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Der Prignitzer

22. November 2017 | 14:07 Uhr

Perleberg : Kita-Spatzen begegnen Dohle Amy

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Ungewöhnliche Freundschaft zwischen Kindern und einem Vogel, der sie auf ihrem Spaziergang begleitet.

von
erstellt am 27.Okt.2017 | 05:00 Uhr

„Ist das der kleine Rabe Socke?“ Aufgeregt beobachten die Steppkes aus dem evangelischen Kindergarten den schwarzen Vogel, der in Höhe des Edeka-Marktes in der Lindenstraße über ihren Köpfen fliegt. „Nein, der hat ja keine Socke an“, sind sie sich einig.

Wer ist er aber, der da schier  unbeeindruckt vom Straßenlärm  immer wieder ihre Nähe sucht? „Dohle Amy“ – schnell ist ein Name für den ungewöhnlichen Begleiter gefunden.  Dieser wartet bereits auf  dem nächsten Verkehrsschild oder Zaunpfahl auf Kinder. „Wir sind nicht so schnell, schließlich können wir ja nicht fliegen“, erklären sie mir, als sie die Geschichte erzählen. Und die geht noch weiter.

Zeitweise tut es der neue gefiederte Freund den kleinen zweibeinigen Spatzen gleich und marschiert mit ihnen auf dem Gehweg. Im Garten beim Stadtpark angekommen, setzt er sich zu den ganz Kleinen ins „Krippenkindersammeltaxi“. Derweil bereiten die Größeren den Frühstücks- und Morgenkreis vor. Amy liebt es augenscheinlich, im Mittelpunkt zu stehen. Als sei es  das Normalste von der Welt flattert sie in die Mitte des Kreises, natürlich sehr zur Freude der Kinder, die mucksmäuschenstill da sitzen, um ihre neue Freundin nicht zu verschrecken.

Amy hingegen zeigt keine Scheu. Als Erzieherin Katrin Kanarecki die Frühstücksleberwurstbrote verteilt, fühlt auch Amy sich eingeladen und bedient sich. Später setzt sie sich auf den Rücken und die Schulter und knabberte den Kindern und Erziehern frech am Ohr. Einige der Steppkes beherrschen offensichtlich die Tiersprache, unterhalten sich mit dem Vogel. Ob der allerdings versteht, was sie sagen, bleibt ein Geheimnis. Freundschaft braucht nicht großer Worte.

Beim Aufbruch in Richtung Kindergarten ist Amy natürlich mit von der Partie, genießt es, im Krippenwagen mit den Kleinen kutschiert zu werden oder fliegt voraus, um dann wieder auf die Kinder zu warten. Dort, wo die Freundschaft begann, endet sie auch. Höhe des Einkaufsmarktes verabschiedet sich Amy von den Kindern und wurde seither nicht mehr gesehen. „Natürlich sind wir traurig“, gestehen die Mädchen und Jungen, immerhin hatten sie erst Freundschaft geschlossen.  Zugleich sind sie aber froh, Amy kennengelernt zu haben.

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