Wittenberges Kindertagesstätten : Kinderglück, aber keine Investition

Das Mittagessen schmeckt, die Kinder sind sehr gut gelaunt.
Das Mittagessen schmeckt, die Kinder sind sehr gut gelaunt.

Kommunale Kita müsste saniert werden / Entscheidung fällt erst mit neuer Kitakonzeption

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09. Juni 2016, 12:00 Uhr

Hähnchenschenkel, Erbsen und Möhrchen, dazu Kartoffeln und zum Nachtisch Quarkspeise: „Es schmeckt“, sagen die Kinder. Sie sind gut drauf. Haben einen schönen Tag in ihrem „Märchenland“. Tagaktuell sind 118 Mädchen und Jungen, darunter zehn mit Migrationshintergrund, in dieser Kita angemeldet. Maximal 126 Kinder können hier betreut werden. Der vom Land vorgegebene Mindestbetreuungsschlüssel sei eng mit einer Erzieherin für zwölf Steppkes im Kindergartenalter und einer Erzieherin für fünfeinhalb Krippenkinder, sagt Leiterin Heidemarie Bartoll. Im August gibt es etwas Entspannung, dann ist eine Erzieherin für fünf Krippenkinder da. Die Kita-Chefin stand den Mitgliedern im Sozialausschuss der Stadtverordnetenversammlung Rede und Antwort. Der Ausschuss hat es sich zur Pflicht gemacht, sämtliche Kindereinrichtungen in der Stadt in Augenschein zu nehmen. Das Besondere am „Märchenland“: Es ist die einzige Kita Wittenberges in kommunaler Trägerschaft. Ohne Zweifel: Hier können Kinder glücklich sein, sich – unterstützt und geführt von den Erziehern – Rüstzeug für ihre Entwicklung holen. Wer genauer hinguckt, stellt aber auch fest, dass es in beiden Kita-Häusern erheblichen Investitionsbedarf gibt.

Die ihrer Meinung nach knappen Personalschlüssel und die Bildungsgrundsätze, nach denen in der Kita verfahren wird, können die Stadtverordneten nicht verändern, darüber diskutierten sie aber heftig. Über Investitionen in die Substanz können sie entscheiden. Warum ist in den letzten Jahren kaum etwas passiert? Eine Frage, die die Ausschussmitglieder nur kurz im nichtöffentlichen Sitzungsteil anschnitten. Dabei erwarten Eltern mit ihren Kindern und Erzieher gerade auf diese Frage eine Antwort. Für die Awo-Kita im Gehrenweg – das Haus gehört der Stadt – ist in den letzten Jahren viel Stadt- und Fördergeld geflossen. Waltraud Neumann als Hauptamtsleiterin erklärt: „Wir können nur auf der Grundlage einer langfristigen Kitaentwicklungskonzeption entscheiden. Denn der Einsatz von Fördergeld bedeutet eine Nutzungsbindung von 25 Jahren.“ Eine aktuelle Konzeption solle Ende des Jahres vorliegen. Diese prognostiziere den Bedarf der kommenden Jahre. „Auf ihrer Grundlage können wir entscheiden, in welche Immobilie es Sinn macht zu investieren“, so Neumann.

In der Kita Gehrenweg haben die Abgeordneten schon vor Jahren mit der energetischen Sanierung vollendete Tatsachen geschaffen. Die Fördermittelbindung griff. Damit war der Weg für weitere Investitionen frei.  

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