Grundschule Karstädt : Klassenräume dringend benötigt

Die Grundschule Groß Warnow als Filiale der Grundschule Karstädt hat noch freie Raumkapazitäten.
Die Grundschule Groß Warnow als Filiale der Grundschule Karstädt hat noch freie Raumkapazitäten.

Kapazitäten sind am Schulstandort Karstädt ausgeschöpft. Ausbau, Container oder Erweiterung in der Filiale Groß Warnow?

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17. Februar 2018, 05:00 Uhr

Die Kapazitäten an der Grundschule Karstädt sind ausgeschöpft. 212 Mädchen und Jungen von der 1. bis zur 6. Jahrgangsstufe in zehn Klassen werden derzeit dort unterrichtet. Elf Unterrichtsräume sind vorhanden, jedoch benötigt man in Karstädt noch Teilungsräume für die Flexklassen A und B. „Uns fehlen Unterrichtsräume. Optimal wären zwei weitere“, sagt Ute Wonneberger, die Leiterin der Grundschule Karstädt, zu der die Filiale in Groß Warnow gehört. Bereits der Biologie- werde als Klassenraum genutzt. Da die Grundschule Karstädt eine Schule für Gemeinsames Lernen ist, in der es eine Begabtenförderung und eine Förderung für Lernschwache gibt, „werden die Schüler auch aus den Klassen rausgenommen“. „Teils müssen wir mit ihnen dann an Tischen in den Fluren sitzen“, erklärt Ute Wonneberger. Und im Sommer wird es noch enger: zwei Klassen gehen ab, drei kommen hinzu, dann müsse auch der Physik- als Klassenraum herhalten.

Doch was tun? Da kommen drei Varianten in Betracht, mit denen sich am 20. Februar der Sozialausschuss ab 18.30 Uhr in seiner Sitzung beschäftigen wird. Zum einen könnte man Container auf dem Schulgelände aufstellen oder einen Teil des Dachgeschosses ausbauen. Beides verursache jedoch enorme Kosten. Aus Sicht des Bauamtes und des Bürgermeisters sei das nicht zu stemmen. Auch bei einem entsprechenden Förderprogramm möglicherweise über das Kommunale Infrastrukturprogramm bliebe immer noch ein kommunaler Eigenanteil. Da die Grundschule Karstädt mit ihrer Filiale in Groß Warnow eine bestätigte Schule für Gemeinsames Lernen ist, könne man über dieses Förderprogramm Mittel für bauliche Maßnahmen beantragen, allerdings für dieses Jahr bis zum 31. März. Es gebe dafür 60 Prozent Förderung der Gesamtsumme.


Ab 2021 Jahrgangsstufen durchgängig zweizügig

Die Verwaltung bevorzugt eine dritte Variante. An der verlässlichen Halbtagsgrundschule in Groß Warnow, an der als Filiale der Karstädter Grundschule nur die 1. bis 4. Klasse unterrichtet, habe man noch freie Raumkapazitäten. „Wir sollten überlegen, ob wir in Groß Warnow wieder eine 5. und 6. Klasse aufmachen. Der Platz ist da. Warum sollten wir viel Geld für einen Ausbau oder Container ausgeben? Damit wird sich nun erst einmal der Sozialausschuss beschäftigen“, sagt Bürgermeister Udo Staeck.

Ute Wonneberger betont, dass ab 2021 in Karstädt die Jahrgangsstufen durchgängig zweizügig sind. Dann fehle sowieso ein Raum, es gebe dann auch keine Ausweichmöglichkeit auf Fachräume mehr.

In Groß Warnow gehen derzeit 48 Mädchen und Jungen in die Schule. Davon würden neun in die 5. Klasse kommen, wie Ute Wonneberger erklärt. Ab 5. Klasse übernehmen in Biologie, Physik, Geschichte, Erdkunde, WAT, politische Bildung Fachlehrer den Unterricht. Diese Lehrkräfte müssten von Karstädt nach Groß Warnow pendeln.

Doch zuvor müssten erst einmal grundsätzliche Fragen geklärt werden. Seit dem Schuljahr 2013/2014 ist der Schulstandort Groß Warnow nicht mehr eigenständig, sondern eine Filiale von Karstädt, um eben Personalbedarf an beiden Standorten ausgleichen zu können. Die Schüler des Einzugsbereiches dieser Filiale werden in den Klassenstufen 1 bis 4 in Groß Warnow und die Schüler der Klassenstufe 5 und 6 in der Grundschule Karstädt unterrichtet. Diesen Beschluss fassten im Frühjahr 2013 die Gemeindevertreter, zuvor hatten sich Eltern, die Gemeinde und das Staatliche Schulamt auf diesen Kompromiss geeinigt.

Können aber an den Filialen neue Jahrgangsstufen aufgemacht werden? Oder wäre Groß Warnow dann wieder eigenständig? Was würde das bedeuten? Eine diesbezügliche Antwort des Bildungsministerium auf „Prignitzer“-Nachfrage steht noch aus.

„Wir sind derzeit an beiden Standorten gut vom Schulamt ausgestattet, was sowohl die Lehrkräfte als auch die Stunden betrifft“, so Ute Wonneberger, die mit einer Erweiterung in Groß Warnow eine Verschlechterung dieser komfortablen Situation befürchtet.

Der Sozialausschusses und die Gemeindevertretung werden in den nächsten Wochen zu klären haben, was will, was kann man?

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