Kita- und Hortessen werden teurer

<strong>Den Kita-Kindern</strong> im Knirpsenland schmeckt es. Wen wunderts, sieht es doch auch lecker aus, was da  auf dem Teller angerichtet ist. <foto>Doris Ritzka</foto>
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Den Kita-Kindern im Knirpsenland schmeckt es. Wen wunderts, sieht es doch auch lecker aus, was da auf dem Teller angerichtet ist. Doris Ritzka

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06. März 2013, 08:36 Uhr

Perleberg | Täglich so um die 350 Portionen Mittagessen werden in den städtischen Kitas "Piccolino" und "Knirpsenland" zubereitet. Für das vergangene Jahr waren das konkret 85 126 Portionen. Und sowohl den Steppkes in Krippe und Kindergarten schmeckt, was da in den hauseigenen Küchen gekocht wird, wie auch den Schülern der Grundschule "Geschwister Scholl". Frisch zubereitet und eine ausgewogene, kindgerechte Mahlzeit, das schätzen auch die Eltern, weiß Birgit Moschinski, Sachgebietsleiterin Schule und Kita bei der Stadt, im Schul- und Kulturausschuss am Dienstagabend zu berichten. Und seit 2001 zahlen jene dafür den gleichen Preis: 2,30 Euro für Frühstück, Mittag und Vesper in der Krippe und im Kindergarten. 1,85 Euro fürs Mittagessen der Schulkinder.

Kostendeckend ist das aber längst nicht mehr in Anbetracht der gestiegenen Preise für Lebensmittel, Energie und der Lohnkosten. "Die tatsächlichen Kosten liegen um 92 Prozent höher als die derzeit geltenden Preise für die Essenversorgung. In Cent und Euro sind das 4,42 Euro pro Tag für die Krippen- und Kindergartenkinder und 3,55 Euro pro Portion für das Mittagessen der Grundschüler", so die Sachgebietsleiterin. Im Klartext: Eine Erhöhung des Essengeldes ist unausweichlich, denn allein 2011 zahlte die Stadt nur für das Mittagessen einen Zuschuss von 185 000 Euro. In diesem Jahr weist die Kalkulation 150 000 Euro aus, wenn die geltenden Preise bestehen bleiben. Dazu kämen noch 34 849 Euro, Geld mit dem die Stadt allein 2012 das Mittagessen für Kinder aus sozialschwachen Familien aller Perleberger Kitas und Horte bezuschusst hat. Im Durchschnitt waren es 183 Kinder monatlich, die dadurch ein warmes Mittagessen bekamen.

Die Essengeldpreise sollen nun für die Kita-Kinder in diesem Jahr auf 3,20 Euro, im nächsten dann auf 3,50 Euro und 2015 schließlich auf 3,80 Euro angehoben werden. Das Mittagessen für die Grundschüler kostet danach in diesem Jahr 2,45 Euro, im nächsten 2,65 Euro und 2015 dann 2,85 Euro.

"Ein brisantes Thema", räumt Hartmut Schneider, Vorsitzender des Schul- und Kulturausschusses, ein. Hans-Peter Steinke (CDU) kommt auch gleich auf den Punkt: "Warum erst jetzt eine Anhebung?" Eine Frage, die man sich stellen muss, räumen alle einschließlich der Verwaltung ein, auf die es aber keine Antwort gibt. Manfred Lokatis (Linke) betont, dass man offensichtlich zehn Jahre verschlafen habe. Doch wenn man die beabsichtigte prozentuale Steigerung gegen rechne, sei die schrittweise Erhöhung angemessen.

Zuvor hatte Birgit Moschinski deutlich gemacht, dass hinsichtlich der Personal- und Betriebskosten Einsparungen nicht mehr möglich seien. In diesem Zusammenhang fragt Hans-Peter Steinke, ob man schon mal über Ausgliederung nachgedacht habe. Er führt die Lebenshilfe als Beispiel an, die das trotz eigener moderner Küche praktiziere. Noch nicht, bescheinigt Birgit Moschinski. Und von Hartmut Schneider (SPD) erhält sie Rückendeckung. Nachdenken könne man zwar darüber, "doch wenn wir für unsere Kinder was Gutes wollen, ist die Eigenversorgung das Beste". Hans-Peter Freimark (parteiloser Abgeordneter für die FDP) betont, dass eine Erhöhung zwar weh tue, doch mit einer Ausgliederung bleibe zumeist auch die Qualität auf der Strecke. Kämmerin Ute Brüggemann räumt ein, dass es für alles ein Für und Wider gebe. Ein Vergleich mit Fremdbelieferern habe ergeben, dass man nicht über dem Level liege. Sie führt zudem ins Gefecht, dass man als Öffentlicher Dienst Tarif bezahle. "Auch das muss man sehen. Wir halten so nicht nur für die Kinder ein Mittagessen vor, sondern auch Arbeit."

Mit einer Enthaltung passiert der Beschlussentwurf damit den ersten Ausschuss.

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