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Wittenberge : Kirchengemeinde gibt Paul-Gerhardt-Haus auf

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Schrumpfen der Stadt Wittenberge hat auch Auswirkungen auf das Gemeindeleben

svz.de von
erstellt am 08.Aug.2014 | 12:00 Uhr

Seit zirka fünf Jahrzehnten ist das Paul-Gerhardt-Haus im Zellwolleweg neben der evangelischen Kirche und dem Gemeindehaus in der Perleberger Straße ein Ort des Gemeindelebens. Trotzdem hat der Gemeindekirchenrat jetzt beschlossen, das Haus aufzugeben. „Die Entscheidung ist nicht leichtgefallen“, sagt Pfarrer Sacha Sommershof. Denn zahlreiche Erinnerungen seien mit dem Haus verbunden, „die für das Leben vieler Menschen sehr prägend waren“. Christenlehre, Frauenkreiszusammenkünfte, Gottesdienste hätten dort ihren Platz gehabt. Christoph Walter als stellvertretender Vorsitzender des Gemeindekirchenrates ergänzt, dass es sehr wichtig war, diesen Standort im Norden Wittenberges zu haben. Aber, so Sommershof wie auch Walter weiter, „die Lebendigkeit dieses Ortes hat in den zurückliegenden Jahren abgenommen“. Das Paul-Gerhardt-Haus werde nicht mehr so intensiv genutzt wie früher. Die Veränderungen in der Stadt bleiben nicht ohne Auswirkungen auf die Arbeit in der Gemeinde. Wittenberge schrumpft. Ein ganzer Stadtteil, nämlich Nord, sei aufgegeben worden. Im Allende-Gebiet wird großräumig abgerissen.

Sommershof verweist auf eine abnehmende Zahl von Gemeindemitgliedern und die veränderte Altersstruktur in der Gemeinde ebenso wie auf die Reduzierung der Pfarrstellen. „Was in vergangener Zeit auf vielen Schultern verteilt war, muss jetzt von wenigen getragen werden.“

Das Gemeindeleben wird sich künftig in der Kirche und im Gemeindehaus in der Perleberger Straße konzentrieren.

Eine Rolle spielte bei der Entscheidung des Gemeindekirchenrats auch der bauliche Zustand des Gebäudes. „Es wäre ein nicht unerheblicher Aufwand zu betreiben, um es für die nächsten Jahre weiter gut nutzbar zu halten“, so der Pfarrer. Walter verweist auf die aus heutiger Sicht unbefriedigende energetische Situation. Das Gebäude sei quasi ein Leichtbau, kaum gedämmt.

Mit dem Beschluss der Gemeinde zur Aufgabe des Gebäudes als kirchlichem Raum ist ein Prozess eingeleitet, dem zwingend weitere Schritte folgen müssen, damit er wirksam werden kann. „Für die Aufgabe eines gottesdienstlichen Gebäudes gibt es ein bestimmtes Vorgehen“, erklärt Pfarrer Sommershof. „Der Beschluss des Gemeindekirchenrates wird an den Kreiskirchenrat weitergeleitet. Danach soll eine Gemeindeversammlung einberufen werden, nach deren Verlauf dann die Entwidmung des Hauses vorgenommen werden kann.“


 

 

 

 

 

 

 

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