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Klassenfahrt und Schulbedarf: Eltern erhalten Geld aus Bildungspaket

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erstellt am 25.Okt.2012 | 05:42 Uhr

Prignitz | Nach den anfänglichen Startschwierigkeiten werden die Angebote des Bildungspaketes im Landkreis mittlerweile gut angenommen, zieht der erste Beigeordnete Torsten Uhe ein Fazit nach eineinhalb Jahren. "Bereits im Anfangsjahr 2011 konnten mehr als 4300 Anträge positiv beschieden werden", sagt Uhe. Das Bildungs- und Teilhabepaket trat am 1. April in Kraft.

Die Angebote zielen darauf ab, Kindern und Jugendlichen aus Familien in einer ungünstigen materiellen Situation die Teilhabe am Leben Gleichaltriger zu ermöglichen. Rund 2500 Prignitzer Mädchen und Jungen sind Kinder so genannter Hartz-IV-Bedarfsgemeinschaften, können also in den Genuss der Leistungen kommen. Beispiel dafür sind Zuschüsse für Schulausflüge, die in tatsächlicher Höhe finanziert werden. Diese Regelung gilt auch für Kinder in Kindertagesstätten.

Ein weiteres Beispiel ist die Ausstattung mit persönlichem Schulbedarf. "Jeweils zum 1. August und zum 1. Februar wird Schülern ein Betrag von 70 bzw. 30 Euro ausgezahlt",erklärt Torsten Uhe. Leistungsberechtigte mit Anspruch auf Kinderzuschlag oder Wohngeld müssen jedoch einen gesonderten Antrag stellen.

Dieser letzte Aspekt zeigt aus Uhes Sicht beispielhaft ein Dilemma des Bildungspaketes. Er spricht von "bürokratischen Hürden".

"Da gibt es die gesonderte Antragstellung, das Beibringen verschiedener Bescheinigungen oder die genannte Besonderheiten für Familien mit Anspruch auf Kinderzuschlag oder Wohngeld. Viele Leistungsberechtigte nehmen angesichts des hohen Aufwands Abstand von den Angeboten." Doch auch auf der anderen Seite sei der Aufwand unverhältnismäßig hoch. Träger der Leistungen und die Leistungserbringer müssten einen vergleichbar hohen bürokratischen Aufwand bewältigen.

Für die Behörden bedeutet das enormer Personalaufwand. Und für die ehrenamtlichen Trainer oder Vereinsmitglieder einen erheblichen Zeit- und Mittelaufwand. Beides hält Torsten Uhe für unverträglich und sieht politischen Handlungsbedarf. "Hier ist der Gesetzgeber gefordert, unbürokratische, verständliche und akzeptable Regelungen zu schaffen."

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