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Bad Wilsnacker Wunderblut erklärt : Kinder erleben Kirche akustisch

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Bad Wilsnacker Grundschüler erarbeiten speziellen Audioguide. Kirchengemeinde erwägt plattdeutsche Variante

Was hat es mit dem geheimnisvollen Wunderblutschrein auf sich? Wird der Taufstein noch heute genutzt und wer liegt eigentlich in den Särgen? Kindgerechte Antworten auf diese und noch mehr Fragen zur Bad Wilsnacker Kirche geben Kinder. Ein Schuljahr lang haben Schüler der 6. Klasse an einem Audioguide für Kinder gearbeitet, der seit gestern von Besuchern genutzt werden kann.

Das Interesse an dem fächerübergreifenden Projekt war groß, zu groß, wie Religionslehrerin Karina Eckert erzählt. „Wir mussten auslosen, wer mitmachen darf.“ Anfangs kam es ihr wie eine Mammutaufgabe vor. „Die Kinder sind durch die Kirche getigert, haben sich ihre Themen ausgesucht und eine Hitliste erstellt“, sagt sie. Am Ende sind es sechs Details, die in rund 20 Minuten vorgestellt werden.

Die Kinder verfassten Texte, tauchten tief in die Geschichte des Gotteshauses und seiner Förderer ein, fuhren auf die Museumsinsel nach Berlin, um zu erfahren, wie dort Kinder medial auf ihre Art eine Ausstellung entdecken dürfen. Im nächsten Schritt wurde die Dramaturgie besprochen, sich eine Rahmenhandlung überlegt. In dieser sind zwei Kinder zu Besuch in Bad Wilsnack und folgen ihren Freunden auf eine Entdeckungsreise durch die Kirche.

Fenja zeigt ihnen den Taufstein, in dem sie selbst getauft wurde. Ihre Freude war groß, als auf dem Los ihr Name stand. Die Arbeit habe ganz viel Spaß gemacht. Ein anderer Schüler erzählt über die Orgel und verrät, dass sie exakt 1142 Pfeifen besitzt.

Über das Ergebnis sind Schule und Kirchengemeinde glücklich, wie deren Mitglied Christian Richter bekundet. „Wir haben jährlich rund 30 000 Besucher, darunter viele Kinder. Für die ist das ein tolles Angebot und eine gute Ergänzung zu dem Guide in deutscher und englischer Sprache.“

Diesen hatte die Gemeinde noch von Profis machen lassen. „Das war auch die Anfangsidee für die Kindervariante“, so Richter. Doch dann habe man sich umentschieden, weil es gute Partner gibt. Neben der Schule ist das Birgit Bockler. Die Sopranistin schulte die Kinder im Sprechen. Das Gemeindeglied Frohgemut Schnabel übernahm die Tonaufnahmen und bespielte die Audiogeräte. Ohne deren Hilfe wäre es sehr schwer geworden, bedankt sich Christian Richter. Finanziell hat das Vorhaben die „Aktion Mensch“ unterstützt.

Kaum ist der Guide fertig, verfolgt die Kirchengemeinde die nächsten Ideen. „Wir werden die Audioversion bebildern und planen den Text für die Erwachsenen in plattdeutscher Sprache“, verrät Richter.

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erstellt am 27.Jun.2014 | 08:00 Uhr

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