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Der Prignitzer

21. November 2017 | 20:41 Uhr

Kleine Knipser : Kinderblick durch die Linse

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Beste Einsendungen des Kinderfotowettbewerbes am Dienstag im Kulturhaus Wittenberge prämiert.

von
erstellt am 16.Okt.2014 | 12:00 Uhr

„Ein gutes Foto ist ein Foto, auf das man länger als eine Sekunde schaut.“ Nimmt man dieses Zitat des französischen Fotografen Henri Cartier-Bresson als Maßstab, dann haben viele Teilnehmer des Kinderfotowettbewerbs „Mein Blick durch die Linse“, den der Wittenberger Kulturbund, der Förderverein der Oberschule die Stadtjugendpflege Wittenberger und der Kreisjugendring Prignitz gemeinsam ausgerufen haben, gute Fotos eingereicht.

Da ist beispielsweise das Foto mit dem Hund, der auf dem Betonpflaster lümmelt und gelangweilt in Richtung Kamera blickt. Da ist das Herbstbild, auf dem die Sonnenstrahlen durch die bunten Blätter eines Baumes schimmern. Da ist die völlig surreale Komposition einer Seifenblase, die vor einer Lichtorgel über den Teppich tanzt. Oder ein ganz banaler Kinderpopo, frech eingefangen von einem jungen Fotografen, der sich nicht um Konventionen oder guten Geschmack schert.

Carl Stelter wurde zu Recht für „Der Hintern von meinem Bruder Wilhelm“ mit dem 2. Preis ausgezeichnet. „Das ist schon cool. Meine Mutti hatte gemeint, ich sollte einfach ein bisschen fotografieren. Also hab ich abgedrückt.“ Für Julia Menckes Siegerfoto, dass zwei kuschelnde Wellensittiche zeigt, waren weit mehr Anläufe nötig. „Bestimmt 30 Mal musste ich ansetzen, bis das Bild gut war. Die Vögel waren noch so klein und konnten sich kaum halten.“

Auch die Fotos von Nele Richter, Nele Herzog und Victoria Hermann, die ebenfalls ausgezeichnet wurden, zeigen, dass die Kinder mit einer unverstellten Frische an das Medium Fotografie herangehen. Die Organisatoren jedenfalls sind zufrieden.

„Wir hatte keine Vorstellung, was uns bei den Einsendungen erwartet“, gibt Eyk Mencke vom Förderverein der Oberschule zu. „Mit dem Ergebnis sind wir absolut zufrieden, insgesamt sind es mehr als 60 Einsendungen, darunter viele sehr gute Bilder von interessanten Motiven.“ Der Jury bestehend aus Profifotografen, Kunstlehrern, erwachsenen Laien und Schülern sei es nicht leicht gefallen, Favoriten auszuwählen. „Das zeigt wie knapp die Entscheidung am Ende war“, bemerkt Mencke.

Fotograf Jens Wegner, selbst Jurymitglied, ist einerseits beeindruckt von der Kreativität der Kinder, bemerkt andererseits aber einen Hang zu digitaler Verfremdung. „Bildbearbeitung sollte erst dann kommen, wenn man das Handwerk beherrscht“, so seine Empfehlung an den Nachwuchs. Diesem Einwand stimmt Ernst Wolf, Leiter des Arbeitskreises Fotografie beim Wittenberger Kulturbund, zu. Dennoch ist er zufrieden. „Die Beiträge sind toll und der erste Kinderfotowettbewerb ist aus meiner Sicht ein Erfolg, zumal hier mehrere Vereine erstmals als Organisatoren zusammengearbeitet haben.“

Und was sagt das zur Ausstellungseröffnung zahlreich erschienene Publikum? Die Urteile reichen von „tolle Motive“ über „interessante Blickwinkel“ bis hin zu „einfach fetzig“. „Es ist toll zu sehen, wie abwechslungsreich Kinder fotografieren können“, sagt Mario Herzog, der in diesem Jahr den Wettbewerb für die Erwachsenen gewonnen hat. „Einige Fotos hätten sicher auch Chancen im Ausscheid der ,Großen‘ gehabt.“

Die ausgezeichneten Fotografen können sich auf einen Fotoworkshop mit Jens Wegner und über Büchergutscheine freuen. Darüber hinaus erhalten alle Teilnehmer einen Kalender mit Bildern des Wettbewerbs. Die Ausstellung ist bis zum 30. November im Foyer des Kulturhauses zu sehen.

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