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Der Prignitzer

18. November 2017 | 20:43 Uhr

Feuerwehr : Klarer Wunsch: Kommt heil zurück

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

90 Jahre Feuerwehr Spiegelhagen: Festveranstaltung, Umzug und ein buntes Programm.

von
erstellt am 17.Jul.2017 | 08:00 Uhr

Im nächsten Jahr sind es 50 Jahre her, dass Norbert Seeliger Spiegelhagen verlassen hat. Er heiratete nach Eisenach, wo er heute noch lebt. Doch der Kontakt nach Spiegelhagen, wohin es den Kriegswaisen als ZwölfJährigen verschlug, hält bis heute. Und so ist er, wie viele ehemalige Kameraden dabei, als die Feuerwehr des Perleberger Ortsteiles am Wochenende ihren 90. Geburtstag feiert. In vielen Gesprächen erinnert Norbert Seeliger, an die Zeit, als der heute 79-Jährige zehn Jahre Gruppenführer war. „Ich war verantwortlich für die praktische und theoretische Ausbildung der Kameraden“, erzählt er. Im Ergebnis dieser Ausbildung wurde die Spiegelhagener Feuerwehr 1963 Kreismeister. „So schlecht muss ich also nicht gewesen sein“, sagt er schmunzelnd.
Viele Geschichten machen an diesem Wochenende die Runde. Auch Wehrführer Holger Schelle hält seinen Bericht im Rahmen der Festveranstaltung als historischen Rückblick. Er erinnert an die Gründung am 3. April 1927, die zwölfjährige Bauzeit am Feuerwehrgerätehaus (1994 bis 2006) sowie die 2001 erfolgte Gründung des Fördervereins der Feuerwehr. „Es war der erste Förderverein dieser Art in der Stadt Perleberg und die beste Entscheidung, die wir jemals getroffen haben“, verkündet er stolz. Einen besonderen Dank richtet er an die Partner der Kameraden, „die uns oft entbehren müssen“.
„Für die Zukunft wünsche ich uns, dass wir immer unfallfrei von den Einsätzen zurückkehren und dass die Feuerwehr Spiegelhagen nicht untergeht“, sagt Holger Schelle am Ende seiner Rede.
Wehrführer Holger Schelle hatte sich im Vorfeld etwas zum 90. Geburtstag gewünscht: „Endlich eine Abgasanlage für die Fahrzeughalle und anschließend frische Farbe für die verrußten Wände.“ Von Bürgermeisterin Annett Jura gab es schon einmal einen symbolischen kleinen Eimer Farbe sowie die Zusage, dass „Amtsleiter Uwe Schleich nach der passenden Technik sucht“.

Der Abend wird auch genutzt, um Kameraden auszuzeichnen und zu befördern. So erhalten Andrea Pankow, Gunnar Rasch, Marvin Kordelle, Eric Schelle, Frank Zander und Mark Kordelle aus den Händen von Kreisbrandmeister Holger Rohde das Ehrenabzeichen des Kreisfeuerwehrverbandes.
Befördert werden Marcel Prill zum Hauptfeuerwehrmann sowie Robert Wulff, Mark Kordelle und Eric Schelle zum Oberlöschmeister. Jessica Tiel bekommt die Ehrenmedaille für 20 Jahre treue Dienste in Bronze.
Bis in die Morgenstunden feiern die Spiegelhagener mit ihren Gästen. Am Sonnabend wird die Geburtstagsfeier fortgesetzt. Um 11.30 Uhr setzt sich der Festumzug, angeführt vom Spielmannszug aus Pritzwalk an der Kirche in Bewegung. Zehn Feuerwehren mit 20 Fahrzeugen ziehen mit Blaulicht und Martinshorn durch das Dorf. Zeitgleich kreist der ADAC-Rettungshubschrauber über Spiegelhagen und landet auf dem Festplatz. „Besser hätte es nicht klappen können“, sagt ein begeisterter Holger Schelle über das Timing der Rettungsflieger.
Ein weiterer Höhepunkt ist der historische Löschversuch. Als ein Haus in Brand gerät, alarmiert ein Nachtwächter die Feuerwehr. Drei alte Kameraden – alle inzwischen über 80 Jahre alt – kommen auf Fahrrädern und mit Ledereimern und versuchen den Brand zu löschen, sie müssen aufgeben. Es übernehmen die Kameraden aus DDR-Zeiten mit historischen Uniformen. Mit ihrem Tragkraftspritzenanhänger gelingt es ihnen auch nicht, den Brand zu löschen. Es folgt die Gegenwart: Über die Leitstelle erfolgt die Alamierung der Spiegelhagener Feuerwehr, die dann zur Brandbekämpfung ausrückt. Die Restablöschung führen die Perleberger Kameraden mit ihrem Tanklöschfahrzeug durch. 90 Jahre Feuerwehrgeschichte werden auf diese Art und Weise vorgestellt.
Viele Gäste finden den Weg nach Spiegelhagen, um mit den Blauröcken ihr Jubiläum zu feiern. Und immer wieder bekommen sie einen Wunsch mit auf den Weg in die nächsten Jahre: „Kommt immer heil und gesund von den Einsätzen zurück!“

 

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