Ehrenamt : Kitt, der das Land zusammenhält

Ministerpräsident Dietmar Woidke kam am Mittwochnachmittag mit Ehrenamtlern aus dem gesamten Landkreis ins Gespräch. Dabei ging es natürlich auch ums aktuelle Thema Flüchtlinge und Asylbewerber, aber bei weitem nicht nur.
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Ministerpräsident Dietmar Woidke kam am Mittwochnachmittag mit Ehrenamtlern aus dem gesamten Landkreis ins Gespräch. Dabei ging es natürlich auch ums aktuelle Thema Flüchtlinge und Asylbewerber, aber bei weitem nicht nur.

Ehrenamt als Synonym für menschliche Wärme: In Perleberg gab es dazu mit Ministerpräsident Dietmar Woidke eine Gesprächsrunde

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05. November 2015, 22:00 Uhr

Menschliche Wärme, sich willkommen fühlen, einfach „der Kitt, der unser Land zusammenhält“ – diese Dimensionen verknüpft Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke mit dem Ehrenamt. Die Ehrenamtler, die sich vorgestern in Perleberg in der Lotte-Lehmann-Akademie zu einer Gesprächsrunde mit Woidke zusammenfanden, widersprachen nicht.

Und einige von ihnen stapelten sogar ein wenig tief, sehen ihre eigene Leistung, ihr Engagement für die Allgemeinheit, als gar nicht so herausragend an. Wie zum Beispiel Stefanie Bewer. Sehr zurückhaltend erzählt sie darüber, wie sie sich in die Arbeit des Perleberger Mehrgenerationenhauses „Perle-Treff“ (MGH) einbringt. Zunächst begleitete sie die Hausaufgabenhilfe, die hier unter anderem angeboten wird. Das beliebte und hier regelmäßig stattfindende Frauenfrühstück kam später hinzu. Vermutlich sind das nicht die einzigen Einsätze von Stefanie Bewer im MGH. Von Beginn an, also seit rund acht Jahren, ist sie eine zuverlässige Stütze in diesem Treffpunkt. Ihr Motiv: „Zum einen bin ich ein ausgesprochener Familienmensch, zum anderen helfe ich anderen einfach gern.“

Als Teile einer mitunter sehr großen Familie verstehen sich mit Sicherheit auch Michael Knauf und Andrea Reimitz. Knauf arbeitet in seiner Freizeit in der Rettungshundestaffel mit, die bei der FFw Wittenberge angesiedelt ist. Hündin Elfi hatte er zur Gesprächsrunde mitgebracht – sehr zur Erheiterung der Anwesenden und vor allem des Landesvaters, selbst Dackelbesitzer. „Aber der hört nur auf meine Frau …“, warf Woidke ein. Was Michael Knauf locker und unterhaltsam darbot, ist sicher zum einen auch Hobby, zum anderen aber ein großer Zeitaufwand von zehn bis zwölf Stunden pro Woche, die fürs Training draufgehen. Elfi wird als Flächensuchhund eingesetzt werden. „Solche Hunde werden zum Aufspüren verirrter beziehungsweise verloren gegangener Menschen eingesetzt“, berichtet Knauf.

Ums Ankommen geht es beim Engagement von Andrea Reimitz und weiteren Ehrenamtlern in Meyenburg. Sie gründeten dort auf rein freiwilliger Basis eine Willkommensinitiative für Flüchtlinge. Pakistani, Syrer und Afghanen, insgesamt bis jetzt 25 Personen, konnte so bislang unter die Arme gegriffen werden. Speziell für Deutsch-Unterrichtsmaterial benötige man jedoch Geld – diesen Wunsch richtet Andrea Reimitz vorgestern gleich an die richtigen Adressaten aus Potsdam. „Auch wir können die Welt aber nur nach dem Feierabend retten“, machte sie auf den Zeitaufwand der Ehrenamtler aufmerksam.

Auf seiner „Zukunftstour“ nahm Dietmar Woidke diese und viele andere ermunternde Beispiele mit in die Landeshauptstadt und konnte in der Prignitzer Gesprächsrunde zudem konstatieren, dass das Ehrenamt durchaus inzwischen auch auf vielen jüngeren Schultern ruht.

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