Kinder ernten selbst : Kinder beweisen grünen Daumen

Alle packen mit an im neuen Begegnungsgarten am Horning.
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Alle packen mit an im neuen Begegnungsgarten am Horning.

Montessori-Schüler eröffnen einen Begegnungsgarten und die „Kleine Strolche“ bauen selbst Gemüse an

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02. Juni 2016, 11:45 Uhr

Kartoffeln, Himbeeren oder auch Rittersporn: Das Angebot im neuen Garten der Begegnung nahe der Ibis-Grundschule „Maria Montessori“ ist schon bei dessen Eröffnung gestern vielfältig. Klar, müssen die Pflanzen erst wachsen und gedeihen, bevor sich die Nachbarschaft daran erfreuen kann. „Aber wenn jeder mithilft, wird das Projekt glücken“, ist Peter Awe, Leiter der Montessori-Schule überzeugt.

Damit bringt er auch den Grundgedanken des Begegnungsgartens auf den Punkt. Kinder, aber auch alle Anwohner sind eingeladen, sich als Gärtner zu engagieren. Alter, Herkunft und Nationalität spielen keine Rolle. Die nötige Fläche für das Experiment hat die WG „Elbstrom“ zur Verfügung gestellt – immerhin knapp 2000 Quadratmeter. In der Nähe befindet sich der Horning 60, in dem viele Ältere leben.

„Jeder kann sei eigenes kleines Beet anlegen, auf dem er ernten kann“, so Awe. Der Begegnungsgarten ist ein Beitrag zum Wettbewerb um die Zukunftsstadt 2030. „Der Anstoß kam von einem Schüler, der meinte, dass man Flüchtlingen doch Land geben könne, damit sie Nahrungsmittel anbauen, sagt Awe. Gestern zur Eröffnung war der Wasseranschluss schon vorhanden. Die Stadtwerke stellen ihn bereit. Von einem Baumarkt stammt die Erde, mit der die drei kleinen Felder, die die Grundlage bilden, für die Pflanzungen präpariert wurden. Die Stadt hat zehn Obstbäume zugesagt. „Ich möchte hier gern mithelfen“, sagt Leonie (6) und setzt zum Beweis gleich eine Kartoffel in die gewässerte Erde. Die Montessori-Schülerin isst am liebsten Erdbeeren.


Hochbeet statt Supermarkt


Auch die Kinder der Awo-Kita „Kleine Strolche“ sind unter die Hobbygärtner gegangen. Sie haben ein Hochbeet angelegt. „Wir wollen den Kleinen zeigen, dass Gemüse nicht aus dem Supermarkt kommt“, erklärt Christina Hansen, Leiterin der Einrichtung. So bekämen die Kinder mit, welcher Aufwand hinter Nahrungsmitteln steckt. Sie müssen Unkraut jäten, gießen, aber das alles machen sie mit Hingabe, weiß Erzieher Christian Schulz. „Sie reißen sich darum, die Gießkanne haben zu dürfen. Dann bekommen sie noch kleine Schürzen und los geht’s. Das macht ihnen Spaß.“ Da nickt der kleine Odin (5) und erzählt: „Wir haben zuhause auch einen Garten. Mutti hat eine große Gießkanne und ich eine kleine.“ Odin hatte kürzlich Geburtstag und brachte etwas zu Naschen mit in die Kita. Doch es handelte sich nicht um Schokolade, sondern um eine Wassermelone.

Die gibt’s im Hochbeet zwar nicht. Aber Radieschen, Möhren, Salat, Petersilie oder Kohlrabi. Und alles, was die Nachwuchsgärtner ernten, wird anschließend in der hauseigenen Kita-Küche verwendet.

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