wolken geschickt. Der Anschnitt des traditionellen Riesenstollens – zum 14. Mal hatte Bäckermeister Lars Erfert das 3,6 Meter lange und rund 15 Kilogramm schwere Weihnachtsgebäck aufgetafelt – fand bereits im strömenden Regen statt. Dennoch kein Grund für schlechte Laune, viele Wittenberger hielten unter dem Schirm bei Glühwein aus und lauschten den Stimmen der Jahnschul-Erstklässler, die mit Weihnachtsliedern und Gedichten ihren Teil zur Eröffnung beitrugen.

Mit der Beteiligung von rund 20 Händlern ist der Wittenberger Interessenring zufrieden. „Es ist für uns nicht immer einfach auch wirklich Händler zu gewinnen, die ins weihnachtliche Ambiente passen“, sagt Thomas Schneider, Wirt im Hotel Germania und Vorsitzender des Wittenberger Interessenrings. „So ein Weihnachtsmarkt soll ja nicht zum Trödelmarkt werden.“

Bis zum Sonntag können die Wittenberger um die Buden schlendern, in festlichen Angeboten stöbern oder sich bei einem Glühwein aufwärmen. In den Vorjahren hatten sie zudem Gelegenheit, beim verkaufsoffenen Sonntag durch die Geschäfte zu bummeln. Nicht so dieses Mal. „Es gab von einigen Händlern die Idee, die beiden Termine zu trennen“, sagt Schneider.

„Die Geschäftsleute waren der Meinung, dass jemand mit vollen Einkaufstüten sicher keine Lust habe, sich durch die Menschenmenge an den Buden zu zwängen. Deshalb wurde beschlossen, beide Termine zu trennen.“ Außerdem habe es bei den WIR-Mitgliedern Bedenken wegen des sehr frühen, ursprünglichen Weihnachtsmarkttermins am zweien Adventswochenende gegeben. „Es stand die Frage im Raum, ob die Leute dann schon in weihnachtlicher Stimmung sind oder das Fest noch zu weit weg ist. Deswegen fiel die Entscheidung, den Markt um eine Woche nach hinten zu verschieben“, so Schneider.

Eine Entscheidung, mit der sich die Händler keinen Gefallen getan haben. Gähnende Leere in der Innenstadt am vergangenen Sonntag, kaum ein Mensch in der Bahnstraße unterwegs. Nur vereinzelt konnten Geschäfte gute Umsätze erzielen, auch gastronomische Angebote – und sei es nur eine Glühweinbude – fehlten. „Das war ein Testballon, den wir da losgelassen haben, und der ist geplatzt“, zieht Schneider ein realistisches Fazit und blickt voraus, dass man im nächsten Jahr die Termine wieder kombinieren werde.

Auf der jüngsten Stadtverordnetenversammlung fassten die Abgeordneten den Beschluss für die verkaufsoffenen Sonntage 2015. Im Dezember fiel die Wahl auf Sonntag, den 13. Damit dürfte der Weihnachtsmarkt im kommenden Jahr wohl vom 10. bis 13. Dezember stattfinden.


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