Reform : Kirche steht vor erneuter Fusion

Daniel Feldmann
Daniel Feldmann

Zusammenschluss mit Kyritz-Wusterhausen soll 2016 kommen

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26. November 2015, 17:24 Uhr

Bleibt die Superintendentur in Perleberg? Diese Frage stellt sich angesichts einer erneut bevorstehenden Fusion des Kirchenkreises Prignitz. Und wann wird es einen neuen Superintendenten geben? Antworten auf diese und weitere Fragen zur aktuellen Situation in der Kirche gibt der stellvertretender Superintendent Daniel Feldmann im Gespräch mit Redakteur Hanno Taufenbach.

Herr Feldmann, Sie sind stellvertretender Superintendent und leiten nach dem Weggang von Oliver Günther den Kirchenkreis. Wann wird es Neuwahlen geben?

Daniel Feldmann: Vorerst nicht, denn der Kirchenkreis steht vor einer neuen Fusion. Bewerber brauchen eine strukturelle Sicherheit von rund zehn Jahren.

Aber so eine Sicherheit gab es nach der letzten Fusion der Kirchenkreise Perleberg-Wittenberge und Pritzwalk-Havelberg bei weitem nicht. Warum sollte das jetzt anders sein?

Das stimmt, aber zusammen mit Kyritz-Wusterhausen hätten wir rund 25 000 Mitglieder. Das wäre eine stabile, zukunftstragende Struktur.

Warum überhaupt schon wieder eine Fusion?

Der Kirchenkreis Kyritz-Wusterhausen kam auf uns zu, hat diesen Vorschlag gemacht. Zuvor waren die Verhandlungen mit Wittstock-Ruppin gescheitert. Wir haben viele Gemeinsamkeiten und die Gespräche sind gut, die Atmosphäre stimmt. Allerdings wären die Distanzen in dem Großkreis eine Herausforderung.

Wie wäre der zeitliche Fahrplan?

Bis zur Frühjahrssynode im März wird der Vertragstext entworfen, werden strukturelle Entscheidungen vorbereitet. So wird der neue Kirchenkreis wohl auch Prignitz heißen.

Deutlich strittiger dürfte die Frage nach dem künftigen Sitz der Superintendentur sein. Zeichnet sich schon eine Tendenz ab?

Diese Frage ist strittig, es gibt noch keine Tendenz. Bad Wilsnack ist eine Option, auch Perleberg, Kyritz und Havelberg sind im Gespräch.

Herr Feldmann, ganz ehrlich: Bad Wilsnack ist eine geschichtsträchtige Stadt mit eine bedeutsamen Kirche. Aber als Hauptsitz eines Kirchenkreises?

Die Stadt hat die Bahnanbindung nach Berlin, wo sich unser Konsistorium befindet. Falls die Wunderblutkirche wirklich als Denkmal von nationaler Bedeutung eingestuft wird, wäre auch das ein Argument.

Kyritz und Perleberg haben den Sitz, würden ihn gerne behalten. Aber warum Havelberg, das ja politisch gesehen auch noch in einem anderen Bundesland liegt?

Das ist die Wiege der Prignitz und das dortige Areal ermöglicht Fortbildungen und Konvente. Über das nahe Glöwen gibt es ebenfalls die Bahnanbindung. Aber insgesamt gesehen ist es eine schwierige Entscheidung.

Wer wird diese letztendlich treffen?

Die Fusionskommission wird einen Vorschlag erarbeiten und dann sollte die Synode entscheiden.

Wann erwarten Sie die Fusion und damit auch die Wahl des Superintendenten?

Mit der Fusion rechne ich im Sommer 2016, im Spätherbst könnte es die Wahl geben, so dass zum Jahresanfang 2017 der Nachfolger von Oliver Günther seine Arbeit aufnimmt.

Die Wahl von Herrn Günther war umstritten, da er im Gegensatz zu anderen Bewerbern nicht aus der Region kam. Er blieb keine zwei Jahre. Spricht das eher für einen Kandidaten aus den eigenen Reihen?

Für mich persönlich ist das schon eine grundlegende Frage, die sich gewiss auch die Mitglieder der Synode stellen müssen, denn sie wählen letztlich. Zuvor jedoch wird eine Kommission Kandidaten vorschlagen und auch über eine bundesweite Ausschreibung entscheiden.

Dies ist nicht die einzige offene Stelle. Wo gibt es noch personelle Lücken?

Große Probleme bei den Pfarrstellen haben wir in der Westprignitz, speziell im Bereich Groß Warnow. In Perleberg ist eine halbe Stelle unbesetzt, in Pritzwalk wird ab Januar eine Pfarrstelle frei.

Gibt es auch Neubesetzungen?

Ja, und das ist erfreulich. In Wittenberge werden wir nach Sacha Sommershof die zweite Stelle ab Januar besetzen. Rebekka Cyranek übernimmt diese. Anna Trapp wird mich für zwei Jahre in Bad Wilsnack unterstützen. Für Pritzwalk, Havelberg und Bad Wilsnack wird es ab Januar eine Krankenhausseelsorgerin geben. Dann werden wir noch auf fünf Jahre befristet zwei Stellen ausschreiben.

Welche sind das?

Wir suchen einen Jugendmitarbeiter und jemanden, der sich ausschließlich um Fördermitteln und Spenden für Bauvorhaben kümmert.

Wo nehmen Sie das Geld für diese Stellen her?

Wir haben etwas gespart und auf einer Zukunftswerkstatt sind diese zwei Ideen entstanden.

Herr Feldmann, wir wünschen Ihnen einen schönen ersten Advent.

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